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Brandenburgisches Glas in Potsdam

in der Ausstellung „Gläserne Welten – Potsdamer Glasmacher schneiden Geschichte“

Das Potsdam Museum wendet seinen Blick in der aktuellen Schau „Gläserne Welten“ auf zwei barocke Glashütten in und um Potsdam. Beide wurden von Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg ins Leben gerufen und belieferten den preußischen Hof. Wesentlich für den Erfolg der Glashütten war die Anstellung des Alchemisten Johann Kunckel (um 1630-1703). Die Ausstellung umfasst etwa 110 Exponate, darunter Objekte aus privater Hand, die die barocken Glasarbeiten der brandenburgischen Manufakturen präsentieren.

1674 gründete Kurfürst Friedrich Wilhelm in Drewitz, nahe Potsdam, eine Glashütte, die aus nächster Nähe den Regenten beliefern konnte. Ein zentraler Grund für den Aufbau der Drewitzer Glashütte war für ihn, das „Eyland zu einem Paradies“ zu gestalten. Damit konnte auch auf den Transport des fragilen Materials aus Berlin verzichtet werden. Da Glas im Barock noch ein Luxusgut war, wurden die Drewitzer Arbeiten allein für den Regenten geschaffen. Der Kurfürst holte erfahrene Glasmeister aus dem In- und Ausland nach Potsdam. 1678 warb er auch Johann Kunckel vom sächsischen Hof ab. 1679 übernahm Kunckel zudem die Leitung der zweiten Kristallglashütte am Hakendamm in Potsdam. Nun begann die Blütezeit der Potsdamer Glasproduktion, die trotz der kurzen Dauer – 1736 wurde die Hütte geschlossen und nach Zechlin verlegt – mit hoher Handwerkskunst und vielfältigen Bildthemen aufwartete.

Um 1680 gelang Johann Kunckel die bedeutende Neuerfindung des Goldrubinglases. Der Regent schenkte seinem Alchemisten daraufhin die Pfaueninsel mit einem Labor für seine Glasexperimente. Ein Rezept für diese rosafarbenen bis tiefroten Glasarbeiten hatte schon 1612 der Italiener Antonio Neri publiziert, allerdings war es Kunckel, der den Vorgang für die Produktion verfeinerte. In der Blütezeit der Hütten entstanden feine Kristallgläser, die mit Arbeiten aus Italien und Böhmen in Konkurrenz treten konnten. Sie zeichneten sich durch ihre Härte und durscheinende Klarheit aus. Laut Kuratorin Uta Kaiser gehören sie zu den „schönsten Beispielen barocker Glaskunst“.

Die Ausstellung „Gläserne Welten – Potsdamer Glasmacher schneiden Geschichte“ läuft bis zum 19. November. Das Potsdam Museum öffnet am Dienstag, Mittwoch und Freitag von 10 bis 17 Uhr, Donnerstag bis 19 Uhr sowie Samstag und Sonntag bis 18 Uhr. Der Eintritt beträgt 5 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er kostenlos. Begleitend zur Schau erscheint ein Katalog.

Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte
Am Alten Markt 9
D-14467 Potsdam

Telefon: +49 (0)331 – 289 6868
Telefax: +49 (0)331 – 289 6808

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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in der Ausstellung „Gläserne Welten –
 Potsdamer Glasmacher schneiden Geschichte“
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Johann Kunckel

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