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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst und Antiquitäten mit einem Schwerpunkt auf Sachsen bei Schmidt in Dresden

Nur an Museen



Theobald Reinhold von Oer, Der Weimarer Musenhof, 1857

Theobald Reinhold von Oer, Der Weimarer Musenhof, 1857

Der „Weimarer Musenhof“ ist ein geflügelter Begriff. Wohl mit keiner anderen Stadt verbindet man weltweit die deutsche Klassik. Herzogin Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach und ihr Sohn Carl August holten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Geisteselite Deutschlands in die kleine Residenzstadt. Hier lebten und wirkten etwa Christoph Martin Wieland als Erzieher ihrer Söhne, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller oder Johann Gottfried Herder. Treffpunkt für die geselligen Runden war das Wittumspalais in Weimar, aber auch die ländlichen Sommersitze Schloss Ettersburg oder Schloss Tiefurt. In den 1850er Jahren huldigte der Maler Theobald Reinhold von Oer der Weimarer Klassik und ließ den Musenhof nochmals aufleben. Im Tiefurter Park hat er eine illustre Gesellschaft versammelt: In der linken Bildhälfte deklamiert Schiller den Zuhörern. Etwas rechts der Mitte sitzt Herzogin Anna Amalia, links neben ihr mit Kappe der Dichter Wieland. Die kleine Gruppe rechts neben ihr zeigt ihren Sohn Carl August mit seiner Frau Luise und ihren beiden Kindern. Etwas separiert, den Blick zu Schiller gewandt, steht Goethe. In der Gruppe der am linken Rand Sitzenden ist Herder zu sehen.


Die großformatige Kreide- und Bleistiftzeichnung hat Theobald Reinhold von Oer als Karton zu dem Gemälde „Der Weimarer Musenhof“ von 1860 angefertigt, das heute in der Alten Nationalgalerie in Berlin hängt. Nun kommt sie aus dem Nachlass des Dippoldiswalder Oberamtsrichters Adolf Geuder auf den Kunstmarkt. Doch hat das Dresdner Auktionshaus Schmidt den Kauf des Blattes aufgrund seiner Bedeutung eingeschränkt. Um die Zugänglichkeit des Werkes auch zukünftig zu gewährleisten, ist das Bieten nur öffentlichen Sammlungen möglich. Sie müssen dafür mit 12.000 bis 15.000 Euro rechnen. Eine zweite formatfüllende Vorstudie Oers zeigt „Die Fürstin Gallitzin im Kreis ihrer Freunde“ in ihrem bewaldeten Garten. Als Mitbegründerin des „romantischen“ Katholizismus im Bistum Münster spielte sie eine tragende Rolle bei der Wiederbelebung des katholischen Glaubens in Westfalen. So ging Oers ausgeführtes Gemälde 1864 als Geschenk der dortigen Aristokratie an den Bischof von Münster (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR).

Den Auftakt der Auktion vom 23. September machen wie bei Schmidt üblich die Gemälde. Der 1800 in Verona geborene Maler Carlo Canella widmete sich häufig der Darstellung von Kircheninnenräumen, bevorzugt in Venedig. In rotem Licht lässt er die festliche Atmosphäre einer Messe im Chor der Frari-Kirche erstrahlen und kontrastiert das liturgische Geschehen mit verschatteten Partien des berühmten Gotteshauses (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). Als Freund Italiens weist sich zudem der Österreicher Robert Alott mit seinem belebten Platz in einem apulischen Dorf von 1891 aus (Taxe 3.200 EUR), während Karl Buchholz in der zweiten Hälfte der 1870er Jahre seinen Blick in einer Ölstudie über die heimische abendliche Landschaft bei Weimar schweifen lässt (Taxe 3.500 EUR).

Adrian Ludwig Richters Ölgemälde „Guck in die weite weite Welt“ von 1859 belegt, wie das Leben den Maler in seiner Bildfindung beeinflusste. Entstanden nach dem gleichnamigen Holzschnitt aus der Folge „Fürs Haus“, hat Richter hier wohl den frühen Tod seiner Schwiegertochter Agnes verarbeitet. Denn das Antlitz der vorderen Figur gleicht der Verstorbenen (Taxe 9.500 EUR). Das teuerste Objekt der Auktion stammt von Carl Spitzweg. Sein Gemälde „Lagernde Karrner (Rast der Streuner)“ um 1870/75 war zu Beginn der 2000er Jahre auf einer Ausstellungstournee in Deutschland zusehen und soll jetzt 45.000 bis 50.000 Euro einspielen. Neben der Münchner Malerschule ist auch die Düsseldorfer mit Genrekunst vertreten und stellt Hermann Werners kleinen Jungen im winterlichen Dorf mit „Zerbrochenem Krug“ zur Verfügung (Taxe 950 EUR). Als guter Vedutenmaler erweist sich Carl Ferdinand Sprosse, der 1857 in einem Aquarell die heimatliche Pleißenburg und das städtische Kornmagazin in Leipzig mit dem Stadtgraben in spätbiedermeierlicher Beschaulichkeit schildert (Taxe 1.800 EUR).

Im frühen 20. Jahrhunderts wird es zunächst impressionistisch, wenn Philipp Francks Leinwand „Frühling in einem Park am Wannsee“ von 1906 das Auktionspult besteigt (Taxe 12.000 EUR). Stimmungsvoll ist ebenfalls der Gestus von Robert Hahns „Mädchen mit Sommerhut vor einem Spiegel“ aus dem Jahr 1921 (Taxe 900 bis 1.200 EUR). Zwischen impressionistischen und fauvistischen Gestaltungsprinzipien changieren zwei Landschaften Richard Eduard Drehers. Sowohl sein weiter „Blick über Rockau“ von 1912, als auch die „Landschaft mit Kornpuppen“ von 1915 leuchten farbintensiv auf (Taxe je 1.800 EUR). Fahler treten dagegen Fritz Stotz’ „Birken im Frühling“ wohl von 1919 auf (Taxe 2.400 EUR). Mit expressionistischen Holzschnitten macht Hubert Rüther auf sich aufmerksam, beispielsweise mit der dynamischen „Jagd“ von 1919 (Taxe 750 EUR) oder dem etwa gleichaltrigen farbigen Druck der „Taufe Christi“ in einer Hochgebirgslandschaft (Taxe 1.500 EUR).

Schmidt ist immer eine Fundgrube für Freunde sächsischer und ostdeutscher Kunst. Paul Wilhelm nimmt uns in den 1920er Jahren zur Straßenbahnbaustelle vor der Dresdener Hofkirche mit. Beobachtet hat er die Arbeiter von der Brühlschen Terrasse aus (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Sein aquarelliertes Stillleben mit roten „Blumen in blauer Vase“ von 1913 soll 1.600 Euro einspielen. Mit Gouache, Aquarell und Farbkreiden hat Rudolf Poeschmann 1924 seine Sicht auf die Altstadt von Dresden vom Neustädter Ufer aus an einem Frühlingstag angelegt (Taxe 500 EUR). 100 Euro mehr soll sein in Öl gemalter sommerlicher „Kaffeegarten“ einspielen. Mit eher humoristischem, als anklagendem Unterton malte Willy Kriegel um 1925 seinen „Unzüchtigen Mönch“ neben zwei vollbusigen Nackten im Freudenhaus (Taxe 5.500 EUR). Für neusachliche Tendenzen steht Erich Lindenau, etwa mit seinen Aquarellen „Birnen am Fenster“ um 1936 (Taxe 600 EUR) oder dem blühenden Löwenzahn am Wegesrand um 1950 (Taxe 360 EUR). Sich selbst hat er eher zaghaft 1949 in einer Bleistiftzeichnung verewigt (Taxe 150 EUR).

Standesgemäß präsentiert Robert Hermann Sterl 1923 den Dresdner Bankhausbesitzer und Pomologen Karl Arthur Pekrun als Dreiviertelprofil im eleganten dunklen Anzug in einem Armlehnstuhl. Das Portrait vermittelt nichts von dem üblichen, formauflösenden Malstil Sterls (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Charmanter sind da seine beiden alten Frauen auf einem Sofa. 1889 diente ihm das Aquarell als Studie für sein Gemälde „Auktion“ (Taxe 600 EUR). Kurt Günther stellt sich uns 1947 schon als älterer Maler mit einem etwas leeren Blick vor (Taxe 1.500 EUR). Mitten im Kriegsgeschehen suchte Georg Oehme 1941 die ruhige Abendstimmung an der Elbe bei Obervogelgesang mit einsamem Dampfboot auf (Taxe 1.500 EUR). Bernhard Kretzschmar zog es Mitte der 1960er Jahre derweil an die Schwarzmeerküste bei Nessebar in Bulgarien, wo er wohl seinen Sommerurlaub verbrachte (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR). Winterlich wird es dagegen bei Curt Querner und seiner aquarellierten Ansicht eines verschneiten Gutshofs in Carsdorf von 1965 (Taxe 3.200 bis 3.600 EUR).

In seiner typischen, in der Fläche gebannten Malweise gestaltete Albert Wigand um 1964 das Stillleben „Obstteller mit Glas“ (Taxe 4.800 bis 6.000 EUR). Ungegenständlich wird es dann bei Hermann Glöckner, der 1969 eine Blattform in Schwarz als fleckige Monotypie von einer Glasscheibe anfertigte (Taxe 950 EUR) oder 1978 Papiere in den Farben Gelb, Rot und Schwarz zu der Collage „Schultafel, gelb, mit roten Beinen“ verarbeitete (Taxe 2.000 EUR). Zu marktüblichen 6.000 bis 8.000 Euro gehen seine „10 Handrucke“ von 1963/71 in der originalen Leinenklappmappe an den Start. In Strawaldes abstrakter Komposition von 1999 schwingt die Erinnerung an die Natur mit (Taxe 3.200 EUR), während Harald Metzkes 1994 in seinem „Frauenbad“ mit sechs Akten eine neoexpressive Formensprache pflegt (Taxe 2.200 EUR). An die deformierten Menschengestalten Picassos erinnern die beiden „Träumenden“, die Stefan Plenkers 1991 in einen Fond aus verschiedenen Farbflächen eingebunden hat (Taxe 3.000 EUR).

Etwas internationales Flair steuern der Franzose James Coignard mit seiner Mischtechnik „Vert syncopé“ aus den 1980er Jahren, auf der er Buchstaben mit Strecken und Begrenzungen verbindet (Taxe 1.800 bis 2.200 EUR), und der Wiener Maler Georg Eisler mit den in der Sprachlosigkeit gefangenen Gestalten im „Roten Gasthaus“ von 1981 bei (Taxe 1.500 EUR). Ebenfalls Wiener Herkunft ist Elisabeth Laske-Kesselbauer, die uns einen lustigen Harlekin en face mit großer roter Knollennase vorstellt (Taxe 240 EUR). Tony Cragg ist für die Farbradierung „Topography“ aus dem Jahr 2000 verantwortlich, die eine Stadtlandschaft aus kleinen Quadrat- und Rhombenelementen mit innenliegenden Strichen und Kreisen ausbildet (Taxe 950 EUR).

Die dekorative Plastik des frühen 20. Jahrhunderts hat unter anderem Ernst Moritz Geygers nackten „Bogenschütze“ um 1902 im klassischen Ideal für marktkonforme 3.200 bis 4.000 Euro oder Ferdinand Liebermanns halbentblößte Porzellanfigur „Die Tempelweihe“ von 1918 für 2.800 bis 3.500 Euro zu bieten. Aus der Meißner Porzellanmanufaktur um 1740 stammen zwei Flakons, bemalt mit „Gelbem Löwen“ und Pflaumenbaumzweigen, die ehemals zur „Königlichen Hof-Conditorei“ gehörten (Taxe 1.300 EUR). Im Möbelsektor tun sich zwei klassizistische Stücke aus Nussbaum hervor: ein wohl südwestdeutscher Kontorsekretär mit Presszwinge und immerwährendem Kalender um 1791 für 5.000 bis 7.000 Euro und die strenge sächsische Kommode mit gegenläufigem diagonalem Furnierbild für 7.000 Euro. Mit Architekturelementen wurde 1664 die Lade der Töpferzunft wohl aus Radeberg verziert (Taxe 4.500 bis 6.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 23. September um 10 Uhr. Die Vorbesichtigung ist bis zum 22. September täglich von 10 bis 20 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.schmidt-auktionen.de.

Kontakt:

Schmidt Kunstauktionen Dresden

Bautzner Straße 99

DE-01099 Dresden

Telefon:+49 (0351) 81 19 87 87

Telefax:+49 (0351) 81 19 87 88

E-Mail: mail@schmidt-auktionen.de



18.09.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Robert Alott, Belebter Platz in einem apulischen Dorf. 1891.

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Taxe: 5.000,- 

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Taxe: 3.500,- 

Harald Metzkes

Harald Metzkes 'Frauenbad'. 1994.

Taxe: 2.200,- 

Philipp Franck, Frühling in einem Wannsee-Park. 1906.

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Taxe: 12.000,- 

Hermann Glöckner

Hermann Glöckner '10 Handdrucke'. 1963/1971.

Taxe: 6.000,- 

Carl Spitzweg 

Carl Spitzweg 'Lagernde Karrner (Rast der Streuner)'. Um 1870-1875.

Taxe: 45.000,- EURO

Stefan Plenkers

Stefan Plenkers 'Träumende'. 1991.

Taxe: 3.000,- 

Robert Hermann Sterl

Robert Hermann Sterl 'Portrait Karl Arthur Pekrun'. 1923.

Taxe: 6.000,- 

Carlo Canella, Blick in den Chor der Frari-Kirche in Venedig. Mitte 19. Jh.

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Taxe: 12.000,- 




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