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Pierre Bergé ist tot

Pierre Bergé ist gestorben

Der Kunstsammler und Geschäftsmann Pierre Bergé ist mit 86 Jahren verstorben. Der Franzose und ehemalige Lebensgefährte von Yves Saint Laurent verschied heute früh an den Folgen einer schweren Muskelerkrankung in seinem Haus in der Provence. Noch bis zum letzten Frühling nahm er öffentliche und private Termine in einem Rollstuhl wahr. Sein jüngstes Projekt war die für Oktober geplante Eröffnung zweier Museen in Paris und Marrakesch. Diese sollen etwa 5.000 Kreationen und viele Skizzen des Modeschöpfers Yves Saint Laurent präsentieren.

Pierre Bergé wurde 1930 auf der Île d’Oléron vor der Westküste Frankreichs geboren. Er wuchs in La Rochelle auf, langweilte sich im Lycée und ging nach Paris. Dort träumte er davon, Journalist und Schriftsteller zu werden. Mit 19 gründete er seine erste Zeitschrift „Patrie Mondiale“, 1988 dann das intellektuelle Magazin „Globe“, es folgte „Têtu“, die sich für Schwule und Lesben engagierte, seit 2010 er war Mitbesitzer der „Le Monde“-Gruppe. Sein Interesse an der Literatur führte ihn zu Freundschaften mit Jean Cocteau, Pierre Mac Orlan, Jean Giono oder Jean Anouilh. Zudem gehörte Bergé zu den frühen Förderern des Malers Bernard Buffet, dem er zugleich von 1950 bis 1958 Lebensgefährte war.

1958 war dann sein Schicksalsjahr. Bei einem Dinner traf Bergé auf Yves Saint Laurent, der damals noch für Christian Dior arbeitete und nach dem Tod des großen Couturier im Jahr zuvor seine erste eigene Modekollektion herausbrachte. Bergé war sofort von dem Genie Saint Laurents begeistert gefangen, sie wurden ein Paar. 1961 starteten sie das gemeinsame Modehaus und ergänzten sich aufs Beste: Hier der große, aber fragile Künstler, dort der Geschäftsmann, der Yves Saint Laurent bis zu dessen Tod im Juni 2008 in den Nervenzusammenbrüchen, Drogenabhängigkeiten und Ängsten stütze und dabei immer im Hintergrund blieb.

Nach dem Ende Saint Laurents ließ Pierre Bergé die gemeinsame umfangreiche, erlesene und gekonnt eklektische Kunstsammlung versteigern, in der ihr Sinn für das Schöne und Ausgefallene steckte. Die Versteigerung fand im Februar 2009 unter Mitwirkung von Christie’s und seinem eigenen Auktionshaus im Grand Palais in Paris statt und geriet zur Superlative. Zur Vorbesichtigung pilgerten rund 30.000 Menschen, es war die teuerste Privatkollektion, die jemals auf Auktionen gehandelt wurde, und sie fuhr den höchsten Auktionsumsatz in Europa ein. Unter den Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen, Design- und Kunstkammerobjekten, die Bergé und Saint Laurent in rund 50 Jahren zusammengetragen hatten, fanden sich etwa Werke von Henri de Toulouse-Lautrec, Eileen Gray, Thomas Gainsborough, Jean-Auguste-Dominique Ingres, Jean Dunand, Paul Cézanne, Oskar Schlemmer, Georges Braque, Henri Matisse und Jakob Mannlich.

Die Schätzung für die über 700 Objekte lag bei rund 300 Millionen Euro, der Umsatz dann bei knapp 374 Millionen Euro. Auktionsrekorde gab es etwa für James Ensor, Giorgio de Chirico und Paul Klee. Bergé trennte sich von der Sammlung aus Trauer um Weggefährten Saint Laurent. „Mein Leben ist leer seit dem Tod von Yves“, sagte er damals gegenüber der FAZ. Das Geld verwendete Pierre Bergé für die AIDS-Forschung und die Errichtung der Museen, die dem Andenken seines Freundes gewidmet sind.

Die Zeitschrift „Le Figaro“ spricht in ihrem Nachruf von Pierre Bergé als einem engagierten Bürger, Sozialisten, dem Patron der Pariser Opéra Bastille und einem Menschen, der sich nicht nur für die Homosexuellen einsetzte, sondern auch die AIDS-Forschung unterstützte. Und die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo twitterte: „Ich verliere einen Freund. Frankreich verliert einen außergewöhnlichen Mann“. Noch im März dieses Jahres heiratete Bergé den amerikanischen Landschaftsarchitekten Madison Cox, der sich als Vizepräsident der „La Fondation Pierre Bergé – Yves Saint Laurent“ nun um das Andenken an die beiden großen Männer kümmern wird.


Infos: www.fondation-pb-ysl.net

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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