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Linda Christanell in Wien

Linda Christanell, Berührungsinstrument Ich bin (Fingerfächer), 1976

Das 21er Haus in Wien hat Linda Christanell wieder entdeckt und widmet ihr derzeit eine Ausstellung. Die Künstlerin und Filmemacherin gehöre seit Ende der 1960er Jahren zu den Schlüsselfiguren der österreichischen feministischen Avantgarde, so Kurator Harald Krejci. In der Retrospektive hat er Werke von Christanell aus den letzten 50 Jahren zusammengestellt. Ihre medienübergreifenden Arbeiten spannen einen Bogen von Zeichnung über Stoffobjekte bis hin zu Performance, Fotografie und Film. Krejci präsentiert nach eigener Aussage bisher nicht gezeigte Werkgruppen, wie frühe Plexiglas- und Kartonobjekte. Im Zentrum von Christanells Schaffen stehen die Dekonstruktion von tradierten männlichen Blickmustern und das Hinterfragen der Funktionsmechanismen des Mediums Film.

Linda Christanell setzt sich seit Beginn ihrer künstlerischen Laufbahn mit weiblichen Lebenswelten, Sexualität und gesellschaftlichen Zuschreibungen auseinander. Für ihre Arbeiten verwendet sie Objekte, die Weiblichkeit und Sexualität symbolisieren, wie Schmuck, Federn und Muscheln. Die gesellschaftlich normierten Rollenbilder kommentiert sie auf ironische Weise mit den Schriftzügen „Sexy“ und „Kiss“. In der Malerei, Objektkunst und Installation beheimatet, fertigte die Wiener Künstlerin in den 1960er Jahren Objekte aus neuartigen Materialien wie Schaumstoff und Plexiglas an. Diese Arbeiten interpretiert sie auf Basis von Leinen neu und entwickelt sie schließlich zu tragbaren Körperobjekten weiter, wie in der Arbeit „Verschnürung“ von 1973, in der ein verschnürtes Leinenpäckchen auf dem Unterleib einer nackten Frau liegt. So begibt sich die Avantgardekünstlerin auf das Terrain der Performancekunst und gründet 1976 gemeinsam mit Renate Bertlmann das Kollektiv BC.

Internationale Aufmerksamkeit erlangt Linda Christanell Ende der 1970er Jahre durch Performances wie „Fingerfächer“, bei dem sie ein schwarzes fächerförmiges Gerüst über Unterarm und Finger spannt und mit schwarz-weiß bemaltem Gesicht vor die Kamera tritt. Ab den 1970er Jahren widmet sich Christanell zudem verstärkt dem Medium Film, zu dem sie über die Dokumentation ihrer Arbeiten gelangt. Fotografische Elemente, Trashobjekte, Fotos und Texte vereint die Künstlerin zu einer vielschichtigen und poetischen Narration. In den letzten Jahren gilt ihr Interesse unter anderem der inhaltlichen Neubestimmung und Verdichtung von vorhandenem Bildmaterial, das sie mittels Medientransfer zu formalästhetischen Fotoinstallationen weiterführt.

Linda Christanell, 1939 in Wien geboren, studierte Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien und verbrachte 1964 einen einjährigen Aufenthalt in Paris. Von 1965 bis 1974 übte sie eine Lehrtätigkeit in bildnerischer Erziehung aus. Zudem hatte sie 1993 einen Lehrauftrag am Seminar für Filmwissenschaft der Universität Zürich. Christanell erhielt 2012 den österreichischen Kunstpreis in der Kategorie Video und Film sowie 2015 den Preis der Stadt Wien für bildende Kunst. Sie war mit Ausstellungen 1965 im Maison des Beaux-Arts in Paris, 1970 im Forum Stadtpark in Graz und 1972 in der Galerie 72 in Eisenstadt vertreten.

Die Ausstellung „Linda Christanell. Picture Again“ läuft bis zum 10. September. Das 21er Haus hat täglich außer montags und dienstags von 11 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 5,50 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er frei.

21er Haus
Arsenalstraße 1
A-1030 Wien

Telefon: +43 (0)1 – 795 570

Quelle: Kunstmarkt.com/Anja Schmidbauer

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Veranstaltung vom:


22.06.2017, Linda Christanell - Picture Again

Bei:


Österreichische Galerie Belvedere

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Ausstellung „Linda Christanell. Picture Again“
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Linda Christanell, Performance: Die weiße Kugel, 1978
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Linda Christanell, Objekt: Verschnürung, 1973
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Linda Christanell, L.C., 1977
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Ausstellung „Linda Christanell. Picture Again“
Ausstellung „Linda Christanell. Picture Again“

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Ausstellung „Linda Christanell. Picture Again“
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Linda Christanell, Berührungsinstrument Ich bin (Fingerfächer), 1976
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