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Kaiser Caligula für München

Porträtkopf des römischen Kaisers Caligula, reg. 37-41 n. Chr.

Die Staatlichen Antikensammlungen und die Glyptothek München ergänzen ihre Kaisergalerie mit einem zu Lebzeiten entstandenen Marmorporträt Kaiser Caligulas (12 bis 41 n. Chr.). Dank der finanziellen Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung und des Vereins der Freunde und Förderer der Glyptothek konnte die Büste im spanischen Kunsthandel angekauft werden. Ausgestattet mit einer staatlichen Exportlizenz verließ das Bildnis erstmals Spanien und reiht sich nun unter den Herrscherporträts des julisch-claudischen Hauses in München ein.

In den 1930er Jahren kam bei Bautätigkeiten im spanischen Cordoba das in weißem Marmor gehauene Abbild eines Kaisers ans Tageslicht. Der fein ausgearbeitete Eichenkranz der „Bürgerkrone“, die schmalen Lippen sowie die charakteristischen Grübchen am Kinn und die leichten Segelohren verraten, dass es sich um den jugendlichen Gaius Caesar Augustus Germanicus, auch Caligula genannt, handelt. Der Bildhauerstil lässt vermuten, dass das circa 36 Zentimeter hohe Bildnis in einem der hochrangigen Ateliers in den römischen Machtzentren des Westens, etwa in Mérida, entstanden ist.

Caligula, der Urenkel Kaiser Augustus, übernahm im Jahr 37 n. Chr. den Lorbeerkranz nach dem Tod des Kaisers Tiberius. Zunächst von den einflussreichen römischen Kreisen als vermeintlich leicht steuerbare Marionette eingesetzt, entpuppte sich Caligula alsbald als machthungriger und verschwörungsängstlicher Schreckensherrscher. In den antiken Quellen wird unter anderem von grausamen Hinrichtungen, Folterungen, Verbannungen und einer verschwenderischen Bautätigkeit berichtet. Nach nur vier Jahren Amtszeit ereilte ihn die brutale Ermordung, angezettelt durch Senat und Prätorianergarde. Caligula erhielt nach seinem Tod den Titel „Damnatio memoriae“, der eine posthume Verehrung verbot und die Vernichtung vieler Bildnisse des Kaisers bedeutete. Umso glücklicher ist das Münchner Museum über den Neuerwerb, der ab dem 12. Juli in der Sonderausstellung „Charakterköpfe. Griechen und Römer im Porträt“ bewundert werden kann.

Quelle: Kunstmarkt.com/Anja Schmidbauer

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