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Barocker Glaspokal für Hamburg

Hamburger Glaspokal, wohl Königliche Glashütte Dresden, Sachsen um 1710/20

Dem Museum für Hamburgische Geschichte ist es gelungen, einen barocken Glaspokal der Hansestadt zu erwerben. Neben dem Hamburger Stadtwappen präsentiert die wohl im ersten Jahrzehnt des 18. Jahrhundert geschaffene Arbeit Rundmedaillons mit Ansichten der Elbmetropole aus der Vogelperspektive und begleitende Inschriften sowie den Gott Merkur in Rüstung samt Hamburger Wappen. Er fungiert hier als Patron des Handels. Diese Motive sind auf eine Barock-Medaille des Goldschmieds Sebastian Dadler zurückzuführen, der die Münze im Auftrag der Hansestadt 1636 schuf. Der 54 Zentimeter hohe Glaspokal ist meisterlich gefertigt: Aufsteigend über dem Fuß liegt ein wabenförmig facettierter Schaft mit einem von Rundscheiben gehaltenen Knauf. Darüber erhebt sich die glockenförmige Kuppa mit hochgewölbtem Knaufdeckel. Fuß und Deckel changieren amethystfarben.

Obwohl barocke Glaskunst keine Wappen, Signaturen oder Marken eines Erzeugers aufweist, erlauben die Bearbeitung und der Wabenschliff, den Entstehungsort in Sachsen zu erkennen. Vermutlich fertigte der zwischen 1701 und 1726 in der Königlichen Glashütte Dresden tätige Glasschneider Heinrich Volckert den Pokal. Der Entstehungsgrund dürfte der Hauptrezess von 1712 sein. Ende des 17. Jahrhunderts führten Konflikte zwischen Senat und Bürgerschaft in Hamburg zu politischen Machtkämpfen. Eine kaiserliche Kommission übernahm eine Vermittlungsrolle und legte Punkte des Rezesses fest, die ähnlich einer Verfassung die Ordnung wieder einführten. Hierauf folgte eine friedliche und wirtschaftliche Blütezeit, die dem Bildprogramm des Pokals zugrunde liegt.

Der Deckelpokal besaß eine repräsentative Funktion und diente wohl als „Willkomm“ bei zeremoniellen und politischen Anlässen. So sollten etwa die in der Wandung eingeschnittenen Devisen wie „Gieb Frieden Herr, in unseren Tagen“ als Trinksprüche zur Bekräftigung politischer Absichten dienen. Der Ankauf des Pokals war durch die Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Friederike und Werner Jahn Stiftung sowie der Hubertus Wald Stiftung möglich. Er ist nun in der Dauerausstellung des Museums für Hamburgische Geschichte zu sehen.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Variabilder:

Hamburger Glaspokal, wohl
 Königliche Glashütte Dresden, Sachsen um 1710/20
Hamburger Glaspokal, wohl Königliche Glashütte Dresden, Sachsen um 1710/20

Künstler:

Heinrich Volckert








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