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Düsseldorfer Künstler der 1970er Jahre

Zur Feier ihres 50jährigen Bestehens wendet sich die Kunsthalle Düsseldorf ab morgen 20 Künstlern zu, die in den 1970er Jahren in der Rheinstadt lebten und gemeinsam arbeiteten. Zu ihnen gehörten etwa Klaus vom Bruch, Michael Deistler, Bruno Demattio, Candida Höfer, Klaus Mettig, Tony Morgan, Angelika Oehms, Sigmar Polke, Ulrike Rosenbach, Memphis Schulze sowie Ilona und Wolfgang Weber. Die Schau „Singular/Plural“ orientiert sich an Inhalten wie künstlerische Zusammenarbeit, Kolonialgeschichte, Musik, Comics, Ökonomien, Gender oder subkulturellen Impulsen im deutschen und europäischen Raum. Neben Gemälden, Musik, Fotografien oder Diaprojektionen bereichern dokumentarisches Material, Drucksachen und Schallplatten die Ausstellung. Laut den Kuratoren Petra Lange-Berndt, Dietmar Rübel, Max Schulze und Gregor Jansen sind die Exponate nicht chronologisch gegliedert, sondern „labyrinthisch, wie die prozessualen Kollaborationen und Debatten der Künstler abliefen“. Viele der Werke werden nun erstmals in einer Schau präsentiert. Alle Arbeiten eint die Auseinandersetzung und Abgrenzung mit dem Nachleben des Nationalsozialismus’.

Die Künstler interessierten sich neben Malerei, Film und Intermedia auch für Comics, Popkultur, Rockabilly, Hippie- und Rockertum, Punk und New Wave. Die Kuratoren summieren diese Konstellation unter dem Kunstwort „Post-Pop-Polit-Arena“: „… es ging um politische Haltungen und die Neuanordnung der Mythen des Populären, um das Aneignen, Wiederholen, Sampeln, Umdeuten, Kopieren und Fälschen von visuellem Material jenseits des Mainstreams.“ Neben dem Versuch, den im Westen aufgebauten Ordnungen des Kalten Krieges zu entrinnen, hinterfragten die Künstler die Funktion von Bildlichkeit in einer sich entwickelnden Spaß- und Informationsgesellschaft. So weisen die Kunstwerke sowohl ein politisches Sendungsbewusstsein wie auch eine selbstironische Seite auf.

Damals gegenwärtige Interessen spiegeln sich etwa in den psychedelischen Comicstrips von Christof Kohlhöfer und Emil Schult. Ins Absurde hebt Kohlhöfer 1976 den Offsetdruck „Commedia dell’Arte of the coloured dogs“. Aus einem Helikopter steigend und teils von Militär begrüßt, steht der Papst in einem prächtigen kirchlichen Ornat. Den Kopf des Kirchenoberhaupts hat Kohlhöfer durch eine Tintenfisch-Tiara in Grau-Braun collagiert. Lutz Mommartz und Astrid Heibach setzten sich zu einem im deutschsprachigen Raum frühen Zeitpunkt mit den ehemaligen deutschen Kolonien auseinander. Achim Duchow vertonte Diaprojektionen, die sich mit der Situation rund um die RAF, der Boulevardpresse oder dem Kunstmarkt auseinandersetzen. Die Künstler lösten zudem eine individuelle Autorschaft auf, indem sie ihr Material austauschten oder gemeinschaftlich arbeiteten. Damit erprobten sie zugleich alternative Lebensmodelle.

Die Ausstellung „Singular/Plural. Kollaboration in der Post-Pop-Polit-Arena“ läuft vom 8. Juli bis zum 1. Oktober. Die Kunsthalle Düsseldorf hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 6 Euro, ermäßigt 3 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er frei.

Kunsthalle Düsseldorf
Grabbeplatz 4
D-40213 Düsseldorf

Telefon: +49 (0)211 – 899 62 40
Telefax: +49 (0)211 – 892 91 68

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Veranstaltung vom:


08.07.2017, Singular/Plural. Kollaboration in der Post-Pop-Polit-Arena

Bei:


Kunsthalle Düsseldorf

Künstler:


Memphis Schulze

Künstler:

Ilona Weber

Künstler:

Wolfgang Weber

Künstler:

Christof Kohlhöfer

Künstler:

Emil Schult

Künstler:

Lutz Mommartz

Künstler:

Astrid Heibach








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