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Käthe-Kollwitz-Preis 2017: Die Akademie der Künste in Berlin zeigt Großplakate und Bildprojektionen der Düsseldorfer Künstlerin Katharina Sieverding

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Katharina Sieverding vor ihrer Arbeit „We Have Friends All Over The World“, 1979

Katharina Sieverding vor ihrer Arbeit „We Have Friends All Over The World“, 1979

Jedermann präsent sind zur Zeit die dramatischen Bilder von den Gewaltexzessen während des G20-Gipfels im Hamburger Schanzenviertel. Eine Künstlerin, die Bilder dieser Art seit Jahrzehnten mit einem großen professionellen Interesse wahrnimmt, ist Katharina Sieverding, Jahrgang 1944. Jetzt erhielt die einstige Meisterschülerin von Joseph Beuys, die seit den späten 1960er Jahren mit ihrer Kunst auch prononcierte politische Statements abgibt, den mit 12.000 Euro dotierten Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste in Berlin. Mit der Ehrung verbunden ist eine Ausstellung in den Räumen der Akademie am Hanseatenweg.


In einer offenen Architektur hat die Grande Dame der perfekt durchgestalteten Bild-Text-Montage hier 19 direkt auf die Wand geklebte Großplakate im Standardmaß 252 x 356 Zentimeter mit politisch aufgeladenen Botschaften arrangiert, die während verschiedener Aktionen zwischen 1978 und 2017 auch auf Großplakatwänden deutscher Städte öffentlich präsentiert wurden. Die allzu komfortable Schutzzone Museum immer wieder zu verlassen und die eigene Kunst öffentlich angreifbar zu machen, zeichnet die mutige Strategie dieser Künstlerin aus. Sieverding transformiert eigene oder in den Medien gefundene Fotografien, indem sie diese zu Montagen verarbeitet, re-fotografiert, grob rastert und mit prägnanten Textelementen versieht, um so die Aufmerksamkeit des Betrachters zu erregen. Daneben ist sie bekannt dafür, sich selbst bei allen ihren Auftritten mit rotem Zopf, stets perfekt abgestimmtem schwarzen Outfit und Sonnenbrille als Marke mit hohem Wiedererkennungswert zu inszenieren.

„Deutschland wird deutscher“, eine ihrer bekanntesten Arbeiten, basiert auf einer Überschrift aus der Wochenzeitung „Die Zeit“ von 1992. Zu sehen ist der Kopf der Künstlerin, brutal bedrängt von Wurfmessern, wie sie von Messerwerfern im Zirkus verwendet werden. Angesichts der Hamburger Ereignisse ganz aktuell wirkt das Plakat „Schlachtfeld Deutschland“ aus dem Jahr 1978, dem ein Pressefoto der hochgerüsteten Antiterroreinheit GSG 9 als Basis diente. Ganz neu ist ein Großplakat mit dem Titel „Global Desire II“. Versehen mit der Headline „Am Falschen Ort“ überblendet Katharina Sieverding hier eine Aufnahme des größten syrischen Flüchtlingslagers in Jordanien mit einem Pressebild, das russische Soldaten beim Beladen eines Kampfjets mit Bomben zeigt.

Katharina Sieverding gelingt es immer wieder, Text und Bild in einen kongenialen, dabei oft überraschenden und gleichzeitig ästhetisch überzeugenden Zusammenhang zu bringen. „Das große Format ist für mich dadurch entstanden, indem ich den Bildraum so benutze, dass der Betrachter sich ‚life-size‘ in diesen hineindenken kann“, erläutert die Düsseldorfer Künstlerin ihr bevorzugtes Medium.

Aufschlussreich ist auch die Arbeit „Testcuts“, eine 9-Kanal-Bildprojektion, bestehend aus mehreren Tausend Schwarz-Weiß-Fotos aus dem seit 1966 ständig anwachsenden Archiv der Künstlerin, die nach dem Zufallsprinzip dynamisch miteinander in Dialog treten. Die Projektion füllt eine ganze Wand in einem großen, komplett abgedunkelten Ausstellungsraum mit Sitzbänken. Sie gleicht dabei einem erweiterten Familienalbum. Weggefährten aus der Beuys-Klasse wie Sigmar Polke oder Blinky Palermo treffen auf andere Protagonisten des Kunstbetriebs wie Andy Warhol, den Kurator Kasper König oder den Galeristen Mehdi Chouakri. Mit dabei sind aber auch die ebenfalls künstlerisch tätigen, erwachsenen Kinder Katharina Sieverdings sowie sie selbst in zahlreichen Passbildautomaten-Porträts aus mehreren Jahrzehnten.

Herausgekommen ist eine sehenswerte Schau, die Insider und Beobachter des Kunstbetriebs ebenso wie eher politisch interessierte Besucher ansprechen dürfte.

Die Ausstellung „Katharina Sieverding. Käthe-Kollwitz-Preis 2017“ ist bis zum 27. August zu sehen. Die Akademie der Künste am Standort Hanseatenweg hat täglich außer montags von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er kostenlos. Der 48seitige Katalog kostet 10 Euro.

Kontakt:

Akademie der Künste

Hanseatenweg 10

DE-10557 Berlin

Telefax:+49 (030) 200 57 2175

Telefon:+49 (030) 200 57 2000

E-Mail: info@adk.de



13.07.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Katharina Sieverding: Litfaßsäule vor der Akademie der Künste
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Katharina Sieverding, Kunst und Kapital, 2017
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Katharina Sieverding, Deutschland wird deutscher XLI-92,
 1992
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in der Ausstellung „Katharina Sieverding. Käthe-Kollwitz-Preis
 2017“
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 2017“
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Katharina Sieverding vor ihrer Arbeit „We Have Friends All Over The
 World“, 1979
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Katharina Sieverding, Testcuts 1966-2010, 2010
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Künstler:

Katharina Sieverding







Katharina Sieverding während der Pressekonferenz

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Katharina Sieverding vor ihrer Arbeit „Kunst und Kapital“, 2017

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Katharina Sieverding, XI/78. Schlachtfeld Deutschland, 1978

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Katharina Sieverding vor ihrer Arbeit „Testcuts 1966-2010“, 2010

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Katharina Sieverding, Testcuts 1966-2010, 2010

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Katharina Sieverding, Kunst und Kapital, 2017

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Katharina Sieverding, Deutschland wird deutscher XLI-92, 1992

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in der Ausstellung „Katharina Sieverding. Käthe-Kollwitz-Preis 2017“

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Katharina Sieverding, Testcuts 1966-2010, 2010

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