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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Alte Meister und Kunst des 19. Jahrhunderts gingen bei Karl & Faber in München meist ohne viel Aufhebens über das Auktionspult

Ein Nachtbild im ungewöhnlichen Format



Wilhelm Leibl, Mädchen mit weißem Mullhut

Wilhelm Leibl, Mädchen mit weißem Mullhut

Seit den 1860er Jahren faszinierten Carl Spitzweg immer häufiger die Geheimnisse der Nacht, so dass er mehrere Nachtbilder malte, die die Stadt im blaugrünen Licht des Mondes zeigen. Zu diesen Kompositionen zählt auch das Spitzenwerk der Auktion mit Alten Meistern und Kunst des 19. Jahrhunderts bei Karl & Faber in München. „Die Scharwache“ ist wie auch andere Nachtbilder des Künstlers in einem schmalen Hochformat angelegt und lenkt den Blick des Betrachters über einen bühnenartigen Aufgang zu einer Brücke, über die die Scharwache zieht. Zwischen den hochragenden Häuserschluchten erscheinen der Tambour und die drei ihm folgenden Grenadiere klein und fast verloren. Die Ansicht mit den geheimnisvoll fahl beleuchteten Häuserfronten kam gut bei den Bietern an und brachte es schließlich auf die anvisierten 100.000 Euro. Weiterhin unter Vorbehalt steht allerdings der Verkauf des eigentlichen Top-Loses der Auktion: Für Wilhelm Leibls empfindsames Portrait „Mädchen mit weißem Mullhut“, das durch die strenge Frontalität und modellierenden Farbauftrag fasziniert, sind bisher nur 160.000 Euro geboten. Der Einlieferer, ein süddeutscher Privatsammler, der sich mit den Erben des jüdischen Bankiers Hugo Simon auf die Versteigerung geeinigt hat, will aber mindestens 200.000 Euro sehen.


Gemälde

Insgesamt zeugt die losbezogene Zuschlagsquote samt Nachverkauf von gut 51 Prozent von einem soliden Ergebnis. Das meiste wurde am 19. Mai recht geschäftsmäßig abgehandelt, Überraschungen blieben fast aus. Die Gemälde mussten mit etwas Absatzschwäche kämpfen; hier lag die Verkaufsrate nur bei 42 Prozent. Dem niederländischen Maler Dirck Jacobsz wird das Bildnis eines vornehmen Mannes aus dem 16. Jahrhundert zugeschrieben. Zu sehen ist der Auftraggeber in halber Figur in einer Siebenachtelansicht vor einem neutralen blaugrauen Hintergrund. In seiner Hand hält der nicht identifizierbare Mann eine Nelke, die in der abendländischen Kunst eine lange Bildtradition hat, galt sie traditionell als Symbol der Liebe und Treue. Für den unteren Schätzwert von 70.000 Euro wechselte das Portrait seinen Besitzer. Ein großes Blumen- und Früchtestillleben mit Papagei wurde im Umkreis von Pieter Boel und Hieronymus Galle d.Ä. verortet. Die prachtvolle Auswahl der Blumen, Früchte und Tiere in einer Waldlandschaft konnte sich von geringen 4.000 bis 6.000 Euro auf 13.000 Euro steigern.

Etwas Magisches haftet der düsteren „Einschiffung bei Mondschein“ an, die der Greifswalder C. D. Friedrich-Schüler Johann Friedrich Boeck gemalt haben soll. Anstelle der angesetzten 12.000 bis 15.000 Euro fuhr die schimmernde Nachtmalerei gute 17.000 Euro ein. Unter dem Schätzwert von 50.000 bis 60.000 Euro blieb Carl Spitzwegs locker gemalte „Kapelle im Felsen“ mit einem Zuschlagswert von 40.000 Euro. Gleiches widerfuhr einer hügeligen Landschaft Hans Thomas, an deren Bächlein zwei Ziegen grasen. Schon bei 22.000 Euro schlug der Hammer für den „Schwarzwaldbach mit Wolken“ aufs Pult (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Auch der niedliche Blick eines kleinen Affen konnte an der Zurückhaltung der Bieter nichts ändern. Gabriel von Max’ „Besinnung (Affe vor blauem Grund)“, die Ausdruck des starken anthropologischen Interesses des Künstlers und eines von seinen zahlreichen Affenbildern ist, gab es schon für 28.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Bei einigen günstig bewerteten exotischen Motiven kam mehr Bietlaune auf, so bei Carl Wuttkes „Sonnenaufgang bei den Tempeln von Luxor“ aus dem Jahr 1906 mit 3.800 Euro oder bei Ferdinand Konrad Bellermanns „Tropischem Fluss im Mondschein“ aus Venezuela von 1844 mit 2.630 Euro (Taxe 2.500 EUR).

Aquarelle und Zeichnungen

Etwas mehr Schwung brachten die Arbeiten auf Papier in den Auktionsverlauf. Erfolgreich bis auf 15.000 Euro kletterte die detailreiche Federzeichnung einer feinen Landschaft mit dem Barmherzigen Samariter und einem Dorf im Hintergrund wohl aus der Hand Jacob Grimmers (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Fast das Dreifache des Schätzwertes erwirtschaftete eine großformatige Darstellung eines sonnenbeschienenen Felsplateaus mit Hirten und Schafen an einem Fluss und einer Ruine in der Ferne. Ein Interessent übernahm das klassizistische Grisaille-Pastell von Jean-Baptiste Pillement aus dem späten 18. Jahrhundert für 30.000 Euro (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR). Über jeweils 3.800 Euro konnte sich Carl Wilhelm de Hamilton für seine naturgetreue Wiedergabe einer „Fliegenden Schellente“ und einer „Fliegenden Stockente“ freuen (Taxe je 2.000 EUR).

Mit 20.000 bis 25.000 Euro höher angesetzt war das Aquarell „Die Ruine Tiefburg bei Handschuhsheim“ Carl Philipp Fohrs. Vor der Kulisse der mittelalterlichen Burg unterhält sich angeregt ein Bauernpaar; er lehnt sich an das Brückengeländer und lässt seinen Hund neben sich sitzen, während sie ihm ein Bündel entgegenstreckt. Ein Zuschlagswert von 36.000 Euro bezeugt das hohe Interesse an Fohrs Arbeit. Josef Karl Stieler gilt als einer der wichtigsten süddeutschen Portraitmaler des frühen 19. Jahrhunderts. Mit seinem exquisit ausgearbeiteten Kreidebildnis der Freifrau von Eichthal aus dem Jahr 1837 machte er bei 4.000 Euro auf sich aufmerksam (Taxe 2.000 EUR). Studienhafter hat Max Klinger zwei nackte Frauengestalteten auf seiner taxgerecht bei 5.000 Euro übernommenen Bleistiftzeichnung angelegt. Als einer der einflussreichsten humoristischen Dichter und Zeichner Deutschlands ist Wilhelm Busch wohl jedem ein Begriff. Den Beginn der Bildergeschichte von „Plisch und Plum“, zwei kleinen ungezogenen Hunden, die von zwei Jungen vor dem Ertrinken gerettet werden, legte er 1883 mit Feder auf einem Blatt nieder. Am 19. Mai erfreute es sich einiger Beliebtheit und fuhr gute 7.000 Euro ein (Taxe 1.500 EUR).

Druckgrafik

Eines der Spitzenlose unter der Druckgrafik lieferte Albrecht Dürer mit seinem Holzschnitt „Das babylonische Weib“. Die Figur XII aus den 15 großformatigen Blättern der „Apokalypse“, die er um 1496/97 nach seiner ersten Italienreise schuf, gab es für 30.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Zudem reüssierten sein Kupferstich „Die Jungfrau mit der Birne“ aus dem Jahr 1511 bei 10.500 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) und „Das Meerwunder“ um 1498 bei 15.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR), während sein „Heiliger Antonius vor der Stadt“ von 1519 auf 25.000 Euro nachließ (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Keinen Anklang fand dann Dürers Bildnisstich mit Erasmus von Rotterdam bei 20.000 bis 30.000 Euro. Nicht ganz die untere Schätzgrenze von 15.000 Euro konnten fünf Blätter aus den „Sieben Tugenden“ nach Pieter Bruegel d.Ä. erreichen. Die Kupferstiche mit moralischem Unterton übernahm ein Bieter für 14.000 Euro.

Von ähnlich hohem Bekanntheitsgrad wie Dürer sind die Blätter Rembrandt Harmensz van Rijns. In seinem „Selbstbildnis mit Saskia“ aus dem Jahr 1636 verhandelt er sich als Künstler in einem Alltagsgewand vor einem Arbeitstisch. Die einzige Radierung, die Rembrandt zusammen mit seiner Frau Saskia zeigt, blieb jedoch liegen (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). Besser lief da „Die Auferweckung des Lazarus (große Platte)“, die es auf 19.000 Euro schaffte (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Erst im Nachverkauf ging seine figurenreiche Szene „Medea oder die Hochzeit des Jason und der Kreusa“ bei 16.500 Euro weg (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Den Höchstpreis unter den Grafiken forderte mit einem Zuschlagswert von 95.000 Euro die vollständige Folge „Carceri d’Invenzione“ Giovanni Battista Piranesis von 1745, bestehend aus 15 Blättern mit den Überarbeitungen von 1760 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). 59 Drucke aus Piranesis „Vedute di Roma“, zusammengefasst um 1830 in einen Halblederband, kamen auf taxkonforme 14.000 Euro, ebenso Bernardo Bellottos Dresden-Vedute „Perspective de la Place de la grande Garde“ von 1750 auf 5.000 Euro.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Karl & Faber Auktionen

Amiraplatz 3

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 24 22 870

Telefon:+49 (089) 221865

Telefax:+49 (089) 22 83 350

E-Mail: info@karlundfaber.de



22.06.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Maren Janka Hopp

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