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Paul Klees „Sumpflegende“ bleibt in München

Paul Klee, Sumpflegende, 1919

Die „Sumpflegende“ von Paul Klee aus dem Jahr 1919 bleibt nun dauerhaft in der Sammlung des Lenbachhauses. Das Werk war bis 1926 im Besitz von Sophie Lissitzky-Küppers und gelangte 1982 in das Münchner Museum. Nach jahrelangen Verhandlungen konnte das Lenbachhaus nun einen Vergleich mit den Nachfahren von Lissitzky-Küppers aushandeln, um Restitutionsforderungen auszugleichen. Schon seit 1989 bemüht sich Jen Lissitzky, Sohn von Sophie Lissitzky-Küppers, um Herausgabe der „Sumpflegende“ und reichte dazu 1992 Klage beim Landgericht München ein, die aber wegen Verjährung abgewiesen wurde. Einer weiteren Klage wurde 2012 stattgegeben, die nun in den Vergleich mündete.

Sophie Lissitzky-Küppers erster Ehemann, Paul Erich Küppers, damals Direktor der Kestnergesellschaft in Hannover, hatte das Werk für seine Privatsammlung erworben. Nach seinem frühen Tod 1922 erbte dessen Witwe das Gemälde. Bevor die Kunsthistorikerin mit ihrem zweiten Ehemann El Lissitzky 1931 nach Moskau ging, übergab sie 1926 Teile ihrer Sammlung zur Verwahrung dem Provinzialmuseum in Hannover. Auch Klees „Sumpflegende“ verblieb dort, bis das Bild 1937 von den Nazis beschlagnahmt und von diesen auf der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München gezeigt wurde. 1941 wurde es an den Kunsthändler Hildebrand Gurlitt verkauft. Danach verliert sich die Spur des Gemäldes, ehe es 1962 auf einer Auktion des Kunsthauses Lempertz von der Galerie Beyeler in Basel ersteigert wurde. Von der Galerie ging es an einen Privatsammler. Von 1973 bis 1982 war die Galerie Rosengart in Luzern Besitzerin des Bildes, ehe es dann vom Lenbachhaus erworben wurde.

Paul Klee spitzt in der „Sumpflegende“ seine Dekonstruktion der Wirklichkeit zu, indem er sich in der Anordnung der Bildelemente stark von einer naturalistischen Darstellungsweise entfernt. In dem Ölbild auf Karton verbindet er architektonische Elemente, Bäume, Fenster, Kreuze und Dreiecke zu einer grün-violetten Komposition mit weißen Akzenten und Flächen. In der Bildmitte ist eine vertikale Struktur herausgearbeitet, die an eine überdimensionierte menschliche Figur erinnert. Für den Verbleib des Werks in München engagierten sich die Kulturstiftung der Länder, die Ernst von Siemens Kunststiftung, die Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung sowie die Landeshauptstadt München.

Quelle: Kunstmarkt.com/Sebastian Schmitt

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 Sumpflegende, 1919
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