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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Abstraktion, Figuration und ihre Mischformen bestimmen die Zeitgenössische Kunst bei Lempertz in Köln

Beulen des Neids



Zwei scheinbar sehr gegensätzliche Werke streiten sich um den Höchstpreis auf der kommenden Versteigerung zeitgenössischer Kunst bei Lempertz in Köln. Das eine stammt von Josef Albers und ist die Ungegenständlichkeit pur: „Homage to the Square“ von 1961 besteht aus vier ineinander angeordneten Quadraten, deren Farbigkeit sich stufenweise von hellem Gelb innen zu Orange außen verändert. Für den gebürtigen Bottroper und Wahlamerikaner ist das Bild unverwechselbar, was freilich nicht weniger für Gerhard Richters nur drei Jahre jüngeren „Vorhang (Ölskizze)“ gilt. Hier haben wir es mit einem Bild zu tun, das die Gegenständlichkeit geradezu auf die Spitze treibt. Fast fotografisch genau, dabei aber mit knappsten malerischen Mitteln ist der Ausschnitt des Stoffes erfasst, dessen leichtes Wallen ein sanfter Lichteinfall konturiert. Ähnlich sind sich die beiden Bilder allerdings in ihrem experimentellen Charakter, die Möglichkeiten der Malerei zu erweitern, ob als reines Abbild oder dessen Gegenteil. Wer gewonnen hat, wissen wir nach dem 1. Juni, wenn die beiden Werke für jeweils 250.000 bis 350.000 Euro unter den Hammer gekommen sein werden.


Abstraktes und Gegenständliches halten sich auf der Kölner Auktion insgesamt einigermaßen die Waage. Für erstere Rubrik stehen ein rötlich eingefärbtes Quadrat des Polen Wojciech Fangor mit dem kryptischen Titel „NJ 16“ von 1965, das an den Seiten zu Weiß hindriftet (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR) und Günther Ueckers 1958 auf drei Blechdeckel genagelte „Ampel“ (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Sein ZERO-Kollege Otto Piene malte 1965 eine „Große Blume am Himmel“, die aber ebenfalls aus einem großen, bräunlichen und mit Feuerspuren versehenen Farbfeld besteht (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Für jeweils 60.000 Euro hängen drei stimmungsvolle Bilder aus der späten Lebensphase des 2013 verstorbenen Japaners Shozo Shimamoto in sanftem, kleinteiligem Farbauftrag bereit. International bleibt es mit Sol LeWitts 50teiliger Grafikfolge „Grids and Color“ von 1979, in der der Amerikaner unterschiedliche Konstellationen der Grundfarben sowie Schwarz und Weiß auf einem quadratischen Gitternetz durchexerziert (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Katharina Grosse überlagert auf ihren großformatigen Leinwänden der 1990er Jahre zwei Farbbereiche mit einer dritten Farbe und erzeugt so in der Vertikale und Horizontale viergeteilte Gemälde, die sie als „Übermalungen“ versteht. Zwei Arbeiten in kräftigen Farbspektren aus dem Jahr 1997 liegen für jeweils 40.000 bis 50.000 Euro bereit. Auch Günter Umberg geht fundamentalen Fragen der Malerei nach und stellt dazu eine hochformatige Holztafel von 1977 bereit, in der er sich in einem radikalen Gestus lediglich mit der Farbe Schwarz abmüht (Taxe 30.000 EUR). Auch bei den Bildhauern muss es nicht immer figural zugehen, wie Fritz Koenigs „Epitaph für Zwei III“ aus dem Jahr 1976 zeigt, bei dem die beiden vor einer hohen Bronzewand aufgestellten Protagonisten allenfalls zu figuralen Kürzeln verknappt sind (Taxe 90.000 EUR). Auf das Licht und seine farbliche Erscheinung konzentriert sich Adolf Luther 1975 seiner hohen Stele mit rundem Hohlspiegel und Fresnel-Linse (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Der Gegenständlichkeit nähern wir uns mit zwei Seelandschaften Paul Theks aus dem Jahr 1969 unter den Titel „Island“ und „Schwimmer, 10.10.69“, auf sehr reales Zeitungspapier niedergelegt und für um die 30.000 bis 50.000 Euro. In einem neoexpressionistischen Farbwabern löste er gebürtige Syrer Marwan 1976 einen ausschnitthaft aus großer Nähe betrachteten „Kopf“ auf (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Fotorealistische Qualitäten hat Karin Kneffels Wiedergabe zweier Weinreben vor grauem Hintergrund, deren Trauben von gleißendem Licht durchstrahlt werden (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Eine fünfteilige, formatgleiche Serie marktfrischer „Fensterbilder“ von Günther Förg bietet Lempertz für insgesamt 200.000 bis 250.000 Euro an. Lustige Stichmännchen tummeln sich dann in Blau und Gelb auf Keith Harings „Pyramid Sculpture“ von 1989 (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR), während Jörg Immendorff in seiner Bronze „Ich im Pinselwald“ von 1989 sich als Künstler selbst hinterfragt (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR).

Eine weitere Spitze des Gegenständlichen stellt auf der Auktion Christos Projektbild „Mein Kölner Dom, Wrapped“ dar. 1992 hatte er die Verhüllung der gotischen Kathedrale vor, bekanntlich wurde aus dem Plan aber nichts (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Horst Antes betont in seinem „Bildnis mit bunter Kappe und Gesichtsfeld“ von 1972 wie so häufig den Kopf einer menschlichen Gestalt (Taxe 45.000 bis 50.000 EUR). Seinen eigenen Küchenherd, den er in seiner New Yorker Wohnung nutzt, bildete der gebürtige Koreaner Do-Ho Suh 2013 minutiös in durchsichtigem Polyester nach und stellte ihn als moderne Haushaltsikone in eine kühl beleuchtete Glasvitrine. Funktionstüchtig wird er dadurch allerdings nicht (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Erwin Wurm geht schon wieder einen Schritt weiter: 2007 erweckte er in vernickelter und dadurch luxuriös glänzender Bronze eine menschliche Figur in Lebensgröße zum Leben, allerdings ohne Kopf und überall mit seltsamen Beulen versehen. Diese Beulen symbolisieren offenbar den Neid, ein inneres Gefühl wird hier also auf grotesk übertriebene Weise zum körperlichen Ausdruck gebracht (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 1. Juni um 14 Uhr. Die Besichtigung in Köln ist noch bis zum 30. Mai täglich von 10 bis 17:30 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.lempertz.com.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



30.05.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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01.06.2017, Auktion 1091: Zeitgenössische Kunst










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