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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Große Namen überzeugten in der Auktion „Contemporary Art“ bei Sotheby’s in London

Resultate einer Freundschaft



Jean-Michel Basquiat, Untitled, 1982

Jean-Michel Basquiat, Untitled, 1982

Die Künstlerfreunde Jean-Michel Basquiat und Andy Warhol waren die Stars der Abendauktion „Contemporary Art“ bei Sotheby’s in London. Auf die Top Ten-Liste hievten sie vier Werke, die fast schon ein Drittel des Gesamtumsatzes der Versteigerung von 62,3 Millionen Pfund ausmachten. Dabei übertrumpfte der über 30 Jahre jüngere, aber 1988 nur ein gutes Jahr nach Warhol verstorbene Basquiat seinen älteren Mitstreiter. Auf seinem unbetitelten Triptychon verbindet er in typischer Manier Schrift und Farbflächen zu seinem naiv anmutenden Zeichenstil. Das marktfrische, energische, ja fast aggressive Werk von 1983 platzierte gut sich innerhalb des Schätzrahmens bei 5,63 Millionen Pfund. An zweiter Position folgte dann Warhols frühes „Self-Portrait“ mit Sonnenbrille, Trenchcoat und Krawatte von 1963/64. Der Siebdruck in Schwarz auf türkisfarbenem Grund aus der ersten Serie seiner Selbstbefragungen, für die eine Aufnahme aus einer Fotokabine als Grundlage diente, ging als Favorit mit 5 bis 7 Millionen Pfund ins Rennen. Ein europäischer Privatsammler ließ sich dieses „Selfie“ am Ende 5,2 Millionen Pfund kosten.


Dann gab es auch noch zwei Gemeinschaftswerke der beiden, die der Modedesigner Tommy Hilfiger bei Sotheby’s eingeliefert hatte. Die Arbeiten kombinieren den rohen Gestus Basquiats mit stempelartigen Drucken Warhols. „Sweet Pungent“ von 1984/85, eine Komposition auf leuchtend gelbem Grund, erzielte gute 3,8 Millionen Pfund (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen GBP), die violette und damit dunklere „New Flame“ von 1985 kam auf taxgerechte 2 Millionen Pfund. Doch damit war am 28. Juni bei Andy Warhol und Jean-Michel Basquiat noch nicht Schluss. Warhols „Mao“, ein mit blauen und grünen Pinselstrichen übermaltes Portrait des Diktators von 1973, wechselte für die anvisierten 650.000 Pfund den Besitzer, während Basquiats krakelige Ölstiftzeichnung „Wire“ von 1983, in der eine männliche Figur in Seitenansicht mit ihrem Blick eine Fliege fixiert, bei 330.000 Pfund die untere Schätzung von 350.000 Pfund nicht ganz erreichte.

Die Sommersaison brachte für Sotheby’s auch bei den Zeitgenossen deutlich bessere Ergebnisse als im Juni 2016. Damals kamen rund 10 Millionen Pfund weniger zusammen. Nicht zuletzt durch etliche Garantien vorherbestimmt, lagen heuer auch die Verkaufsraten recht hoch: nach Losen bei 95 Prozent, nach Wert sogar bei 97,5 Prozent. Wie die übrigen Häuser in London war Sotheby’s diesmal entschlossen, Marktstärke zu demonstrieren und positive Signale auszusenden. Die kamen bei den Kunden auch an. Denn da Christie’s seine Zeitgenossen-Auktionen in der britischen Kapitale nur noch im Februar und Oktober abhält und zum ersten Mal auf den Juni-Termin verzichtet hat, sahen sich die Sammler verstärkt bei der Konkurrenz um. Alex Branczik, Chef der Zeitgenossen-Abteilung von Sotheby’s in London, sprach von den Juni-Auktionen als dem „Herz der pulsierenden Londoner Kunstszene“ und will am Sommertermin festhalten.

Den amerikanischen Schwerpunkt der Versteigerung führte Richard Prince mit seiner „School Nurse“ von 2005 weiter. Die Figur aus Groschenromanen, die er in roh-expressivem Duktus und mit Drippings in hellen Farben vor schwarzem Hintergrund malte, übernahm ein Sammler aus den USA zur unteren Schätzgrenze von 3,5 Millionen Pfund. Auf Platz 5 folgte Mark Grotjahns „Untitled (White Butterfly MPG 03)“ von 2003. Die vertikale Linienstruktur im Zentrum, umgeben von einem strahlenartigen Linienverlauf, in abgestuften Weiß- und Beigetönen ging für die erhofften 3,4 Millionen Pfund nach Asien. Christopher Wool brachte es mit seiner unbetitelten grau-weißen Linienstruktur mit Überschmierungen auf die unteren anvisierten 1,4 Millionen Pfund.

Neben Warhol kamen bei Sotheby’s weitere Pop Art-Künstler zum Zug. Roy Lichtensteins „Two Painting with Dado“ von 1983 ist eine Referenz an Pablo Picasso und Jasper Johns. Die Übertragung von Picassos bekanntem Frauenkopf mit einem bis ins Skurrile verformten, zweigeteilten Gesicht und einem Farbpuzzlebild Johns’ in Lichtensteins comichafte Bildsprache verabschiedete sich bei 2,8 Millionen Pfund in Richtung USA (Taxe 2,4 bis 3 Millionen GBP). Keith Harings komplementär in Rot-Grün gehaltene, unbetitelte Wüstenlandschaft mit Pyramide im Mittelpunkt und Raumschiff wurde für 780.000 Pfund losgeschlagen (Taxe 600.000 bis 800.000 GBP). Für Tom Wesselmanns Gemäldecollage „Great American Nude #87“ von 1967, auf der sich eine Frau mit gespreizten Beinen und herausgestreckter Zunge auf einem Leopardenfell räkelt, fiel der Hammer untertourig bei 1,35 Millionen Pfund (Taxe 1,5 bis 2 Millionen GBP).

Die Britin Cecily Brown befasst sich in ihren Arbeiten ebenfalls häufig mit erotischen Themen. In dem Ölbild „The Girl Who Had Everything“ durchbricht sie eine von Rottönen getragene informelle Komposition durch heller herausgearbeitete Farbflächen, die an Körperpartien erinnern. Mit 1,55 Millionen Pfund übertrumpfte das großformatige Werk von 1998 knapp den Auktionsrekord, den Christie’s erst im März mit 1,5 Millionen Pfund für das Triptychon „The Sick Leaves“ aufgestellt hat (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP). Von den Young British Artists war noch Damien Hirst zugegen. Sein voll bestückter, fein säuberlich angeordneter Arzneimittelschrank „Eight Over Eight“ aus einer Londoner Apotheke brachte ein Schlussgebot von 600.000 Pfund (Taxe 450.000 bis 650.000 GBP). Sein zweites, nun 620.000 Pfund teures Werk formiert blaue, weiße und gelbe Schmetterlingsflügel zu einer kreisförmigen Mandalastruktur mit dem leicht ironischen Titel „Contemplation“ (Taxe 700.000 bis 900.000 GBP), und für die visuelle Umsetzung der chemischen Verbindung „1-Heptene“ , bestehend aus 306 bunten rasterförmig angeordneten Kreisen, gab es 550.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Da überzeugte Frank Auerbach mit seinem schwarz-grau-weiß verschmierten „Head of Gerda Boehm“ von 1964/65 schon mehr und entlockte den Kunden 820.000 Pfund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP).

Die Kunst aus Deutschland war bei Sotheby’s gut aufgestellt. Gerhard Richters grau-weißes „Stadtbild M6“ von 1968 verbindet Pinseltupfer zur Luftansicht einer urbanen Landschaft, erreichte letztlich aber nur 700.000 Pfund (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP). Deutlich teurer war mit 3,3 Millionen Pfund die abstrakte Farbverwischung „Split (Rubble)“ von 1989, ebenfalls maßgeblich in Grau gehalten, aber durch bunte Akzente am unteren Bildrand kontrastiert (Taxe 3,5 bis 4,5 Millionen GBP). Farblich schloss sich daran Albert Oehlens ebenfalls in Grautönen gehaltene, verwischte Abstraktion „Bronzekopie“ von 2004 bei guten 480.000 Pfund an (Taxe 350.000 bis 450.000 GBP). Auch Günther Förg reüssierte mit einer ungegenständlichen Arbeit. Auf zehn Bleitafeln untersuchte er 1987 den Wert verschiedener Farben, die jeweils mit einem grünen Balken gerahmt sind, und heimste nun in London dafür 380.000 Pfund ein (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP).

Zudem gingen in London Fotografien von Andreas Gursky und Wolfgang Tillmans an den Start. Tillmans’ abstrakte spermienartige Komposition in Grüntönen mit dem Titel „Freischwimmer #81“ wurde am 28. Juni für hohe 410.000 Pfund gehandelt (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP) und tags darauf beim Auktionshaus Phillips mit der Nummer 84 aus der Serie beim neuen Auktionsrekord von 500.000 Pfund schon wieder auf die hinteren Plätze verbannt. Gurskys Aufsicht auf den genau parzellierten Strand von „Rimini“ aus dem Jahr 2003 platzierte sich innerhalb des Taxrahmens bei 480.000 Pfund. „Dem unbekannten Deutschen Maler“ hat Anselm Kiefer 1982 ein zweiteiliges Werk gewidmet. Das materialreiche Bild, das einem Käufer 820.000 Pfund wert war, besteht aus einem schmaleren oberen Bildteil mit einer Bogenarchitektur und einer Landschaftsdarstellung mit See im breiteren unteren Teil (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP).

In ihrem Strickbild wiederholt die Düsseldorferin Rosemarie Trockel immer wieder die titelgebende Schrift „Made in Western Germany“. Die nun 950.000 Pfund teure Arbeit entstand zwei Jahre vor dem Mauerfall und erinnert in Schriftart und Setzung an die Abfolge eines Computer-Algorithmus (Taxe 1 bis 1,5 Millionen GBP). Die deutsche Kunst musste aber auch die beiden einzigen Rückgänge von den 41 Positionen der Auktion hinnehmen. Sie betrafen Neo Rauchs kryptische Malerei „Moder“ von 1999 mit zwei zentralen Figuren in Motorradkleidung in der Bildmitte, einer Rakete links und einem Plattenbau im Hintergrund (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP) und Sigmar Polkes „Doppelbild (Skyscraper)“. Die Malerei, die Polke 1980 auf einem mit einem Raster bestickten schwarzen Stoff aufgebacht hatte, war aber auch etwas zu untypisch (Taxe 1,2 bis 1,4 Millionen GBP).

Die Farbe Rot lockte dann noch die Kunden an. So hatte Josef Albers 1969 zwei Arbeiten mit jeweils drei ineinander geschachtelten Quadraten in diesem Kolorit gehalten. Die beiden intensiven Farberkundungen aus seiner berühmten Serie „Homage to the Square“ kamen letztlich auf 450.000 Pfund und 420.000 Pfund (Taxe je 280.000 bis 350.000 GBP). Auch Lucio Fontana wählte 1964/65 für das einmal vertikal eingeschnittene „Concetto Spaziale, Attesa“ ein leuchtendes Rot und erhielt nun dafür 900.000 Pfund. Deutlich besser schnitt seine zwei Jahre ältere, weiß-grundierte Leinwand aus der selben Serie mit mehreren kreuzförmig angeordneten Einstechungen bei 1,8 Millionen Pfund ab (Taxe je 800.000 bis 1,2 Millionen GBP). Kinetisch wurde es zum Schluss bei Jean Tinguely. Für „Blanc – Blanc + Ombre“ kombinierte er 1955 weiße Drei- und Vierecke vor weißen Grund und setzt diese mit Hilfe eines Motors bei veränderlichem Schattenwurf in Bewegung. Die 290.000 Pfund reichten fast an der oberen Schätzrand heran.

Dier Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1AsAA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



03.08.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sebastian Schmitt

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28.06.2017, Contemporary Art Evening Auction

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Roy Lichtenstein, Two Painting with Dado, 1983

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Keith Haring, Untitled, 1982

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