Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 29.11.2018 Nachverkauf Auktion 69

© Galerie Auktionshaus Hassfurther

Anzeige

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto  Modersohn

Stilleben mit Äpfeln in weißer Schale mit blauem Glas, 1925 / Otto Modersohn
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2012 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Nach langer Schließung hat das Babelsberger Schloss wieder geöffnet. Eine Schau zur Gartenkunst bietet einen Zwischenschritt bis zur vollständigen Restaurierung

Fürst Pückler erobert den Babelsberg



Schloss Babelsberg mit der „Voltaire-Terrasse“

Schloss Babelsberg mit der „Voltaire-Terrasse“

Von überall ist es sichtbar. Umgekehrt bietet Schloss Babelsberg einen grandiosen Ausblick auf die Potsdamer Garten- und Schlösserlandschaft. Damit erfüllt der Bau eine wichtige Scharnierfunktion. Der vielgliedrige Baukörper faltet sich gewandt zum weitläufigen Landschaftspark auf, der zunächst ab 1833 von dem preußischen Beamten Peter Joseph Lenné, dann ab 1843 bis zirka 1854 nach Ideen von Fürst Hermann von Pückler-Muskau angelegt wurde. Seit 1990 gehört das Ensemble als Teil der „Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin“ zur Welterbeliste der UNESCO.


Nach der Überführung ins Staatseigentum im Jahr 1926 kam es bei dem Anwesen nicht zuletzt wegen der Umnutzung des Schlosses in DDR zur Volksrichterschule und Akademie zu massiven Eingriffen in die Architektur. Zudem wurde der Bau kaum gepflegt und verwahrloste. Der 14 Hektar große, als begehbares Landschaftsgemälde konzipierte Park litt besonders nach 1961 durch den massiven Ausbau der Grenzbefestigungen. Nach deren Beseitigung im Zuge der Wiedervereinigung war der Weg für eine Wiederherstellung frei. In den letzten Jahren konnte die wohl bedeutendste Schöpfung in der Potsdamer Parklandschaft mit einem Investitionsprogramm bis auf wenige Desiderate zurückgewonnen werden. Bis 2016 dauerte die Erneuerung der äußeren Hülle des Schlosses aus Fassaden, Dächern und Fenstern. Ein neues „Sonderinvestitionsprogramm“ sieht bis 2030 die etappenweise Restaurierung der Innenräume vor.

Entstanden ist Schloss Babelsberg zunächst nach Plänen Karl Friedrich Schinkels als kleines „Cottage“ im neugotischen Tudorstil. Diesem östlichen Trakt folgte ab 1844 die westliche Erweiterung der Sommerresidenz um Festsäle für den Prinzen Wilhelm und seine Gattin Augusta von Sachsen-Weimar nach Plänen von Ludwig Persius und Johann Heinrich Strack. In den Sälen und Salons der Beletage gastiert derzeit eine Ausstellung, die das gestalterische Schaffen Pücklers in engster Verknüpfung mit der direkt vor den Schlossfenstern anschließenden Umsetzung vor Augen führt. Weiter steht die Beziehung Pücklers zum preußischen Prinzenpaar Wilhelm und Augusta im Fokus. Mit Prinzessin Augusta verband Hermann von Pückler-Muskau eine lange Bekanntschaft; bereits 1826 trafen sie sich erstmals in Weimar am Hof von Großherzog Karl August. Als das Prinzenpaar 1842 Pückler um Verschönerungsvorschläge für den Babelsberger Park bat, erkannte er sogleich seine Chancen, die Nähe zum zukünftigen Herrscherpaar auszubauen sowie eine Rolle als führender Gartengestalter in Preußen zu untermauern.

Pücklers Großbaumverpflanzungswagen

Zahlreiche Fotos, Korrespondenzen, Pläne und Objekte zeigen, wie das extrem trockene Gebiet am Hang mittels eines von Dampfmaschinen betriebenen Bewässerungssystems in ein von Seen, Bachläufen und Wasserfällen durchzogenes Gelände umgewandelt wurde. Schon vor dem Schloss sowie im Arbeitszimmer Augustas wird ein Markenzeichen Pücklers thematisiert: Das Verpflanzen großer Bäume. Vor dem Eingang haben die Kuratoren das originalgroße Modell eines Großbaumverpflanzungswagens aufgestellt. Im Empfangssalon wird die enge Beziehung zwischen Gartenkunst und Landschaftsmalerei untersucht. Bei der Entwicklung des Parks als erlebbare Bildergalerie standen Pückler Maler wie Karl Friedrich Schinkel oder Johann Wilhelm Schirmer zur Seite, die gleichfalls in Babelsberg wirkten.

Im Teesalon verdeutlichen Zeichnungen den künstlerischen Dreiklang aus geschmückten Schlossterrassen, einem reich blühenden Pleasureground als schlossnahe Zone sowie dem Landschaftspark. Die Tafelkultur und die Rolle Pücklers als Namenspatron einer Eissorte stehen im Tanzsaal im Vordergrund. Dieser wohl grandioseste Raum des Schlosses entstand in Anspielung auf den hochgotischen Kathedralbau und enthält ein phantastisches Sterngewölbe, dessen Kappen im Stile mittelalterlicher Handschriften- und Stichornamentik ausgemalt ist. Der angrenzende, ursprünglich ebenfalls über zwei Etagen hohe Speisesaal harrt wie alle Säle noch der Restaurierung; das Mobiliar wird hier in eingehauster Form verwahrt.

Gotik im Garten

Schmuckstücke sind die rekonstruierten Schlossterrassen, die Hermann von Pückler-Muskau an die Stelle vorheriger Rasenböschungen setzte. Eingefriedet von gusseisernen Geländern mit neugotischen Fischblasenornamenten, gliedern teppichartige Pflastermosaike aus weißem Marmor mit Kalkstein-Ornamenten und grünlichen Streifen aus Serpentinit die Terrassenlandschaft. Auf der „Goldenen Terrasse“ steht eine als „Blumenfontäne“ ausgeführte Pflanzen-Etagere im Mittelpunkt. Die anschließende Porzellanterrasse enthält einen Brunnen mit gotischer Fiale, an dessen Spitze der Kölner Dombaumeister Gerhard steht, ein Geschenk der dortigen Dombauhütte. Die Fortsetzung der „Wohnräume im Freien“ geschieht hangseitig in der stufenförmigen, von Linden gesäumten „Voltaire-Terrasse“.

Im schlossnahen „Pleasureground“ ist jüngst der „Goldene Rosengarten“ wieder auferstanden. Von einem vergoldeten Bogengestell wird ein Brunnenbecken nebst 16 blattförmigen Rosenbeeten eingefasst. Das Vorbild dazu fand Pückler im englischen Ashridge. Zum See herab führt durch ein Laubenganggestell die Rosentreppe, die in Etappen den Blick auf die Havel freigibt. Hier entspringt nun wieder wie einst zu Augustas Zeiten ein 40 Meter hoher Geysir. Nicht versäumen sollte man eine Umrundung des rekonstruierten „Schwarzen Meeres“, eines buchtenreichen Teichs mit dunklem Wasserspiegel, oder die Querung der Wilhelmsbrücke, die sich mit ihrem romantischen gusseisernen Knorpelgeländer über ein künstliches Tal spannt.

Augusta weilt in Branitz

Hermann von Pückler-Muskau verstand es zur Zufriedenheit seiner Auftraggeber, ein erlesenes künstlerisches Glanzstück in Babelsberg zu realisieren. Zu den Höhepunkten seiner Gartengestaltungen gehört jedoch das Alterswerk in Branitz, wo er nach englischem Vorbild ein Geländerelief aus künstlich aufgeschütteten Hügeln, vergrabenen Seen und Kanälen, Wald- und Wiesenflächen mit wohl komponierten Gehölzen, harmonischen Kleinarchitekturen und effektvollen Beleuchtungen schuf. Auch hier führt ein genau ausgeklügeltes Wegesystem den Besucher zu Theaterkulissen ähnelnden Szenerien. Höhepunkt bildet die Wasserpyramide, die Begräbnisstätte des Fürsten und seiner Ehefrau Lucie.

Eingebettet in die Parklandschaft und wie gewohnt von rahmenden Terrassen umfriedet, präsentiert sich Pücklers Wohnschloss mit den erhaltenen Wohn- und Arbeitsräumen des Fürsten. Eine Sonderausstellung illustriert hier die Beziehung des Fürsten zur Prinzessin Augusta. Am 25. Juli 1864 weilte sie auf Einladung Pücklers zu einem Tagesbesuch in Branitz. Um ihr den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, wurden extra drei nun wieder rekonstruierte Salons im Schloss für Augusta eingerichtet, darunter das überreich mit Blumenmustern ausgestattete Schlafgemach. Schriftwechsel, Grafiken und Fotografien dokumentieren Hintergründe, Verlauf und Nachklang des königlichen Besuchs. Augusta fand, dass man Branitz kennen müsse, „um eigentlich das Landschaftsgärtnerei-System des Fürsten recht zu verstehen und seine glückliche Hand im Pflanzen und Verpflanzen recht zu schätzen“. Diesem Rat gilt es zu folgen.

Die Ausstellung „Augusta von Preußen. Die Königin zu Gast in Branitz“ ist bis zum 31. Oktober zu sehen. Das Schloss Branitz hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6,50 Euro, ermäßigt 4,50 Euro.

Stiftung Fürst-Pückler-Museum - Park und Schloss Branitz
Robinienweg 5
D-03042 Cottbus

Telefon: +49 (0)355 – 75 150
Telefax: +49 (0)355 – 75 152 30

Die Ausstellung „Pückler. Babelsberg – Der grüne Fürst und die Kaiserin“ läuft bis zum 15. Oktober. Das Schloss Babelsberg hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, zusätzlich am 2. Oktober. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro.

Kontakt:

Schloss Babelsberg

Park Babelsberg 11

DE-14482 Potsdam

Telefon:+49 (0331) 96 94 250



23.08.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 25

Seiten: 1  •  2  •  3

Events (1)Adressen (2)Berichte (1)Variabilder (20)Künstler (1)

Veranstaltung vom:


29.04.2017, Pückler. Babelsberg - Der grüne Fürst und die Kaiserin

Bei:


Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Bei:


Stiftung Fürst-Pückler-Museum

Bericht:


Natürliche Gemäldegalerien im Parkzauber

Variabilder:

Der unrestaurierte Speisesaal von Schloss Babelsberg
Der unrestaurierte Speisesaal von Schloss Babelsberg

Variabilder:

Das Schlafkabinett von Augusta von Preußen in Schloss
 Branitz
Das Schlafkabinett von Augusta von Preußen in Schloss Branitz

Variabilder:

Schloss Branitz – Wohnsitz von Hermann von Pückler-Muskau
Schloss Branitz – Wohnsitz von Hermann von Pückler-Muskau

Variabilder:

Die Wasserpyramide im Park von Schloss Branitz
Die Wasserpyramide im Park von Schloss Branitz

Variabilder:

Schloss
 Babelsberg
Schloss Babelsberg







Der unrestaurierte Speisesaal von Schloss Babelsberg

Der unrestaurierte Speisesaal von Schloss Babelsberg

Das Schlafkabinett von Augusta von Preußen in Schloss Branitz

Das Schlafkabinett von Augusta von Preußen in Schloss Branitz

Schloss Branitz – Wohnsitz von Hermann von Pückler-Muskau

Schloss Branitz – Wohnsitz von Hermann von Pückler-Muskau

Die Wasserpyramide im Park von Schloss Branitz

Die Wasserpyramide im Park von Schloss Branitz

Schloss Babelsberg

Schloss Babelsberg

Karl Scharrer, Süße Speisen und Eisbomben, Leipzig und Nordhausen, 1907

Karl Scharrer, Süße Speisen und Eisbomben, Leipzig und Nordhausen, 1907

Otto Ferdinand Kindermann, Plan vom Königlichen Parke Babelsberg, 1864

Otto Ferdinand Kindermann, Plan vom Königlichen Parke Babelsberg, 1864

Der Pleasureground im Park von Schloss Babelsberg

Der Pleasureground im Park von Schloss Babelsberg

Friedrich Jentzen, Fürst Hermann von Pückler-Muskau

Friedrich Jentzen, Fürst Hermann von Pückler-Muskau

Die rekonstruierte Rosentreppe im Park von Schloss Babelsberg

Die rekonstruierte Rosentreppe im Park von Schloss Babelsberg

Die „Porzellan-Terrasse“ mit dem Städtebrunnen

Die „Porzellan-Terrasse“ mit dem Städtebrunnen

Der Tanzsaal im Babelsberger Schloss

Der Tanzsaal im Babelsberger Schloss

Decke des Tanzsaals mit dem Sterngewölbe

Decke des Tanzsaals mit dem Sterngewölbe




Copyright © '99-'2018
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce