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Roman Ondák erhält Lovis Corinth-Preis

Lovis Corinth-Preis für Roman Ondák

Der Konzeptkünstler Roman Ondák erhält den Lovis Corinth-Preis 2018. Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie in Regensburg würdigt mit der Verleihung das Gesamtwerk des slowakischen Künstlers und zeigt ab Mai 2018 alte und neue Arbeiten Ondáks. In der Jurybegründung heißt es: „Roman Ondák ist einer der profundesten Konzeptkünstler unserer Zeit. Ausgehend von sehr persönlichen Eindrücken – Objekten wie Erlebnissen – schafft er Arbeiten, die universell verständlich und leicht zugänglich sind. Seine Werke sind klug und stecken voller Anspielungen, doch kommen sie niemals elitär daher. Ondáks Kunst wird international geschätzt und verstanden. Sie schlägt Brücken zwischen Menschen und ist darin einem humanistischen Ideal verpflichtet, das zeitlos und denkbar aktuell ist.“

Seine Themen findet Roman Ondák in den sozialen Ritualen des Alltags, der Erziehung, Arbeit und Freizeit. Bei einer Ausstellung 2007 im MoMA in New York forderte Ondák die Museumsbesucher auf, ihre Körpergröße, versehen mit Vornamen und dem jeweiligen Datum, von den Museumsaufsichten an den Wänden festhalten zu lassen. „Measuring the Universe“ nannte er das immer größer werdende Wandbild, in der Präsenz und Vergänglichkeit des Physischen erfahrbar wurden.

Roman Ondák, 1966 in Žilina in der Slowakei geboren, absolvierte zwischen 1988 und 1994 sein Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Bratislava. Mit seiner Arbeit „Loop“ bespielte der Künstler 2009 den tschechischen und slowakischen Pavillon während der Biennale in Venedig. Hierbei thematisierte er die Beziehung zwischen Realität und Kunst, indem er die Landschaft rund um die Biennale kopierte und im Inneren seines Pavillons platzierte. Ondák erhielt zahlreiche Einzelausstellungen unter anderem 2006 in der Tate Modern in London, 2007 in der Pinakothek der Moderne in München, 2011 bei Modern Art in Oxford, 2012 im Guggenheim Museum in Berlin und im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris, 2013 im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofia in Madrid sowie 2015 im Times Museum in Guangzhou. Das Kunsten Museum of Modern Art in Aalborg zeigt derzeit seine Ausstellung „History Repeats Itself“.

Der mit 10.000 Euro dotierte Lovis Corinth-Preis, benannt nach dem aus Ostpreußen stammenden Maler Lovis Corinth, richtet sich an zeitgenössische Bildende Künstlerinnen und Künstler, die einen biografischen oder thematischen Bezug zum östlichen Europa haben. Die KünstlerGilde e.V. lobte den Preis erstmals 1974 gemeinsam mit dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie aus. Mit der Preisvergabe, die seit 2006 alle zwei Jahre erfolgt, wird das international bedeutende Gesamtwerk eines einzelnen Künstlers gewürdigt. Die Jury bestand in diesem Jahr aus Hansjürgen Gartner, Bundesvorsitzender der KünstlerGilde e.V., Agnes Tieze, Direktorin Kunstforum Ostdeutsche Galerie, Nina Schleif, Leiterin der Grafischen Sammlung des Kunstforums Ostdeutsche Galerie, Thomas Elsen, Leiter H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast Augsburg, und Burcu Dogramaci, Professorin am Institut für Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München.


21.07.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/Anja Schmidbauer

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