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Das Museum im Kulturspeicher widmet sich derzeit Victor Vasarely und feiert in Würzburg den Großmeister der Op-Art

Die Verbindung von Poesie und Wissenschaft



Victor Vasarely sagte einmal, er verspüre in seinen Werken „die Unendlichkeit der Sternenwelt“. Die Arbeiten des 1906 in Ungarn geborenen Künstlers sind getragen von utopischen Ideen der 1950er und 1960er Jahre, seiner Faszination für die Raumfahrt, dem Aufbruch in ein neues Zeitalter und seiner Begeisterung für Naturwissenschaft und Technik. Er wollte eine Verbindung von Kunst und Leben, schuf deshalb Kunst im öffentlichen Raum und betätigte sich auch als Gestalter. Seine Gemälde, die ab den 1960er Jahren entstanden, sind dreidimensionale Bildräume, die von optischen Effekten getragen werden. Die aktuelle Ausstellung im Würzburger Kulturspeicher „Der Traum vom Raum“ zeigt diese späteren Bilder und ergänzt sie durch Malereien, Grafiken und Zeichnungen aus früheren Schaffensperioden. Sämtliche Exponate schuf Vasarely nach 1945, nahezu alle Werke sind Leihgaben aus dem Besitz der Galerie Lahumière in Paris.


Marlene Lauter, Die Kuratorin der Ausstellung und Direktorin des Museums im Kulturspeicher Würzburg, hat die Werke Vasarelys nach Schaffensperioden geordnet und um Arbeiten anderer Künstler aus der „Sammlung Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945“ ergänzt. Der Kuratorin gelingt es, eine Kontextualisierung zwischen Vasarely und anderen „Konkreten“ herzustellen und die Entwicklung des Künstlers hin zur Optical-Art aufzuzeigen. Der Rundgang eröffnet mit einer unbetitelten Zeichnung von 1948. Bei diesem Blatt sind teils gebogene und teils rechteckig schraffierte Blöcke zu einer losen Figur angeordnet. Diese Konstruktion wird von einer achsensymmetrisch nach links verschobenen und mit dünnerem Bleistiftstrich gezeichneten Figur überlagert. Dieses Blatt ist insofern interessant, da der Weg des Künstlers zu den streng geometrischen Malereien und sein Ringen um eine neue Räumlichkeit bereits zu erahnen sind.

Das folgende Jahrzehnt ist durch die Werkphasen „Denfert“, „Belle-Isle“ und „Gordes-Crystal“ bestimmt, die sich zeitlich überschneiden. Der Ort Gordes in der Provence inspirierte den Wahlfranzosen 1948 zu der Zeichnung „Étude pour Gordes“. Er abstrahierte architektonische Elemente des am Hang gelegenen Dorfes zu vier zackig reduzierten Formen, deren einzelne Elemente sich überlagern und nach vorne zu drängen scheinen. Auf der bretonischen Insel „Belle Isle“ sammelte Victor Vasarely Kieselsteine und übersetzte deren Aussehen in halbovale Formen. In dem Ölgemälde „Belle îsle Meaux 1“ von 1949/52 treten diese als schwarze Ovale auf weißem Grund oder kurz in umgekehrter Kontraststellung hervor und suggerieren dem Auge des Betrachters Räumlichkeit.

Der Gegensatz von Schwarz-Weiß beziehungsweise Silber-Schwarz bestimmt auch die kinetische Periode des Künstlers, die 1955 ihren Anfang nahm. Das Acrylbild „Jobbal“ aus der Sammlung Ruppert von 1955 ist ein Beleg für die baukastenförmige Akribie, mit der Vasarely vorging. Eine sich von links verdickende Struktur, die an Fensterlamellen erinnert, wird mittig überlagert von Balken und Flächen, die unterschiedlich große Vierecke und Dreiecke ausbilden.

Der zweite Ausstellungsraum feiert dann die bekannten Op-Art-Bilder des Künstlers. In „Gestalt Ville“ von 1969 bewegen sich mehrere vielfarbige geometrische Körper durch den Bildraum und verleihen der Komposition Dynamik. Das Gemälde „Lapidaire“, ebenfalls aus der Sammlung Ruppert, veranschaulicht zwei zentrale Aspekte seiner Arbeitsweise: Zum einen die Verwendung der Parallelperspektive und zum anderen sein Prinzip der „Unités Plastiques“. Dieses Konzept, das auf jeweils zwei kontrastierenden Form-Farben als Figur und Grund beruht, ließ er sich 1959 patentieren. Das großformatige Werk „Majus“ von 1967/68 ist ein Paradebeispiel dieser Arbeitstechnik. In der Komposition wird in viereckigen Feldern mit je einem Kreis die Farbabfolge zum Bildzentrum hin mehrfach wiederholt. Die Größe der Kreise variiert jedoch und sorgt dafür, dass das Auge des Betrachtenden auf der Suche nach Systematik ruhelos durch das Bild wandert.

Leider wird dieses Seherlebnis, das Kernanliegen der Op-Art, bei einigen Werken durch das große Kabinett in der Mitte des zweiten Ausstellungsraums eingeschränkt, da es nicht möglich ist, alle Arbeiten frontal und mit Abstand zu erfassen. Zudem sind die Holzwände des Kabinetts lavendelfarben gestrichen, was eine zusätzliche Herausforderung beim Betrachten bedeutet. Dies ist gerade deshalb schade, weil die grafischen Arbeiten an den Kabinettwänden, die zu Highlights der Ausstellung gehören, wie ein störender Einschub wirken.

Vasarelys Arbeit „La Mañana“ von 1955 belegt den konstruktivistischen Einfluss durch eine reduzierte Komposition aus dreiaufeinander stehenden Formen, die durch ihre Strahlkraft und Klarheit ins Auge fallen. Aufmerksam macht auch das kleinformatige „Quazar-R“ von 1969. Der Titel ist eine Bezugnahme auf Quasare, die zu den leuchtkräftigsten Phänomenen im Universum gehören. Auch Vasarelys Werk leuchtet durch den Farbverlauf, der von innen nach außen erst heller, dann wieder dunkler wird. Durch die leicht verschobene Anordnung der Parallelogramme entsteht der Effekt eines sich aufblähenden und pulsierenden Bildraumes. „Quazar-R“ ist ein Beleg für die poetische Übersetzung von naturwissenschaftlichen Erkenntnissen mit den Mitteln der Kunst. Die klug ausgewählten Zitate des Künstlers, die an den Wänden der Ausstellung angebracht sind, schaffen ein Verständnis für den Anspruch Victor Vasarelys, Kunst und Wissenschaft durch optische Kniffe zu einer Einheit zu verbinden.

Die Ausstellung „Der Traum vom Raum. Victor Vasarely. Malerei“ läuft bis zum 9. Juli. Das Museum im Kulturspeicher hat dienstags von 13 bis 18 Uhr, donnerstags von 11 bis 19 Uhr sowie mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 5,50 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Der Katalog kostet 19,80 Euro.

Kontakt:

Museum im Kulturspeicher

Oskar-Laredo-Platz 1

DE-97080 Würzburg

Telefon:+49 (0931) 322 250

Telefax:+49 (0931) 322 25 18



29.06.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sebastian Schmitt

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Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


22.04.2017, Der Traum von Raum. Victor Vasarely. Malerei

Bei:


Museum im Kulturspreicher Würzburg

Künstler:


Victor Vasarely










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