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Emslandmuseum Schloss Clemenswerth in Sögel setzt Ausstellungsreihe zum Thema Gesamtkunstwerk mit Emil Maetzel fort

Ein Mann mit vielen Gesichtern



Aufgeregt springen die vier ballspielenden Kinder umher. Sie strecken die Arme, um einen der beiden roten Bälle zu ergattern. Doch ihre Körper scheinen kantig und steif. Im Vordergrund kniet ein Junge auf dem Boden, um lang gestreckt nach dem Spielzeug zu greifen. Hinter diesem steht ein weiterer, der sich mit beiden Armen nach hinten beugt. Ihm gegenüber tänzelt der Dritte. Das eine Bein über das andere geschlagen, hebt er beide Arme und legt den Kopf zur Seite. Weiter im Hintergrund ist das vierte Kind zu sehen. Ungelenk rennt es dem zweiten Ball nach. Alle vier tragen die gleiche Kleidung: Blaue, enge kurze Hosen und ein farblich dazu abgestimmtes gestreiftes T-Shirt. Den farblichen Kontrast dazu bildet die rote Farbfläche am rechten Bildrand.


Das ausdrucksstarke und dynamische Bild „Ballspieler“ aus dem Jahr 1953 stammt von dem deutschen Architekten, Maler, Grafiker und Bildhauer Emil Maetzel. Ihm widmet das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth in Sögel die dritte Sonderausstellung in der Reihe zum Thema Gesamtkunstwerk. 2015 beschäftigte man sich mit Johann Michael Bossard und 2016 mit Karl Junker. Anhand von über 80 Gemälden, Grafiken, Aquarellen und historischen Fotografien, die sich über beide Etagen des Pavillons Clement August erstrecken, erweckt die Schau den Künstler mit all seinen Facetten erneut zum Leben. Neben seinem Willen zum Gesamtkunstwerk wird der Besucher zudem in die Zeitgeschichte eines Malers versetzt, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Hamburg lebte und dort maßgeblich das künstlerische Wirken mitbestimmte.

Emil Maetzel wurde 1877 in Cuxhaven geboren und studierte in Hannover und Dresden Architektur, um von 1905 bis 1907 bei der Reichsbahn an der Bauleitung für den Hamburger Hauptbahnhof beteiligt zu sein. Darauf folgte eine Anstellung in den Hamburger Staatsdienst, wo er 1924 unter dem Stadtbaudirektor Fritz Schumacher zum Leiter der Städtebauabteilung befördert wurde. In seiner Freizeit widmete sich Maetzel jedoch immer wieder der Malerei. Mit großer Begeisterung wandte er sich auch der Grafik und Plakatkunst zu. So kam es, dass er und seine Frau Dorothea Maetzel-Johannsen sich im Jahr 1919 an der Gründung der Hamburger Sezession beteiligten. Die Künstlervereinigung vertrat vor allem den Expressionismus, den expressiven Realismus sowie die Neue Sachlichkeit. Besonders engagiert zeigte sich Maetzel stets bei der Organisation der Hamburger Künstlerfeste in den 1920er Jahren jeweils zur Faschingszeit. Im ersten Raum der Schau zeugen zahlreiche historische Fotografien von seiner Feierlust und aktiven Teilhabe. Zusammen mit Künstlerkollegen wie Paul Hamann und Willy Davidson posiert er verkleidet mit halbnackten Revue-Girls. Von der imposanten Erscheinung Maetzels als Mann mit markantem Vollbart und seiner ernsten Seite können sich die Besucher anhand fotografischer und gemalter Portraits überzeugen. Sie zeigen den Künstler nachdenklich, malend in seinem Garten oder Pfeife rauchend.

Im Jahr 1933 wurde Emil Maetzel von den Nazis zwangssuspendiert. Es folgten Einschränkungen seiner künstlerischen Tätigkeit durch staatlichen Druck und Hausdurchsuchungen. Schließlich wurden 1937 fünf seiner Grafiken im Zuge der Säuberungsaktion „Entartete Kunst“ in der Hamburger Kunsthalle beschlagnahmt. Ebenso unverschont bleibt die Hamburger Sezession, die durch den Druck der Nationalsozialisten zur Auflösung gezwungen war. Doch 1948 konnte sie sich nach dem Krieg mit Maetzel als zweitem Vorsitzenden neu gründen. Ein lang andauernder Erfolg war dies allerdings nicht, wie das erneute Ende von 1953 bezeugt. Vor allem aus Maetzels zweiter Schaffensperiode nach dem Krieg sind zahlreiche Malereien ausgestellt. Die leuchtenden Farben und die kantige, in die Fläche überführte Beruhigung der früheren expressiven Formen zeugen noch immer von seiner Lebensfreude, die er trotz der zahlreichen Rückschläge nie verlor. Sie sind ein Zeichen der Aufbruchsstimmung nach Kriegsende.

Privat war Emil Maetzel ein leidenschaftlicher Sammler. Vor allem die afrikanische Stammeskunst lieferte Inspiration für das eigene Werk. Erkennbar wird dies vor allem an seinen Holz- und Linolschnitten, aber auch die kantigen Volumina in seinen Gemälden sprechen dafür. In seinen Stillleben und Fotografien tauchen die fremdartigen Sammlerstücke über Jahrzehnte hinweg immer wieder auf. Es handelt sich dabei um Mende-Masken, afrikanisches Kunsthandwerk und verschiedene Figuren. Sein liebstes Thema in der Malerei waren jedoch Kinder und Jugendliche. Er malte sie auf Bäumen kletternd, im Schnee spielend, Drachen steigend oder friedlich schlafend.

Anhand der vielseitigen Objekte gelingt es der Ausstellung, einen umfassenden Blick auf die Künstlerpersönlichkeit Emil Maetzel zu werfen. Während Gemälde, Grafiken und Aquarelle von seiner künstlerischen Tätigkeit zeugen, erhellen die historischen Fotografien und Dokumente sein Leben und sein Umfeld. Mit wenig Text schafft es das Emslandmuseum, seinen Gästen viel über den bisher in Ausstellungen wenig beachteten Architekten und Maler zu vermitteln. Im Schloss Clemenswerth angekommen, empfiehlt es sich ebenso, die anderen Pavillons zu besuchen, die sich der Baugeschichte der Anlage, der barocken Jagd oder anderen spannenden Themen widmen. Weiterhin beinhaltet der reguläre Eintritt einen aufschlussreichen einführenden Kurzfilm sowie eine kurzweilige Führung durch die barocken Schauräume des Zentralpavillons.

Die Ausstellung „Emil Maetzel – Baumeister, Maler und Sezessionist“ ist bis zum 18. Juni zu sehen. Das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, ebenso am Pfingstmontag. Mai. Der Eintritt ist im regulären Museumspreis enthalten und beträgt 6 Euro, ermäßigt 3 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog für 20 Euro erhältlich.

Kontakt:

Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

Schloss Clemenswerth

DE-49751 Sögel

Telefon:+49 (05952) 93 23 25

Telefax:+49 (05952) 93 23 30

E-Mail: schloss@clemenswerth.de



22.05.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Maren Janka Hopp

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01.04.2017, Emil Maetzel – Baumeister, Maler und Sezessionist

Bei:


Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

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Emil Maetzel im Teufelskostüm beim Künstlerfest „Der Siebente
 Krater“ im Jahr 1925
Emil Maetzel im Teufelskostüm beim Künstlerfest „Der Siebente Krater“ im Jahr 1925

Variabilder:

Das Schlossareal aus der Luft
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Das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth
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in der Ausstellung „Emil Maetzel – Baumeister, Maler und
 Sezessionist“
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in der Ausstellung „Emil Maetzel – Baumeister, Maler und
 Sezessionist“
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in der Ausstellung „Emil Maetzel – Baumeister, Maler und
 Sezessionist“
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Emil Maetzel mit Freunden beim Künstlerfest „Der himmlische Kreisel“, 1922
Emil Maetzel mit Freunden beim Künstlerfest „Der himmlische Kreisel“, 1922







Emil Maetzel im Teufelskostüm beim Künstlerfest „Der Siebente Krater“ im Jahr 1925

Emil Maetzel im Teufelskostüm beim Künstlerfest „Der Siebente Krater“ im Jahr 1925

Das Schlossareal aus der Luft

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Das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

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in der Ausstellung „Emil Maetzel – Baumeister, Maler und Sezessionist“

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Emil Maetzel mit Freunden beim Künstlerfest „Der himmlische Kreisel“, 1922

Emil Maetzel mit Freunden beim Künstlerfest „Der himmlische Kreisel“, 1922




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