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Peter Buggenhout in Nürnberg

Das Staatliche Museum für Kunst und Design in Nürnberg präsentiert seit dem Wochenende Arbeiten von Peter Buggenhout. Der 1963 in Belgien geborene Bildhauer, der in Gent lebt und arbeitet, konzipierte eine raumübergreifende Inszenierung für das Museum, die sich durch das Foyer, Treppenhaus und die oberen Sammlungsräume zieht. Weitere Installationen und skulpturale Arbeiten ergänzen die Ausstellung „Kein Schatten im Paradies“. Der Titel bezieht sich auf Platons Höhlengleichnis. Dort lässt eine unsichtbare Lichtquelle die Silhouetten von Gegenständen erkennen. So werden sie zu einer Metapher für die nicht unmittelbar sichtbare Wirklichkeit.

Peter Buggenhouts Werke bewegen sich in einer Zwischenwelt von Realität und Fantasie. Sie wirken wie Artefakte, die ebenso menschliche Spuren der Vergangenheit wie auch Szenarien aus der Zukunft sein könnten. Diese rätselhaften Objekte mutierender und amorpher Materialassemblagen setzen sich aus diversen Reststoffen der Gesellschaft zusammen und greifen manchmal in den Raum hinein. Die Titel seiner Werke beziehen sich oft auf die Mythologie, Philosophie oder die Bibel. Die voluminösen Akkumulate stehen mit ihrer starken physischen Präsenz in Kontrast zu einer sich immer mehr digitalisierenden Welt, die in der Museumsmitteilung als „Zeitalter der Entmaterialisierung“ bezeichnet wird. In der Serie „The Blind Leading The Blind“ von 2015 überzieht eine dicke dunkle Schicht zusammengefügte Gegenstände, die eine große zerklüftete Formation bilden. Die Objekte wirken wie geborgene Fragmente eines Wracks, wobei die dicke Staubschicht als Symbol der Zeit fungiert. Diese in die Höhe strebenden Werke verschlucken das Licht mit ihrer matten Oberfläche und wirken wie Relikte einer anderen, verlorenen Zeit, die in ihrem Verfall konserviert wurde.

Das Erlangen eines transitorischen Momentes zwischen Transformation, Chaos, Ordnung und Erschaffung als Kreislauf der Dinge verdeutlicht Peter Buggenhout auch in der seit 2005 fortgeführten Gruppe der „Gorgo“. Diese kleinen Plastiken beinhalten stets Schweineblut und in Teer getränktes Rosshaar. Bei den antiken Griechen galten die Gorgonen als unsterbliche und grausame Gestalten mit einem Schlangenhaupt und Flügeln. Die wohl bekannteste Gorgo ist die Medusa, die bei ihrem Anblick Sterbliche zu Stein erstarren lässt. Bei Peter Buggenhout, der unter anderem im S.M.A.K. in Gent sowie dem Frankfurter Kunstverein ausstellte, fügen sich dabei dunkle Reststoffe zu Materialassemblagen zusammen. Ähnlich den Fabelwesen scheinen sie nicht Teil unserer Welt zu sein und befinden sich in einem beunruhigenden Verwesungsprozess.

Die Ausstellung „Peter Buggenhout. Kein Schatten im Paradies“ läuft bis zum 24. September. Das Neue Museum Nürnberg hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr und donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 5 Euro; für Kinder und Jugendliche unter 18 ist er kostenlos. Begleitend zur Schau erscheint ein Katalog.

Neues Museum Nürnberg – Staatliches Museum für Kunst und Design
Klarissenplatz
D-90402 Nürnberg

Telefon: +49 (0)911 – 240 200
Telefax: +49 (0)911 – 240 20 29

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


14.07.2017, Peter Buggenhout. Kein Schatten im Paradies

Bei:


Neues Museum

Künstler:

Peter Buggenhout








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