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Hannah Höch in Apolda

Das Kunsthaus Apolda Avantgarde präsentiert seit dem Wochenende eine Ausstellung mit Arbeiten Hannah Höchs. Die chronologische Schau zu der 1889 in Gotha geborenen Künstlerin ist in vier Kapitel unterteilt: Kindheit in Gotha und Studium in Berlin, Weimarer Republik und künstlerische Reife, Nazi-Diktatur, Krieg und visionäre Gegenbilder sowie der finale Abschnitt zu West-Berlin und dem kraftvollen Neuanfang. Die mehr als 100 Exponate der 1978 in West-Berlin verstorbenen Malerin zeigen sowohl ihr abstraktes wie auch ihr gegenständliches Œuvre. Themen sind hier Natur und Landschaft, die als Collage, Gemälde, Zeichnung, Grafik und in der Sonderform der „Minis“ auftreten. Damit verdeutlicht sich auch der Wechsel in der Bedeutung des Floralen in Inhalt und Form bei Hannah Höch. Sie verbinde in ihren Arbeiten, so die Kuratoren Karoline Hille und Nadine Steinacker, avantgardistisches Experiment mit klassischem Naturstudium, Pflanzenkunde und Abstraktion.

Die Künstlerin schrieb sich 1912 an der Kunstgewerbeschule in Berlin ein und wechselte 1915 in die Klasse von Emil Orlik am Kunstgewerbemuseum in Berlin. Es folgte eine Romanze mit Raoul Hausmann und näherer Kontakt zu den Berliner Dadaisten. Gemeinsam entwickelten sie stilistisch die Fotomontage, die Hannah Höch 1918 als neue künstlerische Ausdrucksform erklärte. Zeit Lebens setzte sich die Malerin mit der Natur und der Landschaft auseinander, die sie medien- und stilübergreifend umsetzte. Das Blühen und Vergehen der Pflanzen wusste Höch fern der Idylle mit Dynamik und Vitalität umzusetzen. Den Blick auf die Natur durchziehen sowohl prüfende, realistische und ironische Untertöne als auch Elemente dunkler Melancholie und des Kämpferischen.

Die Tristesse eines monochrom braunen Hintergrundes mit Tannen vereint Hannah Höch mit geisterhaft diaphanen weißen Glockenblumen, die in das Bild „Digitalis“ von 1938 hineinwachsen. Ein Jahr vorher entstand „Aus dem blühenden Tal“. Höch zeigt hier einen Ausschnitt aus einer Blumenwiese, die mit bunten Blüten in Weiß, Rot, Gelb und dem grünen Gras das intensive Blühen der Pflanzen des Frühlings konzentriert einfängt. Die Collage „Garten“ von 1948 vereint abstrakte Flächen mit schwingenden Formen, die an Lattenzäune erinnern. Ein weißer Papierregenschirm wird zu einer Blüte, die eingefügten farbigen Stickereifotos sind ebenso ein organischer Bestandteil dieser ornamental anmutenden Arbeit, wie die eigentümlich abstrakte graue Stern-Blume des Vordergrundes.

Die Ausstellung „Hannah Höch – Flora Vitalis“ läuft bis zum 10. September. Das Kunsthaus Apolda hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5, ermäßigt 4 Euro. Der begleitende Katalog kostet 17 Euro.

Kunsthaus Apolda Avantgarde
Bahnhofstraße 42
D-99510 Apolda

Telefon: +49 (0)3644 – 51 53 64
Telefax: +49 (0)3644 – 51 53 65

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


16.07.2017, Hannah Höch: "Ich verreise in meinen Garten"

Bei:


Kunsthaus Apolda Avantgarde e.V.

Künstler:

Hannah Höch









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