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Wolfgang-Hahn-Preis an Haegue Yang

Haegue Yang erhält den Wolfgang-Hahn-Preis 2018

Die Gesellschaft für Moderne Kunst am Kölner Museum Ludwig zeichnet Haegue Yang mit dem Wolfgang-Hahn-Preis 2018 aus. Die 1971 in Seoul geborene Künstlerin ist die erste Asiatin, die mit dem Preis geehrt wird. Mayen Beckmann, die Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft, sagte zur Entscheidung: „Es waren dieses Jahr drei Künstlerinnen in der Endrunde, die wir lange und ausführlich debattiert haben. Bei Haegue Yang hat das Transformative, zwischen Materialität und Entleerung Schwankende, den Ausschlag gegeben: Dieses schwer zu greifende Phänomen des Transformativen setzt sie inhaltlich wie ästhetisch überzeugend um. Es geht uns bei der Verleihung des Wolfgang-Hahn-Preises ja sehr wesentlich darum, Kunst auszuzeichnen, die über das Gegenwärtige hinausweist.“

Gastjurorin Christina Végh, Direktorin der Kestner Gesellschaft in Hannover, ergänzte: „Haegue Yang steht exemplarisch für eine künstlerische Praxis, die den Begriff von Skulptur und Installation nicht einfach nur weiterentwickelt. Vielmehr setzt Yang die in der globalisierten Welt sich oft widersprechenden und aufeinanderprallenden Weltsichten in Bezug zueinander, ohne die eine oder andere Ansicht gegeneinander auszuspielen. Sie nutzt oft dem Alltag entliehene, industriell hergestellte Objekte, enthebt sie ihrer jeweiligen Funktion und fügt sie zu raumgreifenden neuen Konfigurationen zusammen. Diese präzisen Setzungen mutieren zu abstrakten neuen Gebilden, in denen kulturelle Codes von Ost und West neben- und miteinander in Dialog gesetzt werden und eine eigentümliche Archaik zum Vorschein kommt.“

Haegue Yang schloss 1994 den Bachelor of Fine Arts an der Seoul National University ab und kam im selben Jahr nach Deutschland, um ihr Studium an der Städelschule in Frankfurt am Main in der Klasse von Georg Herold fortzusetzen, das sie 1999 als Meisterschülerin beendete. Ab dem Wintersemester 2017/18 ist Haegue Yang selbst als Professorin an der Städelschule tätig. Sie war mit ihrem Schaffen international in zahlreichen Kunstinstitutionen zugegen, etwa im Kunsthaus Bregenz, im Centre Pompidou in Paris, in der Hamburger Kunsthalle oder im New Museum in New York. Spätestens mit ihrer Beteiligung an der 53. Biennale in Venedig im Jahr 2009 wurde Haegue Yang international bekannt. Sie vertrat Südkorea mit ihrer Installation „Condensation“. Zur Documenta nach Kassel wurde sie im Jahr 2012 eingeladen. 2007 wurde ihr der Bâloise Kunst-Preis und 2001 der Maria Sibylla Merian-Preis des Landes Hessen verliehen.

Der seit 1994 vergebene Preis erinnert an Wolfgang Hahn, den 1987 verstorbenen Chefrestaurator des Wallraf-Richartz-Museums und Museums Ludwig, der selbst ein passionierter Sammler und Gründungsmitglied der Gesellschaft für Moderne Kunst war. Die Auszeichnung wird für ein konsequent und substantiell weiterentwickeltes, in internationalen Expertenkreisen anerkanntes Œuvre verliehen. Mit ihr verbindet sich der Ankauf eines Werks oder einer Werkgruppe von Haegue Yang für die Sammlung des Museums Ludwig. Die Finanzierung in Höhe von maximal 100.000 Euro erfolgt aus den jährlichen Spendengeldern der Mitglieder der Gesellschaft. Zudem wird eine Ausstellung realisiert und eine Publikation erscheinen. Bisherige Preisträger waren unter anderem James Lee Byars, Cindy Sherman, Lawrence Weiner, Pipilotti Rist, Raymond Pettibon, Rosemarie Trockel, Richard Artschwager, Niele Toroni, Kerry James Marshall, das Künstlerduo Peter Fischli und David Weiss, John Miller, Henrik Olesen, Andrea Fraser und im vergangen Jahr an Trisha Donnelly. Die Preisverleihung an Haegue Yang findet im Rahmen der Art Cologne 2018 statt.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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