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Regina Schmeken und der NSU in Berlin

Der Martin-Gropius-Bau in Berlin präsentiert aktuell Fotografien von Regina Schmeken, die sich auf Spurensuche an den Tatorten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) begeben hat. Die rechtsextreme terroristische Vereinigung ermordete zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen in mehreren deutschen Städten wie Rostock, Kassel, Heilbronn oder München. Die Opfer waren neben einer Polizistin neun Männer griechischer und türkischer Abstammung. Die vollständige Aufklärung dieser Taten steht noch aus. Regina Schmeken begann 2013, die entsprechenden Tatorte zu fotografieren. Diese zeigen mittlerweile keine direkten Spuren der vollzogenen Morde und besitzen dennoch eine verstörende Wirkung. Neben dieser Auseinandersetzung mit der Örtlichkeit will Schmeken in ihrem Projekt „Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU“ auch der Ermordeten gedenken.

Das erste Opfer war der Blumenhändler Enver Simsek, den die NSU am 9. September 2000 in Nürnberg entlang einer Straße am ehemaligen Reichsparteitagsgelände niederschoss. Zwei Tage später erlag er seinen Verletzungen. Das Foto zeigt einen vollen Blumenstand ohne Verkäufer an einer Kreuzung. Eine Vespa mit zwei Menschen fährt rasch die Straße entlang. Ein Regenschauer hat nahe des Verkaufsstandes eine große Pfütze auf der Straßenmitte hinterlassen. Im Angesicht des Mordes erinnert das Regenwasser eher an eine übergroße Blutlache. Letztlich ist es das paradoxe Fehlen eines Verkäufers, das befremdlich wirkt. In Köln lichtete Regina Schmeken aus der Froschperspektive und durch ein Gitter einen Straßenabschnitt mit türkischen Läden ab. Am rechten Rand des Bildes läuft ein Passant mit Regenschirm den Bürgersteig entlang. Weder die Gebäude noch die geparkten Autos weisen Spuren der zwei Sprengstoffattentate auf, die in Köln mehr als 20 Menschen teils schwer verletzten. Die Läden sind geöffnet, und es ist die leicht gekippte Perspektive, die dem Foto den unangenehmen Effekt des aus der Balance Geratenen verleiht.

Die Ausstellung „Regina Schmeken – Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU“ ist bis zum 29. Oktober zu sehen. Der Martin-Gropius-Bau hat täglich außer dienstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 4 Euro, ermäßigt 3 Euro; bis 16 Jahre ist er frei. Der begleitende Katalog kostet im Buchhandel 35 Euro.

Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7
D-10963 Berlin

Telefon: +49 (0)30 – 247 49 888
Telefax: +49 (0)30 – 247 49 883

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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29.07.2017, Regina Schmeken - Blutiger Boden. Die Tatorte des NSU

Bei:


Martin-Gropius-Bau

Künstler:

Regina Schmeken









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