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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Koller startet in Zürich mit Gemälden Alter und Neuerer Meister, Zeichnungen sowie Büchern und Autographen in die Herbstsaison

Segelschiff ahoi!



Ivan Konstantinovich Ajvazovskij, Blick auf Reval, 1845

Ivan Konstantinovich Ajvazovskij, Blick auf Reval, 1845

Fernweh mag so manchen ergreifen, wenn er ein Segelschiff auf dem Meer erblickt. Es kann Sehnsüchte wecken und insbesondere vor der Größe der See daran erinnern, wie klein und zerbrechlich der Mensch ist. Eine solche Nostalgie schwingt auch in dem Gemälde „Blick auf Reval“ mit. 1845 hielt der russisch-armenische Maler Ivan Konstantinovich Ajvazovskij eine kleinere und modifizierte Version einer ein Jahr älteren Ausführung fest, die heute im Central Naval Museum in St. Petersburg hängt. Über dem bewegten jadegrünen Meer mit mehreren Segelschiffen und Booten zeichnet sich am Horizont die estnische Stadt vor einem hohen Himmel in zarten Gelb-, Rosa- und Blautönen ab. Koller hat die Schätzung für die romantische Ansicht auf das heutige Tallinn mit 500.000 bis 700.000 Franken recht zaghaft bemessen. Denn diese Variante kam vor elf Jahren im Züricher Auktionshaus schon einmal auf 1,3 Millionen Franken. Es wird in der kommenden Woche also spannend, ob die Kunden bereit sind, den damaligen Wert zu zahlen.


Dennoch ist das Werk das teuerste Objekt der Versteigerungsrunde, mit der Koller vom 18. bis zum 22. September in die Herbstsaison einsteigt. Ivan Konstantinovich Ajvazovskij hat dabei noch mehr zu bieten. Wie in einem dramatischen Traum führt er die Brandung des blauen Meeres in einer hohen Klippe auf der linken Bildhälfte fort. Ajvazovskij lenkt den abendlichen Blick tiefer ins Gemälde mit einem kleinen Segelschiff, den Ausläufern der Felsenküste und einer Reitergruppe oben auf, die sich in lilafarbenen und gelben Nuancen unter der herabsinkenden Sonne aufzulösen scheinen. Sein Spätwerk „Bewegte Meeresansicht mit steiler Küste“ von 1883 bezaubert nicht zuletzt mit seiner atmosphärischen Wirkung (Taxe 460.000 bis 560.000 SFR).

Drei weitere Posten bewegen sich am 22. September ebenfalls im sechsstelligen Bereich. Ein Segelschiff auf dem Meer verewigte auch Claude Joseph Vernet 1754 in der „Küstenlandschaft bei Marseille im Mondschein“. Die Wasser sind ruhig, und die Fischer machen sich am Ufer an ihren Booten und an ihrem Lagerplatz mit Feuer zu schaffen. Die Stadt zeichnet sich als Silhouette mit Leuchtturm und der Burg Saint Jacques vor Hügeln ab (Taxe 280.000 bis 350.000 SFR). Eine unterhaltende Note stimmte Carl Spitzweg um 1860 in seinem Gemälde „Der Gratulant“ an. Der junge Mann in einer mittelalterlich anmutenden Kleidung aus dunkelblauem Mantel samt Hut hofft, im Innenhof auf die Angebetete zu treffen. Mit stillem Humor aber lässt Spitzweg die Mutter am frühen Morgen aus einem Fenster hinabblicken (Taxe 240.000 bis 280.000 SFR).

Religiöse Motive

Verinnerlichter Schmerz und Grazie charakterisieren Niccolò di Segnas kürzlich in einer Privatsammlung entdeckte „Kreuzigung“ von 1325/30. Das schwarze Kreuz mit dem Erlöser, der Jungfrau, dem Apostel Johannes und der knienden Maria Magdalena beherrscht das auf Holz mit dreieckigem Abschluss gemalte Werk samt punziertem Goldgrund. Hellrotes Blut fließt aus den Wunden des Heilands und formt einen kleinen Bach, der den Fels herabrinnt und damit auf die Erlösung des Menschen hinweist (Taxe 90.000 bis 120.000 SFR). Aus dem süddeutschen Raum stammt eine Darstellung der Maria Magdalena in einem Hortus Conclusus, die ins Ende des 15. Jahrhunderts datiert ist. Die anmutige Heilige ist noch ganz als Gewandfigur in rotem Kleid mit grünem Mantel verstanden; doch mit dem Grasboden deutet sich schon die Landschaft an. Ihr Salbgefäß hält Maria Magdalena in Händen und ist in Kontemplation versunken (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR).

Anstelle des Goldgrundes nutzt in der Renaissance der Meister des verlorenen Sohnes einen Fensterausblick mit Landschaft und hat davor Maria mit dem Christuskind, Johannes den Täufer und einen Pilgerknaben positioniert. Das Motiv einer „revelatio“ scheint im grünen zurückgezogenen Vorhang mitzuschwingen, schließlich wies der Täufer mehrfach auf das Eintreffen des Messias hin. Mit großer Detailliebe stellte der in Antwerpen tätige Künstler die Tafel mit ausdifferenzierter Stofflichkeit her, etwa im Schleier Mariens, dem samtig weichen Fell des Opferlamms und dem schweren karmesinroten Mantel (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR). Etwas günstiger liegt mit 50.000 bis 70.000 Franken die wohl um 1500 in Brügge gemalte „Thronende Madonna“. Wenig später entstand in Antwerpen eine „Anbetung Christi“, die von Engeln und heraneilenden Hirten bevölkert und in die Jahre um 1510/30 eingeordnet wird (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). In diese Preiskategorie reiht sich eine zweite Weihnachtsdarstellung ein: Das Triptychon mit der zentralen Anbetung und den Flügeln mit Johannes dem Evangelisten und dem Apostel Jakobus d.Ä. sowie zwei Stifterfiguren wird in der Werkstatt Barent van Orleys lokalisiert.

Inmitten einer üppigen nördlichen Waldlandschaft mit verblauenden Burgruinen und einem zartblauen Himmel integrierte Pieter Schoubroeck „Abrahams Bewirtung der Engel“. Ein gewisser genrehafter Reiz besteht darin, dass einer der Engel gerade dabei ist, seine Füße nach der langen Reise zu waschen (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Charmant ist zudem der kleine, Flöte spielende Putto, den Bonifazio Veronese um 1540/50 auf eine Grasbank vor einer weiten Landschaft gesetzt hat (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR). Inmitten einer bergigen Gegend mit Festung, Felsen und Tannen platzierte der Antwerpener Maler Tobias Verhaecht um 1600 die „Versuchung Christi“, wobei der Teufel als alter weiser Mann auftritt (Taxe 45.000 bis 55.000 SFR).

Ikonen

Eine weitere Facette der Versteigerung sind Ikonen des 18. und 19. Jahrhunderts, darunter eine um 1800 datierte Version der „Gottesmutter Hodegetria von Schuja und Smolensk“ aus Zentralrussland (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR) oder eine prächtige Reise- oder Faltikonostase der Wolga-Region aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Eine Besonderheit bilden die mehrfach getreppten „Kokoschniki“. Präsentiert werden unter anderem Heilige, die vier Evangelisten, Mariä Verkündigung, das Letzte Abendmahl, die Apostelkommunion, Kreuzigung und Auferstehung (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR). Auf die Ionischen Inseln weist eine Ikone mit dem heiligen Georg als Drachentöter um 1700, umgeben von kleinen Szenen seiner Wundertaten und Passion (Taxe 18.000 bis 25.000 SFR).

Profane Figurenbilder

Die Wirren des Kampfes und das Über- sowie Aufeinanderstürmen eines Kavalleriegefechts thematisierte Philips Wouwerman gekonnt um 1644 (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Die Götter der Römer vertrieben sich gerne die Zeit mit sterblichen Geliebten, so auch Venus mir ihrem Adonis, ein Lieblingsthema bei Jan van Neck. Die hier angebotene Version entstand wohl um 1683. In der idyllischen Waldlandschaft greift der schöne Jüngling sanft nach der Hand der Göttin, und beide neigen sich in dieser zarten Geste einander elegant zu. Amor bekrönt beide mit Blumenkränzen (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR). Mit Jacob van Loos „Erziehung des Bacchus“ bleibt es im Mythologischen. Eben tritt Merkur auf und instruiert die Nymphen mit erhobenem Zeigefinger über die rechte Erziehung des Göttersohnes, dem sie auch prompt Wein einschenken (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR).

Zu den einfachen Menschen holt David Teniers d.J. den Betrachter und lässt ihn 1665 an einem vergnüglichen Dorffest mit Bauern und Dudelsackspieler teilhaben (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR). Dirck van Baburen wartet mit einem etwas derangierten „Violinspieler mit Weinglas“ von 1623 auf, eine Neuentdeckung im Werk des Utrechter Caravaggisten. Vor neutralem Grund und mit nackter Schulter hält der Musiker Instrument und Bogen locker in der Hand und prostet dem Betrachter freundlich zu. Die halb geschlossenen Lieder und das herabgleitende weiß-blaue Gewand verweisen auf die holländische Interpretation des Motivs als Repräsentation des Vergnügens, Trinkgelages und der Prostitution (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR).

Stillleben

Das dritte Werk der sechsstelligen Preisklasse stammt von Osias Beert d.Ä. aus dem frühen 17. Jahrhundert. Der Antwerpener Künstler nutzt in seinen Stillleben meist eine dichte Komposition, die er im vorliegenden Exemplar zugunsten einer luftigen Anordnung geändert hat. Die bunten Blumen in der kostbaren und seltenen Glasvase und in dem überbordenden Korb begleiten eine Libelle und ein Schmetterling (Taxe 280.000 bis 350.000 SFR). Das Goldene Zeitalter der Niederlande läutet ein schlichtes Stillleben von Willem Claesz Heda aus den 1630er Jahren ein. Der Meister des „Monochromen Banketje“ präsentiert in kunstvoller Art das diaphane Römerglas mit weißen Reflexen samt goldfarbenem Getränk. Die warme braune Farbskala erhält mit der leuchtend gelben Zitrone samt weißem und bernsteinfarbenem Fruchtfleisch einen Akzent (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Mit wenig Gegenständen kommt auch Jan Jansz van de Velde aus. 1657 hielt er auf einer weinroten Samtdecke ein edles Weinglas mit Nüssen, einer angeschnittenen Zitrone, Orange und einem Messer fest. Dieses für sein Spätwerk charakteristische Stück besitzt ebenso die für Haarlemer Künstler typische monochrome Farbigkeit (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR).

Auch Claes van Heussen wirkte in Haarlem. Doch sein Arrangement aus verlockend schimmernden Trauben, Birnen, Äpfeln Pfirsichen und Granatapfel von 1630 leuchtet hell auf (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR). In kräftigeren Farben ist gleichfalls Sybrand van Beests Mahlzeitenstillleben mit Hering, Brot, Käse, Schinken und Trinkglas angelegt, das durch die zerbrochenen Krüge eine Vanitas-Note erhält (Taxe 8.000 bis 10.000 SFR). Ein farblich bezauberndes Bouquet malte der gebürtige Hamburger Ernst Stuven um 1680. Sein „Blumenarrangement auf einer Steinplatte“ vor dunklem Grund lässt das Sonnengelb, zarte Rosa und Weiß der Pflanzen aufleuchten (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR). Stillleben gibt es zudem von dem Schotten William Gowe Ferguson mit erlegten Vögeln auf einer Steinplatte (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR).

Gemälde des 18. Jahrhunderts

Ein hübscher Jüngling lagert in einer üppigen Landschaft. Seine Nacktheit bedecken lediglich ein roter Mantel und ein durchschimmerndes Fellstück. Mit der Rechten weist er auf eine lateinische Spruchrolle, die ihn als Johannes den Täufer identifiziert. Um 1755 fertigte Anton Raphael Mengs eine Werkgruppe unterschiedlicher Formate und Medien zu diesem Sujet. Das Gemälde in der Koller-Auktion mag wohl ein Auftrag von Kurfürst Friedrich August II. gewesen sein (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). In zeitlicher Nähe bewegt sich ein Entwurf Giovanni Battista Tiepolos für das Fresko „Tempo che svela la Verità“ im Palazzo Barbarigo in Venedig. Der runde Ausschnitt von etwa 1740/50 öffnet den Blick in den Himmel, in dem Chronos die Wahrheit in den Armen hält. Als Trompe-l’œil-Effekt ragt die Sense der Zeit über den Rahmen und aus dem Bild heraus (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR).

Für Sammler von Trompe-l’œil-Gemälden offeriert Justus Juncker das Bildnis eines jungen Mädchens von 1755. Mit Blumen im Haar und roten vollen Wangen ist sein Abbild mit Nägeln auf hellem Holz befestigt, das sich als kleine Holztür eines Schränkchens mit aufgesteckten Drucksachen offenbart (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR). Ausdrucksvoll hat Anton Graff das Bildnis eines vornehmen Mannes mittleren Alters modelliert. Es zeigt eine gewisse Ähnlichkeit zu einem Selbstbildnis des Malers, das Graff 1765 nach Dresden schickte, um sich damit für die Position des Hofportraitisten zu bewerben (Taxe 7.000 bis 10.000 SFR).

Gemälde des 19. Jahrhunderts

Ähnlich humorig wie Spitzweg tritt Robert Eberle auf. Für ein Picknick hat sich ein Ehepaar auf eine Wiese zurückgezogen. Seine Freude findet aber rasch ein Ende. Denn ein schwarzer Stier hat sich angriffslustig dem Paar genähert, den der Herr mit seinem roten geöffneten Schirm vergeblich abzuwehren versucht (Taxe 4.500 bis 5.000 SFR). Die Harmonie unter Tieren gestaltete Alfred de Dreux 1842/48 in „Les compagnons d’écurie“. Das Pferd war das Lieblingsthema des Franzosen, der hier einen Schimmel im Stall in inniger Freundschaft mit einem weißen Windhund präsentiert (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR). Einen dramatischen rosafarbenen Himmel mit imposanten Wolkentürmen am Meer fing Ivan Fedorovic Choultsé in seiner Küstenszene „Andante Adriatique“ im Abendrot ein (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR).

Die Ideen der Schule von Barbizon mit getupften Bäumen und einer dichten Farbatmosphäre sind bei Paul Désiré Trouilleberts „Le soir au bord de la Vienne“ (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR) und seinem „Pêcheur au bord de la Rivière“ anzutreffen (Taxe 18.000 bis 25.000 SFR). Etwas untypischer ist seine Dorfansicht „Fontaine à Saint-Gingolph“ mit zwei Wasserträgern vor dem Genfersee (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR). Mächtige Felsschluchten mit dichtem grünem Bewuchs bewundert bei Carl Spitzweg um 1865/70 ein kleiner Wanderer, der als „Adlerjäger“ gegenüber dem hoch aufragenden Gebirge geradezu verlassen wirkt. Kunstvoll charakterisiert das warme Licht samt den Schatten eine Art Zick-Zack-Muster, das die Tiefe der Felsen und Schluchten betont (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR).

Zeichnungen und Grafik

Eine beachtliche und neiderregende Lockenpracht umspielt den Kopf eines Pferdes. Die schwarz-weiße Kreidezeichnung des schnaubenden und erregten Schimmels aus dem Umkreis Francesco Salviatis ist am unteren Rand bezeichnet und nummeriert (Taxe 2.000 bis 3.000 SFR). Gut den dreifachen Preis hofft, Ubaldo Gandolfis Federzeichnung „Gottvater und der Heilige Geist segnen die Heilige Familie“ zu erreichen. In einem eleganten Bogen führt diese Arbeit des 18. Jahrhunderts die Figuren von Josef über die thronende Madonna zu den Wolken und Engeln empor (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR). Der Haarlemer Maler Cornelis Bega ist für die Kreidestudie einer schlafenden jungen Bauersfrau verantwortlich (Taxe 3.000 bis 4.000 SFR). Für den Klassizismus stehen Anton Graffs aquarelliertes Brustbildnis eines Mannes mittleren Alters im Profil nach links, Ernst Rietschels Bildnis eines zarten Jungen beim Zeichnen (Taxe je 1.500 bis 2.000 SFR) oder Herni L’Evêques fein aufgenommener Blick auf Subiaco mit Hirte samt Schafen vor einer Brücke (Taxe 400 bis 600 SFR).

Bonaventura Genelli hat sich bei seinem liegenden männlichen Akt deutlich an Stefano Madernos Liegefigur der heiligen Cäcilia in der nach ihr benannten Kirche in Trastevere orientiert. Die Bleistiftstudie diente ihm als Illustrationsvorlage für Dantes „Göttliche Komödie“ (Taxe 1.200 bis 1.500 SFR). Mit dieser Schätzung sind ebenfalls Tommaso Minardis klassizistische Federzeichnungen einer antik inspirierten Palastarchitektur und einer Rom-Vedute vom Esquilin sowie Friedrich Oliviers unprätentiöses Landhaus bei Florenz ausgezeichnet. Mit jeweils 1.500 bis 2.000 Franken rangieren Peter Birmanns akkurate Zeichnungen des Reichenbachs im Kanton Bern und seine Felslandschaft am Walensee mit Wasserfall von 1805 etwas höher. Johann Ludwig Bleulers biedermeierliche, mit Gouache übergangene Umrissradierung „Vue du Convent de Rheinau“ von 1836 verlangt 2.000 bis 3.000 Franken. Symbolistisch wird es dann bei Carlos Schwabe, der für Félicité de Lamennais’ „Paroles d’un croyant“ die Initialen „L“, „S“ und „A“ figürlich gestaltete (Taxe je 1.200 bis 1.800 SFR).

Bücher und Autographen

Bei den Büchern und Autographen, die schon am 18. September bei Koller auf dem Programm stehen, ist aufgrund ihres Umfangs Robert Walsers Manuskript zur Novelle „Ophelia“ eine kleine Seltenheit. Diese wurde erstmals 1924 in der Zürcher Zeitschrift „Wissen und Leben“ veröffentlicht. Der Schriftsteller konnte sich leider nie durch seine Schreibkunst finanzieren; auch hier wurden Walser die vereinbarten 300 Franken verweigert (Taxe 35.000 bis 45.000 SFR). Ein weiterer Leckerbissen bildet der erste Teil der „Biblia germanica“ von der Genesis bis zum Psalter mit 51 figurativen Dekorationen der Holzschnittinitialen. Die Inkunabel erschien 1477 bei Günther Zainer in Augsburg. Sie enthält zudem viele der sogenannten „Maiglöckchen-Initialen“ aus der Zainerschen Offizin. Obwohl zwei Blätter fehlen, weist die finale Seite die Jahreszahl 1477 samt kolorierter Druckermarke auf (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR).

Die systematische Beobachtung der Raupe samt ihren Futterblumen und Entwicklungsstadien vom Ei bis zum Schmetterling oder Falter thematisiert die erste holländische Ausgabe von Maria Sibylla Merians dreiteiligem „Rupsen Begin“ von 1713-1717 in 150 Farbtafeln (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR). Die Fauna exotischer Vögel, die sich dann von den Raupen ernähren, steuert in zwei farbprächtigen Bänden François Levaillant in seiner „Histoire naturelle des oiseaux de paradis et des rolliers“ von 1801-1806 bei (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR). Eines der wichtigsten Werke der Aufklärung ist Denis Diderots und Jean le Rond d’Alemberts „Encyclopédie“ mit insgesamt 35 Bänden von 1751-1772. Das vollständige Exemplar besitzt noch die zeitgenössischen Einbände (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Die ganze Welt in Händen halten kann der zukünftige Besitzer von Gerhard Mercators „Atlas Minor“ aus dem Jahr 1648 (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR).

Die Auktion der Bücher und Autographen findet am 18. September ab 14 Uhr statt. Am 22. September stehen ab 11 Uhr die Druckgrafik, Zeichnungen und Gemälde auf dem Programm. Die Vorbesichtigung läuft vom 13. bis zum 17. September täglich von 10 bis 19 Uhr. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.kollerauktionen.ch.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



12.09.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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