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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Das Züricher Auktionshaus Koller zieht positive Bilanz und beendete seine Asiatika-Versteigerung „mit einer Reihe herausragender Resultate“. Ein genauerer Blick lohnt

Hohe Preise für lamaistische und chinesische Kunst



Bronzeglocke „Bozhong“, China, Qianlong-Periode, 1761

Bronzeglocke „Bozhong“, China, Qianlong-Periode, 1761

Mit Objekten aus China, Japan, Indien und Südostasien sowie lamaistischer und persisch-islamischer Kunst bot Koller eine Vielfalt asiatischer Kunstgegenstände. Die Zufriedenheit des Züricher Auktionshauses lässt sich anhand einer Zuschlagsquote von circa 59 Prozent durchaus verstehen. Noch mehr, schaut man sich diese Zahl etwas differenzierter an. Zwar fanden die japanische, südostasiatische und persisch-islamische Kunst mit hohen Verkaufsraten guten Absatz, jedoch lag mehr als die Hälfte der versteigerten Positionen aus Japan beträchtlich unter den im Vorfeld angegebenen Schätzwerten. Unbedeutender waren zudem Indien und Gandhara. Nicht einmal ein Drittel der knapp 50 Losnummern ging weg. Ganz anders bei den Werten aus Himalaya und China: Die lamaistische Kunst kam auf eine Zuschlagsquote über 68 Prozent, ein sensationelles Resultat. Doch auch der Beitrag Chinas mit über 61 Prozent ist ansehnlich, legt man die hohe Zahl an 195 Katalogeinträgen aus diesem Land zugrunde.


Figuren des Himalayas rufen zum Höhenflug auf

Betrachtet man die erfolgreichen Verkäufe lamaistischer Kunst, fällt auf, dass hierbei überwiegend Statuen religiöser Gottheiten und spiritueller Wesen einen Abnehmer fanden. Diese detailreichen Werke bestechen durch ihre Individualität. Seien es Skulpturen aus Bronze oder Kupferlegierungen, feuer- oder teilvergoldet als auch vereinzelt mit Silbereinlagen versehen. Das hohe Interesse spiegelt sich deutlich in den Preisen wider. Die Hälfte der versteigerten Kunstwerke lag über dem oberen Schätzwert. So verabschiedete sich die „Grüne Tara“ auf ihrem Lotosthron im Pala-Stil des 13. Jahrhunderts erst bei 65.000 Franken (Taxe 9.000 bis 12.000 SFR), ein sitzender Buddha des 16. Jahrhunderts mit versunkenem Gesichtsausdruck bei 150.000 Franken (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR).

China demonstriert seine künstlerische Vielfalt

Die wachsende Bedeutung chinesischer Artefakte auf dem internationalen Kunstmarkt zeigt sich schon seit längerem. Davon profitierte Mitte Juni auch Koller. Erwähnenswert ist die Vielzahl an Jadewerken – von Gefäßen, Figuren und Schnitzereien bis hin zu mit Reliefdekor versehenen Scheiben und Platten. Hier spielte eine Jadeplatte mit einer spirituellen Darstellung einen ansehnlichen Kaufpreis ein. In das Relief sind acht Luohans ausdrucksstark geschnitzt. Die Praktizierenden haben sich dank der buddhistischen Lehre von Gier und Hass vollständig losgesagt und sind zum Erwachen gelangt. Ihnen sind acht gut lesbare Inschriften mit traditionellen chinesischen Schriftzeichen zugewiesen. Die seladonfarbene Jadeplatte aus der Qing-Dynastie stieg von 15.000 Franken auf 430.000 Franken. Dazu gesellten sich noch ein Räuchergefäß der Republik-Zeit mit einem feinen Reliefdekor aus archaisierenden Monstermasken auf Leiwen-Grund für 44.000 Franken (Taxe 6.000 bis 9.000 SFR) und eine Jadescheibe mit spielenden Kindern in einer Landschaft wiederum aus der Qing-Dynastie für 60.000 Franken (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR).

Die Bieter begeisterte ebenso eine beachtliche Anzahl an Tuschearbeiten auf Seide oder Papier, die überwiegend chinesische Landschaften, vereinzelt mit Aufschriften, oder auch vergangene Situationen des Lebens und Alltags in traditionellem Gewand teils in Farbe wiedergaben. Eine Gebirgslandschaft im Song-Stil wohl aus dem 16. Jahrhundert verbesserte sich von 8.000 Franken auf 30.000 Franken, eine wilde Berggegend des 17. Jahrhunderts, in der sich ein hoher Beamter Rat bei einem Eremiten holt, kletterte von 4.000 Franken auf 20.000 Franken. Daneben langten die Sammler bei der Vielzahl an Flaschengefäßen aus Glas, Jade, Bergkristall oder Bernstein, häufig mit eingeritztem Dekor, in verschiedenen Farben, Größen und Formen zu. Überraschend waren auch die 120.000 Franken für einen etwas beschädigten Cloisonné-Teller der Ming-Dynastie aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts mit türkisfarbenem Fond, auf dem bunte Lotosblüten sprießen (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR).

Ein Musikinstrument als Top-Lot

Die größte Aufmerksamkeit zog die 85 Zentimeter hohe Bronzeglocke „Bozhong“ aus dem Jahr 1761 auf sich. Dieses mit kaiserlicher Inschrift versehene alt-chinesische Musikinstrument stammt aus der Zeit der Qing-Dynastie. Die Herrschaft des Mandschu-Kaisers Qianlong gilt als Hochzeit dieses Herrschergeschlechts. Der Kaiser selbst war künstlerisch vielfältig tätig und beauftragte den Bau dieser Glocke. So ist es wenig überraschend, dass die „Bozhong“ aufgrund ihrer Historie und Überlieferung mit 1,035 Millionen Franken das Highlight der Auktion stellte (Taxe 200.000 bis 300.000 SFR). Die Glocke ist eines von drei Objekten, das laut Koller nach über 100 Jahren in deutschem Privatbesitz nun vermutlich wieder den Weg zurück nach Asien findet.

Kaiserliche Provenienz zieht

Die Drachenschildkröte Bixi, ein Fabeltier der chinesischen Kultur, steht in kraftausstrahlender Haltung auf zwei Räuchergefäßen und symbolisiert die Stärke, mit der man es vermag, die Belastungen des Lebens zu bewältigen. Bixi ist der Überlieferung nach einer von neun Söhnen des Drachen. Der Drache selbst wird als das höchste Wesen in China angesehen und steht für Glück und Erfolg. Die alten chinesischen Kaiser waren davon überzeugt, selbst direkte Nachkommen des Drachen zu sein, womit sich die Bedeutung jener Fabeltiere erklärt. Vergleichbare Bronzegefäße befinden sich heute etwa in vereinzelten Palästen und Hallen der Verbotenen Stadt in Peking. Bei dem Paar Bronzegefäße aus dem 18. oder 19. Jahrhundert hatte Koller ebenfalls auf die kaiserliche Provenienz verwiesen, was sich letztlich in 405.000 Franken niederschlug (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR).

Der dritte Favorit, der über den chinesischen General Yin Chang, seit 1901 Botschafter in Berlin, in deutschen Privatbesitz gelangte, war eine Palastwand des 19. Jahrhunderts aus schwerem Caohuali-Holz. Doppelseitig geschnitzt, nimmt diese mit zwölf Quadratmeter recht opulente Trennwand zunächst viel Raum ein. Allerdings vermag sie es, selbigen dank ihres Dekors mit Leben zu füllen: Zwei Bäume mit detailreichem Blattwerk symbolisieren das blühende Leben; ein Paar Hirsche unterstreicht die Langlebigkeit und fügt dieser den Reichtum hinzu; das Paar Kraniche greift das lange Leben ebenso auf und erweitert es um Weisheit. Doch der Höhepunkt ein Phönix als Sinnbild der Kaiserin. Ergänzt wird das Fabeltier mit dem Symbol des Mondes als Ausdruck der Weiblichkeit. Auch hier lassen sich Rückschlüsse auf den Kaiserpalast in Beijing ziehen. Mit 800.000 Franken erreichte die Palastwand zwar gerade den unteren Schätzrahmen, verleiht jedoch in Zukunft der Wohnausstattung des Käufers kaiserliches Flair.

Etwas weniger raumeinnehmend, aber dafür umso kontrastreicher, war ein kaiserlicher Zitan-Stellschirm aus dem frühen 19. Jahrhundert. Großflächige rechteckige Spiegel und ein Dekor aus weiß-grünen Shou-Symbolen wechseln sich farblich mit den dunklen Holzkassetten ab. Das Shou-Symbol steht erneut für langes Leben. Auf der Rückseite wird dies sinnbildlich fortgeführt. Auf wiederum dunklem Holzhintergrund dominieren nun lackmalerische Blumen und Blattgeflechte in warmen Farbtönen von Rot bis Gold. Der Wert des Stellschirms verfünffachte sich auf 200.000 Franken.

Klein aber fein: Erworbene Weisheit

Die auf dem Weg der Erleuchtung Fortschreitenden nutzten bei der Asiatika-Auktion die Chance, sich die Unterstützung von verschiedenen religiösen Gottheiten zu holen. Drei dieser Skulpturen aus Nepal, Tibet und Indien erzielten hierbei ansehnliche Preise. Für 450.000 Franken verhilft nun die Figur des Manjushri seinem Käufer, die irdische Unwissenheit zu überwinden. Manjushri gilt als eines der wichtigen Bodhisattva-Wesen, die für die Erlangung der Weisheit Buddhas stehen. Beim ihm geht es allerdings nicht nur die Erleuchtung für sich selbst, sondern auch um den Auftrag, andere auf ihrem Weg ins Nirwana zu unterstützen. Der rund 700 Jahre alten, feuervergoldeten Kupferlegierung des Manjushri aus Nepal gelingt dies symbolisch durch das Durchschneiden der Dunkelheit mit dem Schwert in der rechten Hand, umringt von einer zusätzlichen Flammenaureole, und der anschließenden Erlangung der Weisheit mithilfe des Buches als Zeichen der Inspiration und Erkenntnis in der linken Hand (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR).

Auch der stehende Bodhisattva führt unterrichtend auf dem Weg der Weisheit. Die tibetanische Skulptur aus dem 14. Jahrhundert ist mit zahlreichen Symbolen der Lotosblüte in Gestalt des doppelten Lotospodests sowie der hieraus hervorwachsenden Lotosstängel überzogen. Sie sind Sinnbilder der Reinheit und Erleuchtung. Der Bodhisattva tritt als Lehrmeister auf. Hierzu formen Daumen und Zeigefinger der rechten Hand das Rad der Lehre, die anderen Finger sind leicht gebogen. Buddha drückt mit dieser Geste seine angestrebte und erlangte höchste Erkenntnis aus. Hier kamen 640.000 Franken zusammen (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR).

Das wahrhaftige Erlangen der Erleuchtung spiegelt sich in einer Figur des Buddha Shakyamuni aus Indien wider. Mit der rechten Hand berührt der sitzende Buddha im Mönchsgewand die Erde, die linke ruht auf seinem Schoß. Der Überlieferung nach weist diese Geste auf den Sieg des Buddha Shakyamuni über seinen Widersacher Mara hin. Kurz vor der Erleuchtung versucht Mara, der das Leid verursacht und für das nicht-erleuchtete Dasein steht, Buddha vor dem Eintritt ins Nirwana abzuhalten. Doch Buddha durchschaut diese List. Diese Erkenntnis wird nun hoffentlich auch dem Käufer der Bronzeskulptur aus der Pala-Dynastie des 8. oder 9. Jahrhunderts weiterhelfen, der dafür 1 Million Franken bewilligte.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



06.09.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Andreas Hausknecht

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