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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Erfolgreich schließt Andreas Sturies seine Auktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst ab

Ein Liebeskampf zwischen Mensch und Tier



Fast fließend erscheinen die Grenzen zwischen dem Stier, dem Pferd und der jungen Frau zu sein, die Pablo Picasso in einer Radierung aus dem Jahr 1934 miteinander vereint. Die Frau liegt mit entblößten Brüsten auf dem kräftigen Rücken des Stiers, während von Oben ein aufgeregtes Pferd auf sie springt. Mit geschlossenen Augen wirft sie lasziv den Kopf nach hinten und greift sich mit ihrer klauenartigen Hand an die eigene Brust. Bei der nackten Schönheit handelt es sich um Marie-Thérèse Walter, erkenntlich an ihrer markanten Nase und den kurzen hellen Haaren, bei dem Stier um Picasso. Seine damalige Geliebte, die der große spanische Meister 1927 noch zu Zeiten seiner Ehe mit Olga Koklowa kennengelernt hatte, führt auf dem Auktionsmarkt regelmäßig zu einem Schlagabtausch der Bieter, so auch jetzt bei Andreas Sturies. In Düsseldorf stand „Marie-Thérèse en Femme Torero (Femme Torero II)“, Blatt 22 der „Suite Vollard“, für 15.000 Euro zum Verkauf. Mit einem Zuschlagswert von 23.000 Euro steigerte sich die Arbeit zum Spitzenobjekt der Auktion „Moderne und Zeitgenössische Kunst“.


Mit gutem Verhandlungsgeschick bewies Andreas Sturies wieder seine Verkaufsstärke: Lag die losbezogene Zuschlagsquote nach der Auktion am 6. Mai schon bei guten 75 Prozent, konnte er sie im Nachverkauf noch auf 87,7 Prozent erhöhen. Den Großteil der Offerte machten Werke von deutschen Künstlern aus, unter ihnen der gesellschaftskritische Gottfried Brockmann. Sein Selbstbildnis besticht durch eindringliche Augen und markante Gesichtszüge, die sich in einer geometrischen Komposition und strenger Frontalität wiederfinden. Die 1925 entstandene Tusche- und Aquarellarbeit „Selbst“ brachte es leider nur auf 12.000 Euro (Taxe 15.000 EUR). Deutlich vorteilhafter lief es für einen der wichtigsten Vertreter des deutschen Expressionismus: Ernst Ludwig Kirchners flotte Bleistiftzeichnung „Ohne Titel (Musikanten)“ mit einer Dame und einem Herrn beim Gitarrenspiel legte von niedrigen 1.800 Euro auf sehr gute 9.500 Euro zu.

Mit dem Körper beschäftigte sich Sigmar Polke in seinen fotografischen Arbeiten. Aus dem Jahr 1988 stammt der auf ein großes Papierformat belichtete Abzug eines Aquarells aus einem Skizzenbuch. Zu sehen ist ein aus wenigen Linien geformter weiblicher Akt. Das von Polke mehrfach verwendete Motiv ging schon für 14.000 Euro weg, womit es knapp unter dem Schätzwert von 15.000 Euro blieb. Besser kam da ein mit Acrylfarbe übergossenes Blechspielzeug von Dieter Roth an. Der von seinem Vorbesitzer lange gehütete „Motorradfahrer“ von 1969 verbesserte sich von 5.000 Euro auf 9.000 Euro. Für eine große Überraschung sorgte dann noch Roths „Selbstportrait als Portion gemischten Salates“. Die vielschichtige Serigrafie von 1973 – ein gegenüber der Normalauflage etwas hellerer und transparenterer Extradruck – verzehnfachte ihren Wert auf 8.000 Euro. Eine motivisch prägnante Fotografie gab es von Johannes Brus. Im Hintergrund ist ein flächenfüllender Greifvogel zu sehen, während davor ein Kind an einem Holzpfahl hockt. Für 5.200 Euro wechselte die alchemistische Arbeit von 1987 den Besitzer (Taxe 5.000 EUR). Sein Namensvetter Günter Brus überzeugte mit seiner Kohle- und Ölkreidezeichnung „Diffuser Bericht“, in der er 1984 in charakteristisch verrenktem Duktus mehrere Tier-Mensch-Gestalten zueinander in Verbindung setzt, bei 4.400 Euro (Taxe 2.500 EUR).

Einen Spitzenwert forderte am 6. Mai eine frühe Baumlandschaft von Peter Brüning. Doch die eindringliche Gruppe aus stilisierten Bäumen, die Brüning 1954 mit nur 25 Jahren schuf, ging erst im Nachverkauf für 8.200 Euro weg (Taxe 12.000 EUR). Eine andere Landschaftsdarstellung lag von Gerhard Richter bereit. Er übermalte mit Ölfarbe mehrere Fotografien seines Künstlerbuches „Wald II“ aus dem Jahr 2008. Ein makelloses Exemplar in der originalen Kassette und Verpackung spielte 17.000 Euro ein und blieb damit knapp unter den anvisierten 18.000 Euro. Dafür machte sich seine fotorealistisch verschwommene Künstlersiedlung „Halfmannshof“ in Gelsenkirchen erst bei 4.800 Euro davon (Taxe 4.000 EUR). Zufrieden ging auch Kuno Gonschior mit den 3.200 Euro für sein hellrosa fluoreszierendes Punktegemälde von 1972 nach Haus (Taxe 2.000 EUR), ebenso Hartmut Böhm mit den 4.800 Euro für seine „Raumstruktur“ von 1970/71 aus weißen, bewegten Kunststofflamellen (Taxe 3.000 EUR) oder Karl Bohrmann mit den 3.800 Euro für sein schlichtes, collagiertes Ölpastell „Wald“ um 1990 (Taxe 1.500 EUR).

An ein schlimmes Unwetter mit körnigem Hagelschauer lässt die „Pintura Granizada“ von Fred Thieler denken. Die wilde Komposition von 1961 aus Weiß, Schwarz und Nachtblau ist in zwei große Formblöcke gegliedert und von einem pastosen Farbauftrag bestimmt. Schon bei 7.000 Euro griff ein Interessent hier zu (Taxe 10.000 EUR). Abstrakt ist auch ein Hohlspiegelobjekt von Adolf Luther. Den halbtransparenten Spiegel hat er 1980 in einem Plexiglaskasten vor eine glatte Spiegelfläche montiert. Rückseitig zieren das Objekt die beiden roten Stempel „Sehen ist schön“ und „Energetische Plastik“. Erfreulich ist die Steigerung von 8.000 Euro auf 12.000 Euro. Zwei etwas unscheinbare Lose stammten von dem deutschen Maler, Kunstkritiker und Publizisten Rolf-Gunter Dienst. Die Rede ist von den ähnlichen Ölmalereien „Aus einem tibetanischen Totenbuch“ und „Kalligrammatischer Ausflug“. Die beiden monochrom bemalten Leinwände aus dem Jahr 1962, auf die Dienst seriell Schriftelemente einritzte, hoben die Sammler von geringen 600 Euro und 800 Euro auf 4.200 Euro und 4.000 Euro.

Neben Picassos Spitzenobjekt enthielt die Offerte weitere Arbeiten von internationalen Künstlern. Marc Chagalls träumerische Farblithografie hat William Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia“ zum Thema und zeigt die zwei jungen Verliebten schwebend über der Stadt. Der Abzug von 1964 nach der Deckenmalerei aus der Pariser Oper gehört zu einer kleinen Auflage von Künstlerexemplaren und begeisterte mit satten, leuchtenden Farben die Käufer zu 17.000 Euro (Taxe 12.000 EUR). Erstaunlich niedrig war der farbige Siebdruck „Saint Apollonia“ vor einem intensiven Rot von Andy Warhol angesetzt. Die heilige Apollonia von 1984 – zu erkennen durch die ihren Zahn umfassende Zange – kletterte auf marktübliche 6.400 Euro (Taxe 2.500 EUR). Richard Serra und seine Aquatintaradierung „Schlaun“ von 1997 mit einem schwarzen liegenden Viereck freuten sich über 2.500 Euro (Taxe 1.800 EUR), Robert Filliou und seine sieben Farbsiebdrucke „Seven childlike Uses of warlike Material“ nach Installationen am Rheinufer von 1971 über 2.700 Euro (Taxe 2.000 EUR).

Aufwärts ging es mit einem Zuschlag von 8.500 Euro auch bei den sechs Farbradierungen „Black Palms“, die Peter Doig 2004 mit exotischen Welten bei der Hamburger Griffelkunst-Vereinigung herausgab (Taxe 5.000 EUR). Über mangelnde Aufmerksamkeit konnte zudem das Mappenwerk „La Lune en Rodage I“ von 1960 nicht klagen. Der Sammelband mit Unikaten, Druckgrafiken, Fotografien und Texten von insgesamt 61 Künstlern und Autoren, mit denen der Baseler Verleger Carl Laszlo sein weit gespanntes künstlerisches und literarisches Interesse kundtat, umfasst eine Vielzahl kleinformatiger Arbeiten von Lucio Fontana, Piero Manzoni, Man Ray, Meret Oppenheim, Otto Piene, Arnulf Rainer oder Bazon Brock. Er verabschiedete sich erst bei 21.000 Euro (Taxe 15.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dr. Andreas Sturies - Moderne Kunst & Auktionen

Goltsteinstraße 23

DE-40211 Düsseldorf

Telefon:+49 (0211) 514 13 54

Telefax:+49 (0211) 514 07 69

E-Mail: auktionen@sturies.de



31.05.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Maren Janka Hopp

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06.05.2017, Moderne und Zeitgenössische Kunst

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Durchdringender Künstlerblick

Kunstwerk:

Ernst Ludwig Kirchner, Ohne Titel (Musikanten)
Ernst Ludwig Kirchner, Ohne Titel (Musikanten)







Ernst Ludwig Kirchner, Ohne Titel (Musikanten)

Ernst Ludwig Kirchner, Ohne Titel (Musikanten)

Taxe: 1.800,- EURO

Zuschlag: 9.500,- EURO

Losnummer: 76




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