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William Kentridge in Salzburg

William Kentridge, The Nose, 2010

Das Museum der Moderne in Salzburg widmet William Kentridge an seinen beiden Standorten eine umfangreiche Ausstellung. Auf dem Mönchsberg sind die Multimedia-Installationen des 1955 in Johannisburg geborenen Künstlers zu sehen, darunter die Filme „10 Drawings for Projection“ von 1989/2011 und die 2012 auf der Documenta präsentierte Arbeit „The Refusal of Time“. Das Rupertinum thematisiert die Arbeiten des Südafrikaners für Theater und Oper mit Plakaten, Zeichnungen, Entwürfen, Modellen und Kostümen, die seit den späten 1970er Jahren für seine wichtigsten Produktionen entstanden sind. Im Atrium hat Kentridge zudem eine neue Installation aus Schattenrissen angebracht, die dort ein Jahr lang hängen wird. Wer noch mehr von Kentridge erkunden will, muss dann die Salzburger Festspiele besuchen. Im Haus für Mozart hat er Alban Bergs Oper „Wozzeck“ inszeniert.

William Kentridge erlangte in den 1990er Jahren internationale Berühmtheit mit seinen ausdrucksstarken Videos animierter Zeichnungen. In seinem Gesamtwerk nutzt er unterschiedliche künstlerische Disziplinen und arbeitet seit mehreren Jahren an Oper- und Theaterproduktionen, was sich wiederum in seinen künstlerischen Arbeiten äußert. Der rote Faden in seinem Œuvre bildet der Kolonialismus, die Revolution und das Exil sowie die Bedeutung und Ausdrucksformen von Zeit. Unter den Installationen auf dem Mönchsberg sind etwa die Hommage „7 Fragments for Georges Méliès“, „Day for Night“ und „Journey to the Moon“ an den französischen Pionier des Stummfilms von 2003 oder die neue Arbeit „Notes Towards a Model Opera“ von 2015 vertreten, die sich der chinesischen Kulturrevolution zuwendet.

Der erste Ausstellungsraum im Rupertinum ist den frühen Inszenierungen von William Kentridge gewidmet, die in Johannesburg gemeinsam mit der Junction Avenue Theatre Company entstanden. In „Sophiatown“ von 1986/89 wird die Apartheid angesprochen. Dann trat William Kentridge auch weltweit in Erscheinung, etwa mit der Inszenierung von Claudio Monteverdis „Il ritorno d’Ulisse in patria“ von 1998 für die Wiener Festwochen und das Kunstenfestivaldesarts in Brüssel. Hinzu kommt das Originalbühnenbild für Dmitri Schostakowitschs „Die Nase“ von 2010 aus der Produktion der Metropolitan Opera in New York oder die Entwürfe zu Alban Bergs „Lulu“, die Kentridge 2015 für die De Nationale Opera in Amsterdam und ebenfalls für New York schuf. Zudem wird Kentridges kinetisches Minitheater „Right Into Her Arms“ von 2016 erstmals vorgestellt.

Die Schau „William Kentridge. Thick Time. Installationen und Inszenierungen“ läuft bis zum 5. November. Das Rupertinum hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet, während der Festspiele auch montags. Der Eintritt für beide Häuser beträgt 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Hirmer Verlag für 35 Euro.

Museum der Moderne Salzburg – Rupertinum und Mönchsberg
Wiener-Philharmoniker-Gasse 9 – Mönchsberg 32
A-5010 Salzburg

Telefon: +43 (0)662 – 84 22 200
Telefax: +43 (0)662 – 84 22 20 700

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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29.07.2017, William Kentridge - Thick Time. Installationen und Inszenierungen

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William Kentridge, Sophiatown, 1987
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