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Sascha Weidner in Hannover

Sascha Weidner, Leave me II, 2010

Das Sprengel Museum widmet aktuell dem 2015 verstorbenen Fotografen Sascha Weidner eine Ausstellung. Dazu präsentiert das Hannoveraner Haus erstmalig 120 Arbeiten aus dem Nachlass von Weidner, der seit Ende 2016 im Sprengel Museum aufbewahrt wird und ihm von Ole A. H. Truderung vermacht wurde. In seiner Fotografie suchte Weidner nach dem Refugium, in dem „die Utopie die Realität inszeniert und Realität die Utopie“. Die Motive seiner Farbfotos sind vielfältig und verbinden daher häufig Melancholie und Aufbruchsstimmung. Weidners Hang zu romantischen Sujets wird in dem großformatigen Werk „Caché II“ von 2010 deutlich. Die Komposition mit einer dunklen Ruine in einer verschneiten Waldlandschaft und einer untergehenden Sonne hinter kahlen Bäumen wirkt wie eine zeitgenössische Übersetzung romantischer Landschaftsmalerei.

In der Arbeit „Leave me II“ aus dem selben Jahr kauert eine bleiche Gestalt unbekleidet auf dem herbstlichen Waldboden, halb von Blättern bedeckt. Hier schafft Sascha Weidner eine Assoziation, die den Menschen als Teil des natürlichen Kreislaufs von Werden und Vergehen ausweist. In dem Bild „Touche II“ von 2005 hängt ein Mann mit verhakten Füßen über einem See kopfüber von einem Baum herunter und spiegelt seine Hand in der Wasseroberfläche. Auch in dieser idyllischen Szene erzeugt Weidner eine spielerische Verbindung von Mensch und Natur. In dem Selbstportrait „Reh II“ von 2013 liegt der Künstler neben einem Reh auf dem Sandboden. Das Tier schaut in seine Richtung und berührt seine Hand vorsichtig mit der Nase.

Sascha Weidner kam am 1. August 1974 in Georgsmarienhütte bei Osnabrück zur Welt. Sein Studium in Braunschweig nahm er 1996 auf. Schon früh erhielt er Auszeichnungen für sein Schaffen, so 2001 den ersten Preis beim International Polaroid Award oder 2004 eine lobende Erwähnung beim Otto-Steinert-Preis, bei dem er nochmals 2013 in die Endrunde kam. Zwischen 2010 und 2012 nahm Weidner einen Lehrauftrag für künstlerische Fotografie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart wahr. 2012 wurde er in die Deutsche Fotografische Akademie berufen. Der Künstler, der im Alter von nur 40 Jahren verstarb, fotografierte in Los Angeles, Berlin, Frankfurt, Sydney, Kyoto und Peking.

Die Ausstellung „Sascha Weidner. It’s all connected somehow. Nachlasssichtung 1“ läuft bis zum 19. November. Das Sprengel Museum Hannover hat dienstags von 10 bis 20 Uhr und mittwochs bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 4 Euro, jeden Freitag ist er kostenlos.

Sprengel Museum Hannover
Kurt Schwitters Platz
D-30169 Hannover

Telefon: +49 (0)511 – 168 438 75
Telefax: +49 (0)511 – 168 450 93

Quelle: Kunstmarkt.com/Sebastian Schmitt

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