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Die Dystopien von Time’s Up in Linz

Als Featured Artist des Ars Electronica Festivals widmet das Lentos Kunstmuseum der Gruppe Time’s Up derzeit eine Schau. Das 1996 gegründete österreichische Kollektiv will die Grenzen zwischen Kunst, Technologie, Wissenschaft und Unterhaltung ausweiten und miteinander vernetzen. Time’s Up, das die Ausstellung kuratierte und konzipierte, erklärt: „Als Labor zur Schaffung experimenteller Situationen modelliert Time’s Up dem Alltag entlehnte Wirklichkeiten im Verbund mit möglichen Zukunftsszenarien zu haptisch erlebbaren Erzählungen. Erzählungen, die in Form transmedialer Installationen das Publikum zum aktiven Erforschen einladen.“ Während die Gruppe ihr Hauptquartier im Linzer Hafen hat, ist im Kunstmuseum ein „physical narrative“ zu sehen. Thema der begehbaren Erzählung ist das Leben im Jahr 2047 an den Docklands der fiktiven kleinen Küstenstadt Turnton.

Ein „physical narrative“ ähnelt einem Filmset, jedoch fehlen die Schauspieler. Vielmehr finden die Besucher dort Räume vor, die Spuren von fiktiven Charakteren sowie Requisiten, Objekte und Medien, etwa Zeitungen, Tagebücher oder zufällig laufende Radiosendungen, beinhalten. All dies darf und soll berührt und untersucht werden, damit ein Gesamtbild entstehen und Geschichte erzählt werden kann. 2047 blickt das Hafenviertel der vermeintlichen Küstenstadt Turnton einer Katastrophe entgegen. Die Künstler entwerfen gemeinsam mit den Besuchern gesellschaftspolitische utopische Veränderungen für die Docklands, die sich auch global übertragen lassen. Die durch Verschmutzung aus der Balance gebrachte Natur prägt den Alltag. Schadstoffbelastungen und Altlasten vergiften Böden und Gewässer. Ganze Ökosysteme funktionieren nicht mehr, weite Teile der Ozeane sind Todeszonen. Da Politiker bis zur Mitte der 2020er Jahre die Erderwärmung zögerlich bekämpften, sind Wetterextreme alltäglich geworden. Die Folge der Dürren, Überflutungen und des Anstiegs des Meeresspiegels ist, dass viele Landstriche und Küstengebiete unbewohnbar sind.

Diese äußeren Umstände haben auch Spuren im täglichen Leben in Turnton hinterlassen. So warnt ein roter Maschendrahtzaun davor, in das Wasser zu gehen, das eine zu hohe Konzentration toxischer Rotalgen aufweist. Ein Wohnraum gleicht einem Chemielabor; diverse Kolben mit Pflanzen oder dunklen Flüssigkeiten dienen zu bestimmten Experimenten. In einer Collage des „Historic Museum Turnton“ ist eine Geschichte Europas von 2002 bis 2026 zu sehen, darunter das Attentat auf die Zeitschrift „Charlie Hebdo“ von 2015 und die globale Finanzkrise nach der Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008.

Die Ausstellung „Turnton Docklands. Time’s Up. Ars Electronica Festival 2017. Featured Artist“ läuft bis zum 22. Oktober. Das Lentos Kunstmuseum hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro bzw. 4,50 Euro.

Lentos Kunstmuseum Linz
Ernst-Koref-Promenade 1
A-4021 Linz

Telefon: +43 (0)732 – 7070 3600
Telefax: +43 (0)732 – 7070 3604

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


07.09.2017, Turnton Docklands – Time’s Up

Bei:


Lentos Kunstmuseum Linz

Bericht:


Ars Electronica gibt Preisträger bekannt

Künstler:

Time’s Up








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