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Kalinowski-Preis an Max Leiß

Max Leiß erhält den erstmals ausgeschriebenen Kalinowski-Preis. Der Absolvent der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe darf sich über 10.000 Euro freuen, die ihm heute zur Eröffnung der Sommerausstellung der Akademie überreicht werden. Anstatt mit Marmorblöcken, Holz, Bronze oder Lehm arbeitet der Bildhauer Max Leiß mit Fundstücken von der Straße, die in seinem Atelier eine Transformation durchleben. Die Dinge verlassen ihren Kontext, erinnern aber weiterhin an ihre Funktion.

Max Leiß zerlegt die gesammelten Objekte in einzelne Elemente, die er lackiert oder abschleift, manchmal in einem anderen Material nachbaut oder vergrößert, um sie dann im Raum auszulegen, aufzuhängen und anderen Gegenständen zuzuordnen, wie in der Installation „Passage“ von 2010. Grünes Spielplatzgestell aus Stahl, Lack und Knetgummi lehnt an der Wand, gegenüber eine auf dem Boden platzierte Anordnung deformierter Ziegelsteine sowie eine aufgehängte Aluminiumplatte, auf der sich ein weiß lackiertes Rechteck befindet, betitelt mit „Kentaur, eine Wolke betrachtend“. Alte und neue, fremde und eigene Handlungen und Absichten hinterlassen ihre Spuren. Durch die Entledigung ihres eigentlichen Nutzens, ihrer Herkunft und Bedeutung verwandelt der Bildhauer die Dinge in Spielsteine, die sich in Bezug zu Raum, anderen Objekten und zum Betrachtenden setzen.

Der 1982 in Bonn geborene Max Leiß studierte von 2006 bis 2012 an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe bei Harald Klingelhöller, wo er 2012 Meisterschüler wurde. 2010 absolvierte er ein Auslandssemester an der École Nationale Supérieure des Beaux-Arts in Paris. Heute lebt Max Leiß in Basel, Marseille und Oberammergau als freischaffender Künstler und ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Landschaftsarchitektur der ETH Zürich. Seine Einzelausstellungen fanden unter anderem 2012 in der Galleria Enrico Fornello in Mailand, 2013 in der V8 Plattform in Karlsruhe, 2014 im Aargauer Kunsthaus und 2016 im Kunsthaus Baselland in Muttenz statt.

Der 2013 verstorbene Bildhauer und Zeichner Horst Egon Kalinowski gründete 2011 unter dem Dach der Stiftung Kunstfonds seine Nachlass-Stiftung, die seitdem sein Œuvre bewahrt und öffentlich zugänglich hält. Kalinowski lehrte von 1968 bis 1989 an der Karlsruher Akademie. Seinem Wunsch entsprechend lobt die Stiftung zukünftig jährlich den Kalinowski-Preis für Absolventen der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe aus.

Quelle: Kunstmarkt.com/Anja Schmidbauer

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