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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Bassenge breitet in Berlin wieder attraktive Exemplare der Druckgrafik vom 15. bis zum 19. Jahrhundert aus

Die Fratzen Goyas



Francisco de Goya, Los Caprichos, 1799

Francisco de Goya, Los Caprichos, 1799

Nachdem Francisco de Goya erste Erfahrungen mit grafischen Blättern und einer kleinen Grafikfolge nach Gemälden von Diego Velázquez gesammelt hatte, war er bereit für sein wohl riskantestes Projekt. Ende der 1790er Jahre begann er auf eigene Rechnung mit den Arbeiten an „Los Caprichos“, einer Serie aus 80 scharfsinnigen und satirisch-grotesken Darstellungen, die die gesellschaftlichen Missstände seiner Zeit kommentierten. Die Inspiration sowohl für den Titel als auch für den nicht-linearen Aufbau der Folge lieferten Vorbilder wie Giovanni Battista Tiepolos „Vari Capricci“ und Laurence Sternes „Tristram Shandy“. Goya selbst war so überzeugt von seinem anspruchsvollen Projekt, dass er ohne einen Verlag zu finden, eine Auflage von knapp 300 Exemplaren produzieren ließ. Der brisante Inhalt und die radikale moderne Kunstauffassung waren seiner Zeit leider zu weit voraus, sodass es Goya in den folgenden vier Jahren gelang, lediglich 27 Exemplare der Folge an den Mann zu bringen. Enttäuscht von dem Misserfolg übergab er die Restauflage samt Druckplatten 1803 an die Calcografia Nacional. Erst im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde man sich des bahnbrechenden Charakters der Arbeit bewusst, die heute als eine der einflussreichsten Druckgrafiken überhaupt gehandelt wird. Bei Bassenge in Berlin liegt nun ein seltenes Exemplar der ersten Auflage für 120.000 Euro bereit.


Druckgrafik des 15. bis 17. Jahrhunderts

Eine breite Auswahl bietet die Offerte am 25. Mai an religiösen Motiven aus dem 15. bis 17. Jahrhundert. Der 1616 in Genua geborene Giovanni Benedetto Castiglione steuert eine originelle Radierung mit dem Einzug in die Arche Noah bei. Das Hauptaugenmerk liegt nicht auf dem hölzernen Schiff im Hintergrund, sondern auf der Tierherde, die vom rechten Bildrand über die Mitte gelenkt wird. Zwei Hirten und ein Orientale ergänzen die Gruppe aus Rindern, Schafen, allerlei Kleinvieh und einem weißen Schimmel (Taxe 6.000 EUR). Selbstverständlich ist auch Albrecht Dürer mit religiösen Themen zugegen. Gerade erst von seinem Pferd abgestiegen, kniet der heilige Hubertus auf dem Boden und wendet sich der Erscheinung eines Hirschs mit Kruzifix im Geweih zu. Als Schutzpatron der Jagd ist er in Begleitung von fünf Hunden, die sich im Vordergrund tummeln, während der Hintergrund den Blick auf eine Festung freigibt. Der um 1501 entstandene Druck soll marktkonforme 15.000 Euro einfahren. Für seinen schaurigen Kupferstich „Ritter, Tod und Teufel“ aus dem Jahr 1513 füllt Dürer fast die gesamte Bildfläche mit dem Ritter zu Pferde aus, der in Begleitung seines Hundes den Weg durch die karge Landschaft auf sich nimmt. Gesäumt ist dieser von den zwei furchteinflößenden Gestalten des Todes und des Teufels (Taxe 15.000 EUR).

Aus der Schule des italienischen Malers und Kupferstechers Andrea Mantegna stammt die Szene der Grablegung mit drei Vögeln. Die trauernde Figurengruppe mit einer ohnmächtigen Maria befindet sich in der unteren Bildhälfte, während der felsige Berg mit der Grabeshöhle den oberen Teil dominiert (Taxe 6.000 EUR). Zeitlich zuvor einzuordnen ist die vielfigurige Kreuzigungsszene des Niederländers Lucas van Leyden. Der Kupferstich leuchtet farbig mit einem Kolorit und Goldhöhungen aus dem 16. Jahrhundert auf (Taxe 7.500 EUR). Noch in spätgotischen Bahnen bewegt sich Martin Schongauer mit seiner „Grablegung Christi“ um 1480 (Taxe 4.500 EUR), während sich bei Albrecht Altdorfers Holzschnitt mit der grausigen Geschichte von „Jaël und Sisera“ schon die Renaissance Bahn bricht (Taxe 800 EUR), ebenso wie in Jacob Cornelisz van Oostsanens dichtem Blatt „Der Einzug Jesu nach Jerusalem“ (Taxe 2.400 EUR). Barocke Erzählfreude und Dramatik sprechen dann aus Giulio Carpionis Radierung „Christus am Ölberg“ (Taxe 1.200 EUR), Rembrandts vielfiguriger Grafik „Joseph, seine Träume erzählend“ von 1638 (Taxe 8.000 EUR), Jusepe de Riberas eindrücklicher „Beweinung Christi“ um 1620 (Taxe 1.800 EUR) oder Vespasiano Stradas Radierung „Ecce Homo: Christus, Pilatus und zwei Soldaten“ (Taxe 600 EUR).

Die seltene Radierung „Humani Victus Instrumenta“ um 1569, die wohl in einer verlorenen Vorlage Giuseppe Arcimboldos fußt, bezeugt dessen Popularität in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Unterschiedliche Küchenutensilien sind zu einem bizarren Portrait zusammengesetzt, das als Allegorie der Landwirtschaft interpretiert wird (Taxe 12.000 EUR). Genauso kreativ ist ein launisch-moralisierender Kupferstich nach Hieronymus Bosch, der bei dem einflussreichen Antwerpener Verleger Hieronymus Cock erschien. Das satirische Blatt „Das sorglose Leben oder: Der liederliche Haushalt“ liegt für 7.500 Euro in dem zweiten, von Johannes Galle edierten Druckzustand bereit. Imposant fährt Venus mit einem von Schwänen gezogenen Wagen in einer Arbeit des in Fontainebleau tätigen Monogrammisten IQV über das Meer. Die Radierung nach Giulio Romano mit zahlreichen Begleitern der Liebesgöttin fordert 12.000 Euro. Von bezwingender Dinglichkeit ist dann Cornelis Visschers Kupferstich „Die große Katze mit einer Maus zur Linken“ (Taxe 1.800 EUR).

Druckgrafik des 18. Jahrhunderts

Von Giovanni Antonio Canal ist ein Blatt mit vier kleineren Radierungen zu haben. Die Kompositionen „Der Markt an der Molo“, „Das Reiterdenkmal“, „Die Terrasse“ und „Der Markt in Dolo“ stammen aus seinen „Vedute“, die Canaletto dem englischen Konsul in Venedig, Joseph Smith, widmete (Taxe 9.500 EUR). Sein venezianischer Kollege Giovanni Domenico Tiepolo verherrlicht seine Heimat in der querformatigen Radierung „Die Personifizierung der Stadt Venedig empfängt das Tribut Neptuns“ um 1758 (Taxe 4.500 EUR). Zwölf Kupferstiche zeigen die von den Engländern in zwei erfolgreichen Seeschlachten als Prisen übernommenen französischen und spanischen Kriegsschiffe, wobei sämtliche Schiffe bereits unter der Flagge des „White and Blue Squadron“ fahren. Die Blätter nach dem englischen Künstler Richard Short machen in ihren Legenden genaue Angaben zu den Ereignissen des 3. Mai und 14. Oktober im Jahr 1747 (Taxe 12.000 EUR).

Auch aus England kommt der 1742 in Ledbury geborene John Skippe, der zwischen 1781 und 1809 Farbholzschnitte im Stile von Ugo da Carpi, Antonio da Trento und seines Zeitgenossen Antonio Maria Zanetti schuf. Zu der Auktion in Berlin steuert er 26 Clairobscur-Holzschnitte für 7.500 Euro bei. Zum Tanz fordert der Tod in Gestalt eines Skelettes bei Johann Elias Ridinger auf. Das Schabkunstblatt „Memento Mori: Das große Totentanzblatt“ wurde erst beim dritten Nachtrag zum Werkverzeichnis des deutschen Malers hinzugefügt und ist von großer Seltenheit (Taxe 1.500 EUR). Von Todesängsten ist dagegen „Die Kuh im Schilfe“ nicht geplagt, die Carl Wilhelm Kolbe d.Ä. gemütlich unter dichtem Blattwerk lagern lässt (Taxe 2.400 EUR).

In 24 Bildern erfolgt nach dem Schweizer Kupferstecher, Stichverleger und Kunsthändler Christian von Mechel die Metamorphose vom Frosch bis zum Profil des Gottes Apollon. Das seltene Doppelblatt von 1797 erschien erstmals 1803 im vierten Band der französischen Ausgabe von Lavaters „Physiognomische Fragmenten“, in der er die Entwicklung der niedrigsten Kreatur, dem Frosch, zur Krönung der Schöpfung aufzuzeigen versuchte (Taxe 2.400 EUR). Farbig bleibt es bei Johann Gottlieb Prestel und seiner mit Gouache kolorierten Aquatintaradierung „Chute d’eau“ nach Jacob van Ruisdael sowie der erhabenen „Vue de l’arc de Tite à Rome“, die Abraham Louis Rodolphe Ducros und Giovanni Volpato um 1780 gemeinsam erarbeitet haben (Taxe je 2.400 EUR).

Druckgrafik des 19. Jahrhunderts

Joseph Anton Koch machte sich zwar vor allem als Landschaftsmaler einen Namen, doch widmete er sich in seinen Arbeiten auch Themen aus Mythologie und Weltliteratur. Eine besondere Leidenschaft galt der „Divina Commedia“ von Dante, mit der er sich seit 1801 intensiv auseinandersetzte. Von insgesamt über 200 Zeichnungen mit Motiven aus der „Göttlichen Komödie“ setzte er nur fünf in Radierungen um. Vier von ihnen liegen für 6.000 Euro bei Bassenge bereit. Johann Hermann Carmiencke verewigte 1849 in einer Radierung eine „Partie aus Subiaco“ mit rauschendem Wasserfall für 750 Euro. Zu den „Sechs Ansichten des Heidelberger Schlosses“ gehört die Kreidelithografie „Der gesprengte & der Bibliothek Thurm“, die Ernst Fries 1820 in ruinösem Zustand romantisch überhöht hat. In die düster-romantische Gedankenwelt der „Gesänge des Ossian“ dringt Christian August Günther in seinem Blatt „Die Jägerin Migul auf dem Felsensitz am Fluss Lubar“ vor (Taxe je 2.400 EUR).

Heiter geben sich hingegen zwei junge schwebende Frauen in luftiger antiker Gewandung vor schwarzem Hintergrund. Für die beiden Gouachen über Umrissradierungen griff Michelangelo Maestri auf antike Fresken- und Mosaikdekorationen zurück, wie sie bei den Grabungen in Pompeji und Herculaneum zum Vorschein kamen, formulierte sie aber schöpferisch dem Geschmack der Bildungsbürger auf der Grand Tour um (Taxe 2.400 EUR). Mit 3.500 Euro ist das berühmte Hauptblatt von Honoré Daumiers Folge „Les Gens de Justice“ bewertet. Die Karikatur zeigt zwei in lange Roben gehüllte Richter mit grimmigen Gesichtern auf der großen Treppe des Gerichtsgebäudes, während sich hinter ihnen ein weiterer die Treppe hoch schleicht.

Die Auktion „Druckgrafik des 15. bis 19. Jahrhunderts“ findet am 25. Mai ab 10 Uhr statt. Vorbesichtigungen sind vom bis zum 23. Mai von 10 bis 18 Uhr und am 24. Mai bis 17 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.bassenge.com.

Kontakt:

Galerie Gerda Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: art@bassenge.com



20.05.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Maren Janka Hopp

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Albrecht Dürer, Der Apostel Paulus, 1514

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