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Fälschungen in europäischen Museen

Mehrere renommierte europäische Museen sind Schauplätze in einem großen Fälschungsskandal. Das berichtet die Wochenzeitung „Die Zeit“ in ihrer morgigen Ausgabe. So habe die Berlinische Galerie bereits 2015 zwei Werke der russischen Avantgardekunst als falsch entlarvt und sie aus der Dauerausstellung entfernt. Weitere verdächtige Bilder seien im Duisburger Lehmbruck Museum, in der Münchner Villa Stuck sowie in der Albertina in Wien aufgetaucht. Deren Untersuchungen dauern noch an.

Das dem Künstler Vladimir Lebedev zugeschriebene und zuletzt auf 300.000 Euro geschätzte Werk „Ohne Titel (Synthetisches Musikinstrument)“ kam als Schenkung der inzwischen verstorbenen Wally Koretzky in die Berlinische Galerie. Materialtechnische Untersuchungen ergaben, dass dieses Werk nicht – wie in der Herkunftsgeschichte angegeben – aus einer bereits in den 1920er Jahren zusammengestellten Sammlung des Galeristen Kurt Benedict stammen kann. Wally Koretzky hatte 1995 dem Lehmbruck Museum in Duisburg ein Werk aus derselben Sammlung „Kurt Benedict“ für 800.000 Mark verkauft. Auf Nachfragen der „Zeit“ hätte sich inzwischen auch bei diesem Kunstwerk das Pigment Titandioxid Rutil gefunden, das erst in den 1940er Jahren produziert wurde. Das Lehmbruck Museum hält das Wladimir Baranoff-Rossiné zugeschriebene Gemälde jedoch weiterhin für authentisch.

Wally Koretzkys noch heute in Berlin als Kunsthändler agierender Sohn Clemens Koretzky schenkte der Berlinischen Galerie nach dem Tod seiner Mutter weitere strittige Werke, darunter auch eine Alexandra Exter zugewiesene Arbeit. Laut „Zeit“ sei in diesem Gemälde ein Pigment verwendet worden, das erst ab 1970 und damit lange nach dem Tod der 1949 verstorbenen Künstlerin zur Verfügung stand. Clemens Koretzky bestreitet nach Angaben der Zeitung, dass es sich bei den Werken um Fälschungen handelt. Bei dem Exter-Gemälde verweist er auf Publikationen, Gutachten und eine spätere Restaurierung. Laut Berlinischer Galerie seien die fraglichen Pigmente aber nicht durch die Restaurierung auf das Bild gelangt. Recherchen der „Zeit“ haben ergeben, dass die 1999 verstorbene Wally Koretzky mehrfach wegen Betrugs zu Haftstrafen verurteilt worden war. Bilder aus der Sammlung „Kurt Benedict“ wurden von ihr auch über das Londoner Auktionshaus Christie’s versteigert.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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