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Berlin will an Entartete Kunst erinnern

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz will dauerhaft an die Schrecken und Wirkungen der Ausstellung „Entartete Kunst“ erinnern und dazu im geplanten Berliner Museum des 20. Jahrhunderts einen eigenen Bereich schaffen. Am 80. Jahrestag der Nazi-Propagandaschau, die am 19. Juli 1937 in den Münchner Hofgartenarkaden eröffnet wurde, sagte Stiftungspräsident Hermann Parzinger: „Diese Aktion gehört zu den dunkelsten und schrecklichsten Kapiteln der deutschen Museums- und Kunstgeschichte. Eine staatliche Kommission beschlagnahmte innerhalb weniger Tage 20.000 Werke von 1.400 Künstlern der Moderne. Man kann in Berlin kein Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts errichten, ohne auch daran mit einem sichtbaren Zeichen zu erinnern. Die Ächtung der betroffenen Künstler, ihre systematische Ausgrenzung und Verfolgung wirkt bis heute nach.“

Die Berliner Nationalgalerie, die unter ihrem damaligen Direktor Ludwig Justi eine der bedeutendsten Sammlungen zeitgenössischer Kunst aufgebaut hatte, verlor dabei über 500 Werke. Die Stiftung beklage nicht nur die riesigen Lücken, die die Aktion „Entartete Kunst“ in die Sammlungen der Museen gerissen habe, sondern erforsche auch die Rolle, die Mitarbeiter der Museen bei der Aussonderung und Vernichtung von Kunstwerken gespielt hätten, so Parzinger weiter. 2010 waren bei einer archäologischen Grabung vor dem Roten Rathaus Skulpturen der klassischen Moderne gefunden worden. Forschungen ergaben, dass die Werke von Otto Baum, Karl Ehlers, Otto Freundlich, Richard Haizmann, Karl Knappe, Will Lammert, Karel Niestrath, Marg Moll, Emy Roeder, Edwin Scharff, Naum Slutzky, Milly Steger, Gustav Heinrich Wolff und Fritz Wrampe bei der Aktion „Entartete Kunst“ beschlagnahmt worden waren. Die Staatlichen Museen zu Berlin haben diese Arbeiten in der Wanderausstellung „Der Berliner Skulpturenfund – Entartete Kunst im Bombenschutt“ bisher in fünf deutschen Städten präsentiert.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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