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Journal

Die Reformation wird 500. Zahlreiche Ausstellungen zeigen, wie die Kunst auf dieses gesellschaftlich-kulturelle Ereignis reagierte. Eine kurze Übersicht

Künste im Umfeld der Reformation



Historisches Konzilsgebäude im Konstanzer Hafen, erbaut 1388-1392

Historisches Konzilsgebäude im Konstanzer Hafen, erbaut 1388-1392

Unüberschaubar ist die Zahl der Ausstellungen, die heuer Aspekte der Reformation aufrufen. Viele Museen und Gedenkstätten in Deutschland beteiligen sich am 500. Jahrestag der Veröffentlichung von Luthers Thesen. Flaggschiffe sind die drei „Nationalen Sonderausstellungen“ auf der Wartburg, im Berliner Gropiusbau und im Augusteum in Wittenberg. Möchte man weiter auf den Spuren von Martin Luther, seinen Voraussetzungen und seiner Bewegung wandeln, sollte Baden-Württemberg ein erstrangiges Ziel sein, auch wenn der Südwesten Deutschlands gemeinhin nicht zu den sogenannten „Kernlanden“ der Reformation zählt. Als Ziel bietet sich die Konzilsstadt Konstanz am Bodensee an, wo die Reformation ihren Ausgangspunkt nahm. Das hier zwischen November 1414 und April 1418 tagende Konzil hatte nicht nur die letztendlich erreichte Überwindung des seit 1378 andauernden Großen Abendländischen Schismas und die Wahl eines allgemein anerkannten Papstes zur Aufgabe, sondern wollte auch den Reformstau und die teils unsäglichen Zustände der Kirche beheben.


Vorläufer der Reformation: Das Konzil von Konstanz

Vermögende Klöster, Liebesleben von Priestern, das Gefeilsche um kirchliche Posten sowie vor allem der Ablasshandel riefen Kritiker auf den Plan, etwas den Prager Theologen Jan Hus. Seine Einladung zum Konzil erfolgte lediglich, um ihn festzusetzen. Als Ketzer wurde er auf dem Scheiterhaufen am 6. Juli 1415 verbrannt, ein Schicksal, dass auch Hieronymus von Prag beschieden war. Mit dem Tod der Reformtheologen waren Neuerungen zunächst einmal ad acta gelegt. Erst einhundert Jahre später sollte der ursprünglich eher akademische Streit über das Verhältnis von Kirche zum Glauben eine neue Dynamik bei besseren Kommunikationsmethoden entfachen. Martin Luther bekannte nach dem Studium von Hus’ Schriften, dass er zunächst unwissentlich das gleiche forderte und rühmte Hus als seinen Vorläufer.

Luthers enger Freund und Trauzeuge Philipp Schwartzerdt (1497-1560) stammte aus dem Ort Bretten, unweit von Karlsruhe gelegen. Als Referenz an dessen Sprachbegabung gräzisierte der Humanist Johannes Reuchlin im Jahr 1509 den Namen seines Großneffen in Philipp Melanchthon. An der Stelle seines 1689 abgebrannten Geburtshauses wurde 1903 ein innen wie außen überschwänglich im neogotischen Stil verzierter Neubau eingeweiht, der als Forschungs- und Veranstaltungsstätte an den einflussreichsten Weggefährten Luthers diesjährig besonders intensiv erinnert.

Erster protestantischer Kirchenbau in Torgau

Als kunsthistorisch bedeutendes Reiseziel bietet sich Schloss Hartenfels in Torgau an, dessen Schlosskapelle als erster protestantischer Kirchenbau gilt. Fortan rückten Altar, Kanzel und Taufstein in den Mittelpunkt der Innenkonzeption protestantischer Kirchen. Die Wortverkündigung des Evangeliums und damit die Kanzel bilden zentrale Ausstattungsgegenstände neben der Orgel, denn Luther sah die Musik als kongeniales Mittel der Verkündigung. Im Jahr 1544 weihte er persönlich diese Kirche.

Im Land Brandenburg liegt eingebettet in die Elbauen das Städtchen Mühlberg. Hier traf im Jahr 1547 das von Kaiser Karl V. angeführte Heer der katholischen Koalition auf die Truppen der im Schmalkaldischen Bund zusammengeschlossenen protestantischen Reichsfürsten. Die Schlacht bei Mühlberg, an die heute eine sehenswerte Ausstellung im örtlichen Museum erinnert, endete mit einer verheerenden Niederlage der Protestanten. Doch der Sieger Karl V. konnte im Ergebnis den protestantischen Glauben nicht zurückdrängen. Auf dem Augsburger Reichstag im Jahr 1555 wurde den Lutheraner die freie Religionsausübung ausdrücklich zugestanden.

Benno von Meißen im Fahrwasser der Reformation

Eine Sonderschau widmet sich auf der Albrechtsburg in Meißen dem Leben und Nachwirken von Bischof Benno. Der 1066 zum Bischof von Meißen ernannte Benno wurde – politisch motiviert – 1523 inmitten der Reformation heiliggesprochen. Wie sehr insbesondere Martin Luther als expliziter Gegner jedweder Heiligenverehrung dem entgegentrat, beweist seine bissige Flugschrift von 1524, in der er den Bischof als Abgott und Teufel brandmarkt. Mit dem Einzug der Reformation in Meißen 1539 wurde Bennos Heiligengrab zerschlagen und die Reliquien in die Münchner Kathedrale überführt. 1921 wurde Benno zum Hauptpatron des neu begründeten Bistums Meißen ernannt. Rund 200 Exponate, darunter kirchliches Gerät, prächtige Handschriften, Gemälde, Skulpturen, der Krummstab und die Mitra des Bischofs, vereint die „Ein Schatz nicht von Gold“ betitelte Präsentation.

Luther in Leipzig und Eisenach

Ein Dutzend Besuche Luthers sind in der alten Handels- und Messestadt Leipzig belegt. 160 Schriften des Reformators sind in hier erschienen und unterstreichen Leipzigs Bedeutung als Druck- und Verlagsort. Im Sommer 1519 kam es hier in der Pleißenburg zu einer öffentlich ausgetragenen Disputation zwischen dem katholischen Theologen Johannes Eck und Luther. Im stadtgeschichtlichen Museum im Alten Rathaus rückt ein neuer Teil der Dauerausstellung dies am Beispiel von bibliophilen Dokumenten ins Blickfeld.

Eisenach bietet nicht nur mit der Wartburg eine großartige Sehenswürdigkeit. Das Lutherhaus im Stadtkern, wo Martin Luther von 1498 bis 1501 als Schüler lebte, gilt als eines der ältesten erhaltenen Fachwerkhäuser Thüringens. Eine der originellsten Sonderausstellungen ist hier zu sehen. „Ketzer, Spalter, Glaubenslehrer. Luther aus katholischer Sicht“, so der Titel, beleuchtet den grundlegenden Wandel in Sichtweise und Einschätzung von Martin Luthers Wirken seitens der katholischen Kirche. „Man kann den jungen Luther sozusagen als einen Reform-Katholiken bezeichnen“, so bringt hier Kardinal Walter Kasper die heutige Sicht Roms über den Kirchenspalter auf den Punkt.

Kontakt:

Schloss Hartenfels Torgau

Schlossstraße 27

DE-04860 Torgau

Telefon:+49 (03421) 758 10 89

www.luther2017.de



16.08.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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