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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Van Ham hatte seine Auktionen mit Kunst seit 1900 erstmals viergeteilt und ging erfolgreich mit „Contemporary“ und „Design“ an den Start

Mysteriöser Tod



Verfolgt man die Entwicklung von Van Ham in den letzten zehn Jahren, so stellt man eine zunehmende Verlagerung des Schwerpunkts in die postmoderne und zeitgenössische Kunst fest. In diesem Frühjahr hat das Kölner Auktionshaus nun erstmals seine Versteigerung von Kunst des 20. und frühen 21. Jahrhunderts in drei statt bisher zwei Sparten geteilt: Neben der üblichen Auswahl klassischer Moderne gab es eine Abteilung „Post War“ und ein abschließendes „Contemporary“. Vor allem der Absatz der jüngsten Künstler sollte dadurch gestärkt werden, wenngleich die Offerte noch verhältnismäßig schmal, dafür aber hochpreisig war. Immerhin 34 von 55 Arbeiten konnten unter die Leute gebracht werden, was einer durchschnittlichen Zuschlagsquote von rund 62 Prozent entspricht. Es ist ja auch recht gewagt, hierzulande eher weniger bekannte Künstler wie den Briten Tony Bevan mit seiner „Midway Bar“ von 1999 zum Aufruf zu bringen. Vorsichtig auf 6.000 bis 8.000 Euro taxiert, sprangen aber immerhin 25.000 Euro die abstrakte Farbzweiteilung mit wulstigem Gebilde heraus. Eine in ein Raster aus bunten Kringeln umgewandelte „Elizabeth Taylor“ des Südafrikaners Gavin Rain steigerte sich von 3.000 bis 5.000 Euro auf 15.000 Euro.


Contemporary

Höhepunkt der Zeitgenossen wurde am 31. Mai ein mit 46 Zentimetern Breite erstaunlich kleiner Karton des 1977 geborenen Rumänen Adrian Ghenie aus dem Jahr 2002. Betitelt mit „Aripile Destinului (Flügel des Schicksals)“, sind darauf zwei Engel und eine nackte Frau in altmeisterlicher Manier, aber verfremdeter Farbigkeit zu einer bedeutungsschwangeren Komposition vereint. Mit 97.000 Euro wurde knapp die untere Schätzung erreicht. Dahinter folgte bei 85.000 Euro Thomas Demands menschenleere Fotografie „Badezimmer (Beau Rivage)“ von 1997, mit der er sich auf die mysteriösen Umstände von Uwe Barschels Tod bezieht (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Mit 50.000 Euro die Mitte der Schätzung traf Karin Kneffels fotorealistische Abbildung eines bunten Teppichs von 2008, auf dem ein Tigerfell ausgebreitet liegt. Eines von 650 Exemplaren von Jeff Koons’ kleiner „Dom Pérignon Balloon Venus“ in Magenta von 2013 kostete 34.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Das Hauptlos allerdings, Thomas Struths großformatige Farbfotografie von Besuchern vor Georges Seurats berühmtem „Sonntagnachmittag“ im Art Institute of Chicago von 1990, blieb unveräußert liegen (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR).

Post War

Die Abteilung „Post War“, die Van Ham losbezogen zu rund 70 Prozent absetzte, fand in Kazuo Shiragas informellem wilde Spätwerk „GI“ von 1991 bei 170.000 Euro ihre Krönung. Die Schätzung von 70.000 bis 100.000 Euro war eine Verlockung bei einem Künstler, der in jüngerer Zeit zunehmend auch in Deutschland arriviert. Von 70.000 bis 90.000 Euro auf 115.000 Euro konnte sich auch eine experimentelle, zwischen Pop Art und Farbabstraktion changierende Mischtechnik Sigmar Polkes aus dem Jahr 1981 verbessern. Den dritten Platz besetzte ein Exemplar von Yves Kleins berühmter ultramarinblauer Abkonterfaktur der griechischen Nike von Samothrake von 1962 in einem Guss aus dem Jahr 1973, die sich ein französischer Sammler für 100.000 Euro nach Paris zurückholte (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Die obere Grenze von 60.000 bis 80.000 Euro schaffe Andy Warhols mittelgroßes Portrait von Marilyn Monroe aus dem Jahr 1967 auf einem mittelgroßen Siebdruck in den Farben Gelb, Rot, Flieder und Türkis.

Aus dem soliden Mittelfeld sind jeweils taxgerecht ein mannshoher Beton-„Torso“ Günther Förgs mit Längsschraffuren von 1989 für 40.000 Euro, eine kleine Tuschezeichnung mit schwarzem Kreis und Papiereinrissen von Lucio Fontana aus dem Jahr 1960 für 38.000 Euro und Victor Vasarelys konstruktivistisches, trotzdem verwirrendes Schwarz-Weiß-Bild „Tilla II“ von 1957/62 für 34.000 Euro zu nennen. 43.000 Euro spielte eine Assemblage Mary Bauermeisters ein, betitelt „Needless needles commentary“ und entstanden 2016 als eine mit Glaslinsen verzerrte Version einer gut fünfzig Jahre älteren Zeichnung (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Gelegentliche Preissteigerungen im unteren Bereich galten nicht selten bekannteren deutschen Künstlern wie Ulrich Rückriem, dessen zweiteilige Skulptur „stehend und liegend“ von 1984 gute 26.000 Euro einfuhr (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), oder dem derzeitigen Biennale-Star Franz Erhard Walther und seiner aus Stoffen zusammengestellten „Annäherung Schritte seitwärts“ von 1968/82 für 24.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Moderne

Schon allein die hohe Zuschlagsquote von 84,3 Prozent deutet darauf hin, dass sich trotz aller Bemühungen der jüngeren Künstler das Hauptlos der gesamten Auktion wieder in der klassischen Moderne fand: Ein besonders farbharmonischer „Abstrakter Kopf: Der Allerschönsten“ Alexej von Jawlenskys aus dem Jahr 1933 konnte seine Schätzung mit dem Ergebnis von 185.000 Euro fast verdreifachen. Derselbe Künstler landet mit der fast gänzlich ungegenständlichen „Variation: Winter“ von 1915 bei 100.000 Euro auch auf Platz drei der Modernen (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Dazwischen fand sich Ferdinand Hodlers 1917 datiertes, freundlich rückblickendes Bildnis seiner Nichte Albertine Bernhard für die untere Schätzung von 120.000 Euro wieder. Jeweils 80.000 Euro erzielten zwei Gemälde Karl Hofers: der stille, fast klassisch dastehende Frauenakt „Nach dem Bad“ von 1937 und das bunte, lustige „Maskenfest“ von 1949 (Taxen je 80.000 bis 120.000 EUR). Sein Ende der 1920er Jahre geschaffenes „Liebespaar am Fenster“ wurde auf 57.000 Euro hochgehandelt (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR).

Auf 70.000 Euro verdoppelte ein in Öl auf Karton festgehaltener Mohnstrauß Gabriele Münters seine Schätzung. Der niedrige Schätzpreis entsprang wohl der Überlegung, dass es sich lediglich um ein Werk der 1950er Jahre handelt. Auch Hans Purrmanns 1930 alla prima aufgetragene „Palmen am Hafen von Sanary“ waren mit 20.000 bis 30.000 Euro verhalten angesetzt und erbrachten schließlich 39.000 Euro. Richard Seewald ließ 1921 „Die Sonne von Elba“ schwer über einem Dorf der italienischen Insel sinken und erwirtschaftete damit 16.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Die expressionistische Zeichenkunst reüssierte in Form von Heinrich Campendonks kubistisch angehauchter Gouache- und Tuscheskizze zweier Frauen aus dem Jahr 1912 bei 30.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und mit Ernst Ludwig Kirchners flott skizziertem Blatt „Im Zuber“, in dem sich seit etwa 1910/11 ein weiblicher Akt mit zwei Herren vergnügt, bei 22.000 Euro (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR). Lyonel Feiningers dunkelfarbige, von der Ostseeküste inspirierte Papierarbeit „West Deep III“ von 1932 erlangte die untere Grenze von 60.000 bis 80.000 Euro. Für die Skulptur standen Amedeo Modiglianis bronzene „Tête de jeune fille à la frange“ für 40.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR), Joseph Enselings elegisches Paar „Adam und Eva“ von 1914 für 10.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) oder Marg Molls stilisierte „Eule“ aus Messing von 1928 bei 7.000 Euro (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR).

Design

Der klassischen Moderne und der Nachkriegskunst zwischengeschoben hatte Van Ham eine kleine, erstmals eigens ausgewiesene Designofferte mit 29 Stücken, von denen nur fünf unveräußert liegenblieben. Am begehrtesten waren die Arbeiten Ron Arads, insbesondere sein in nur zwanzig Exemplaren verbreitetes, lebendig geschwungenes „D-Sofa“ von 1995 aus hartem hochglanzpoliertem Edelstahl für 75.000 Euro, das eher durch seine skulpturalen Qualitäten, denn durch seine Gemütlichkeit überzeugt (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Auch Arads 1989 in einer Fünferauflage vervielfältigter und geschwärzter Stahlsessel „Little Heavy“ konnte sich über 35.000 Euro nicht beschweren (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Aus der Designwerkstatt der vor einem Jahr verstorbenen irakisch-britischen Architektin Zaha Hadid ging 2003 eine weiße Kunststofflounge hervor, die wie eine Flosse aufsteigt und den Raum nach allen Richtungen auslotet. Sie verkaufte sich nun für 33.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



20.06.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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