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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Reiche Auswahl bei den Alten und Neueren Meister sowie beim Kunstgewerbe im Kölner Auktionshaus Van Ham

Goethes Aquarell mit Humboldts Unterschrift



Johann Wolfgang von Goethe, Tiberlandschaft, 1787

Johann Wolfgang von Goethe, Tiberlandschaft, 1787

Das zarte Aquarell einer Tiberlandschaft mit dem sanften Auf und Ab der Hügel evoziert eine friedliche Stimmung. Die schöne und schlichte Arbeit hat niemand Geringeres als Johann Wolfgang von Goethe zur Papier gebracht, gemeinsam mit neun weiteren Landschaften während seiner Italienreise von 1787. Wem dieser Name nicht genügt, erhält zugleich eine Bestätigung der Echtheit des Aquarells durch Alexander von Humboldt persönlich. 1851 testierte er: „von Goethe’s eigener Hand – Al v Humboldt“. Das legt die Vermutung nahe, dass Goethe das Blatt dem großen Berliner Gelehrten oder einer Person aus dessen Umfeld zum Geschenk machte. Nun betritt diese Rarität den Kunstmarkt und will bei Van Ham in Köln 40.000 bis 60.000 Euro sehen.


Dieses Werk, weitere Gemälde und Zeichnungen vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert, Skulpturen sowie europäisches Kunsthandwerk vereint das Kölner Auktionshaus am 19. und 20. Mai. Im Kontrast zu Goethes Aquarell steht bei den teuersten Posten das dynamische Chaos der „Schlacht bei Polozk“. In strahlender Farbigkeit mit schimmernden Pferdeleibern und glitzernden Helmen erinnerte sich Franz Roubaud rund hundert Jahre später an den Russlandfeldzug Napoleons (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Eine temperamentvolle Löwenjagd stammt von dem indonesischen Prinzen Raden Sarief Bustaman Saleh Ben Jaggia, dem Begründer der modernen indonesischen Malerei. Sein 1849 datierter „Araber zu Pferd von einem Löwen angegriffen“ präsentiert im Stil des französischen Orientalismus die fulminante Szene vor einem Abendhimmel (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Ein westlicher Maler, den es in den Orient zog, war Gustav Bauernfeind, der ein Panorama über Bethlehem mit der Geburtskirche, dem Grab Rahels und dem Moabiter Gebirge um 1879 festhielt. Der Künstler konnte der kargen sandigen Landschaft nicht zuletzt durch die monumentale Architektur eine gewisse Erhabenheit verleihen, die der weite Himmel unterstreicht (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR).

Vom frühen Kunsthandwerk sei bei den Toplosen auf die Ratskanne der Stadt Neuss verwiesen. Auf der Arbeit aus Zinn von Peter Gummersbach mit breitem Fuß und bauchigem Körper von 1674 prangt über einem Ring das Wappen der Stadt. Die Kanne war wohl eine von zwölf Exemplaren, von denen nur noch zwei weitere bekannt sind (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Mehr als das Doppelte soll mit einer Bewertung von 80.000 bis 100.000 Euro der grazile Pultsekretär von Abraham Roentgen aus Neuwied erwirtschaften. Auf zarten und für Roentgen typischen Pferdehufen steht das um 1765/68 entstandene Möbel mit geschweiften Zargen, reicher und fein gearbeiteter floraler Marketerie sowie sieben Schüben und einem offenen Fach im Innern.

Alte Kunst

Die Florentiner Spätgotik vertritt Lorenzo di Niccolò Gerini mit seiner wohl um 1399/1400 gemalten „Thronenden Madonna mit Kind und den Heiligen Johannes dem Täufer und Nikolaus von Bari“. Von einem breiten vergoldeten Rahmen umgeben, hält die Jungfrau vor goldenem Grund und prächtigem Teppich den Jesusknaben auf ihrem Schoß, der bereits auf seinen Wegbereiter Johann Baptist hinweist (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Einen Hauch teurer ist da die spätere „Verkündigung an Maria“ aus dem Umkreis des Hausbuchmeisters von etwa 1505. Die noch stark gotischen Gewandfiguren mit prächtigen Falten sind in einem perspektivisch erfassten Kastenraum mit edlem Parkett inszeniert (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR).

Beschaulich ist die Paradieslandschaft mit zahmen Löwen, Hirschen, Stieren, Ziegen, Hühnern oder Elefanten, in die Roelant Savery 1624 „Orpheus und die thrakischen Weiber“ malte. Die Namensgeber sind typischer Weise im Hintergrund bei einem weißen Turm nur zu erahnen, da das eigentliche Thema die friedlichen Tiere sind, die die Musik des legendären Orpheus besänftigte (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Deutlich preiswerter rangiert mit 15.000 bis 20.000 Euro Abraham Bosschaerts barockes hochovales Blumenstück in einer kleinen Vase mit weiß und rot gestreiften Tulpen, Nelken in gleicher Farbkombination oder zart rosafarbenen Pfingstrosen. Aus dem 18. Jahrhundert stammt das Stillleben eines französischen Meisters, das Bücher, Porzellan, eine Uhr und einen Krug auf einem kostbaren dunkelroten Teppich zu einem Sinnbild für die Vergänglichkeit zusammenfasst (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Für seine Küstenszenen war der in Avignon geborene Claude Joseph Vernet berühmt. Aus seinem Umkreis wird eine nächtliche Flusslandschaft mit Fischern und einem dramatisch steil abfallenden Felsen samt Ruine für 4.000 bis 6.000 Euro angeboten.

Neuere Meister

Ebenfalls der Natur, wenn auch als detailreiche Grafitzeichnung, wandte sich Johann Christian Reinhart in der „Idealen Landschaft mit Leonidas-Denkmal“ zu. In Rom füllte er 1834 das arkadische Idyll mit einem Geißhirten, antikisch anmutenden Bauten sowie mit Palmen und mitteleuropäischen Bäumen an (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Denselben Schätzpreis trägt ein schon ganz der Romantik zuzuordnendes Werk von Johann Wilhelm Schirmer. In „Alter Eichbaum am See“ platziert der Düsseldorfer Maler zentral den großen Baum, der mit verdrehten und armähnlichen Ästen in den Himmel greift. Die unheimliche Atmosphäre betonen die scharfen Felsvorsprünge, der karge Grasbewuchs und kleine, beinahe fragil wirkende Bäume vor bewegtem, grau verhangenem Himmel. Ungleich sympathischer hielt Johann Anton Castell die „Abendstimmung über dem Elbtal mit Blick auf Dresden“ 1848 fest. Der Schüler von Johan Christian Dahl folgte einer wirklichkeitsverbundenen Malerei, in der die Baumgruppen den Blick in die Tiefe leiten. Dort erkennbar ist die „Skyline“ des damaligen Dresdens mit blauem Himmel und einer den Wald in heißem Orangerot erleuchtenden Sonne (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Seine Licht- und Schatteneffekte exerzierte Petrus van Schendel um 1836 an einer Figurengruppe, die sich für eine Maskerade zurecht macht. Sein „Karneval“ zeigt ein seltenes Thema in seinem Œuvre (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR).

Hermann Mevius nimmt den Betrachter 1843 ins nordische „Eismeer“ mit. In den mächtigen grün-blauen Eisschollen sitzt ein Segelschiff fest, und Männer haben am vereisten Strand schon ein Lager errichtet (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Südlich unbeschwert lässt dagegen Theodor Groll im Jahr 1900 seine Personen im „Park der Villa d’Este in Tivoli“ lustwandeln (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Ganz dem Spiel von Licht und Schatten sowie der intensiven Farbe verschrieb sich Victor Vignon in der impressionistischen Arbeit „Blick auf Auvers an der Oise“. Beherrscht durch den Kontrast von Azurblau und vibrierenden Grüntönen ist das Dorf weiß in Szene gesetzt, wobei ein Pfad und ein Feld in deutlichen Strichen aus Altrosa, Weiß und Blau gehalten sind (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Eine feinere Ausformulierung der Flora einer Sommerlandschaft befolgte Fritz von Wille im sommerlichen „Stillen Tal“ (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Eine unerwartet breite Palette an Grautönen nutzte Max Clarenbach, um seinen „Sonnigen Tag in der Altstadt“ mit energischen Pinselstrichen zu konstruieren. Der pastose Farbauftrag lässt die Steine der Brücke und der Straßen geradezu plastisch vor Augen treten (Taxe 9.000 bis 10.000 EUR).

Spannend sind ob ihrer Motivik die Werke Fritz Gärtners, wie die expressionistische Industrielandschaft „Stahlwerk“. Vor dem Zick-Zack des schwarzen Fabrikbaus mit hohen Essen samt gelb-grauem Himmel verströmen einige Lokomotiven ihren Rauch in den Himmel (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). 1912 fertigte Gärtner die „Leuchtende Stunde“, die ebenfalls eine Fabrik mit hohen Schornsteinen thematisiert. Anstelle eines dominanten Schwarz taucht er hier die Industrieanlage jedoch in ein unerwartet blaues Licht, dem als beißender Primärkontrast orangefarbene Dampfwolken wie Flammen aus den Türmen steigen (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Zum Anbeißen und mit beeindruckender Stofflichkeit wusste Emilie Preyer ihr Früchtestillleben zu kreieren: Die überreifen Pflaumen platzen etwas auf, sind von roten und weißen Trauben umgeben, und ein samtener Pfirsich gesellt sich ihnen auf einer weißen Tischdecke hinzu (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Ein modernerer Zugriff auf die Gattung gelingt Charles Camoin um 1908/10 bei seinem Früchtearrangement auf blauweißem Keramikteller (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Ein Feuerwerk an Farben entwirft Plinio Nomellini in seinem symbolistischen Ölgemälde „Primavera Fiorentina“. Laut Überlieferung standen hier seine Kinder Modell, die in dem Blütenmeer zu Personifikationen des jungen erblühenden Lebens werden (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Silber

Neben mehreren Leuchtern des 18. Jahrhunderts, darunter einem Paar mit gewundenen Faltenzügen des Augsburger Caspar Kornmann (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR), einem Breslauer Münzdeckelbecher von Gottfried Heyner um 1700 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder einem Rokoko-Messkelch mit Traubenzier von Gaetano Linetti aus Brescia (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR) hält das Silber auch eine schlichte Terrine bereit. Die edle Berliner Arbeit der Gebrüder Müller aus den 1760er Jahren bezaubert mit einem Muschelrelief auf dem oval bombierten Korpus, einem Granatapfelknauf und dem vergoldeten Inneren (Taxe 12.000 bis 22.000 EUR). Wohl aus verschiedenen Stücken ist eine opulente Schreibtischgarnitur mit Neptun und weiteren Fabelwesen im Rokoko-Stil zusammengesetzt. Die kleine Schale lässt sich aufgrund des Meisterzeichens dem in Kassel zwischen 1752 und 1789 tätigen Silberschmied Christian Benjamin Jeserich zuordnen (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR).

Für einen monumentalen historistischen Tafelaufsatz mit Segelschiff aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts taten sich zwei Goldschmiede aus Hanau und Schwäbisch Gmünd zusammen. Die Firma Jean L. Schlingloff besorgte die Schale im gotisierenden Stil auf vier Delphinfüssen, während Jakob Grimminger für den Dreimaster mit Takelage, geblähten Segeln und Anker verantwortlich war, den wiederum ein grimmiger Delphin balancieren muss (Taxe 50.000 bis 55.000 EUR). Der Münchner Max Strobl gestaltete 1910 eine große Jugendstil-Schale mit merowingischen Elementen zur Silberhochzeit von Franz-Paul Lang, einem Gründungsmitglied des Münchner Sportvereins, aus dem Der FC Bayern München hervorging (Taxe 6.500 bis 7.500 EUR). Während die Schwedin Anna Möcklin 1920 bei ihrer silbernen Platte mit Möwen auf einem Wellenrelief noch in Jugendstil-Formen schwelgt (Taxe 1.600 bis 2.000 EUR), hat sich der Kölner Paul Kreiten 1927 bei seiner Aufsatzschale mit tropfenartiger Wandung schon für das schlichte Art Déco entschieden (Taxe 1.300 bis 1.500 EUR).

Porzellan

Dem Ruf des „noblesse oblige“ folgen die drei Teile des Schwanenservice der Firma Meißen für König Albert von Sachsen aus der Zeit um 1897/98. Der Tafelaufsatz des muskulösen Meeresgottes Glaukos dreht sich wie sein korkenzieherartig kreisender Fischleib und balanciert die filigran durchbrochene Muschelschale auf seinem Kopf. Die blauen Wellen mit sanften Grüntönen auf dem weißen Porzellan finden sich ebenfalls in der Terrine mit Schwänen und Delphinen. Die begleitende Gemüseschale folgt diesem Muster. Erwähnenswert ist die Provenienz der Arbeiten nach Modellen von Johann Joachim Kändler und Johann Friedrich Eberlein, die direkt vom Großvater des Einlieferers 1942 beim Hause Wettin angekauft wurden und sowohl den Zweiten Weltkrieg als auch die Enteignung durch die SED dank ihrer Einlagerung in einem Bergstollen überstanden (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Das Meißner Porzellan des 18. Jahrhunderts eröffnet mit einem Hirschen und einer Hirschkuh nach Vorlagen Kändlers aus der Sammlung Ingrid Loosen-Grillo (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) oder mit einem Koppchen samt Unterschale um 1735, das mit indianischen Blumen und Chinesen dekoriert ist (Taxe 2.200 bis 2.500 EUR). Das weiße Gold einer Teekanne mit Maskaron von circa 1725/30 überlagert ein feiner Golddekor in Spitzenfestons (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR). In derselben Preisklasse buhlt auch ein Paar Prunkvasen aus dem Ende des 18. Jahrhunderts in umgekehrter Birnenform mit aufgelegten Putten um die Aufmerksamkeit von Käufern. Auffällig ist das reiche und plastisch herausgearbeitete Blumendekor, das sich in den Deckeln zu beachtlichen Blumenbouquets verdichtet (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Den dreifachen Wert vergaben die Experten bei Van Ham an die Kändler-Figur des „Pferdebändigers“ aus dem dritten Viertel des 18. Jahrhunderts. Der Orientale in weinroten Pluderhosen und gelben Schuhen versucht, den steigenden Schimmel mit schwarzen Zügeln vor dem Ausbrechen zurückzuhalten (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR). Ein vierstelliger Preis wartet auf Gebote für sechs Teile aus dem Service des Großfürsten Konstantin Nikolajewitsch, des Nachkommen von Zar Nikolaus I. Die Kaiserliche Porzellanmanufaktur St. Petersburg fertigte es 1848 zu Ehren der Hochzeit des Zarensohns mit Alexandra von Sachsen-Altenburg und griff dafür auf Formen altrussischer Emailarbeiten zurück, die Fjodor Solnzew zu einem Banddekor in Gold, Grün, Rot und Königsblau umformulierte (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Jugendstil

Der Jugendstil tritt mit einer Pendule auf, die zwei nackte und auf Kissen sitzende Putten tragen. Das farbig und golden staffierte Werk erdachte sich Paul Scheurich um 1919, die Produktion in der Meißner Manufaktur folgte um 1924/34 (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR). Reich ist das figürliche Porzellan aus dem frühen 20. Jahrhundert vertreten, etwa mit Theodor Eichlers Dreiergruppe „Blinde-Kuh-Spiel“ von 1905 (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR) oder Theodor Kärners vorwitzigem Ara auf einem Sockel von 1913 (Taxe 4.500 bis 4.800 EUR). Unter den Glasarbeiten besticht eine balusterförmige Vase mit Iris durch ihre dramatische Farbskala in Schwarz und Orange-Gelb der Daum Frères aus Nancy von circa 1900/03 nach einem Modell von Henri Bergé (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Leuchtend gelb kommt in gleicher Konstellation aus dieser Zeit ihre Vase mit Calla-Blüten daher (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR). Wer statt Pflanzen lieber eine dynamische Tischlampe besäße, findet in „Loïe Fuller“ ein geeignetes Objekt. Auf Zehenspitzen dreht sich die Tänzerin ausgelassen, während sich ihr dünnes weites Gewand aufbläht und dabei den Stoff der weiten Ärmel zu einer Art Zyklon verdichtet. Diese vergoldete Bronze schuf François-Raoul Larche um 1900 für „Siot-Decauville Fondeur“ (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Kunstkammerobjekte und Uhren

In einer Kunstkammer würde sich der süddeutsche Kokosnusspokal um 1600 in einer vergoldeten Kupferfassung mit Holzfäller, umlaufender Jagdszene und Rollwerkdekor gut machen (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Beliebt war bei den Fürsten auch das Elfenbein, das eine wohl flandrische Ebenholzschatulle des 17. Jahrhunderts mit mehreren mythologischen Reliefdarstellungen ziert (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Wohl in Augsburg entstand gegen Ende des Jahrhunderts ein Schrein aus Nussholz mit Elfenbeinapplikationen, in dessen Mitte eine silberne Pallas Athene steht. Öffnet man eine Schublade auf der Rückseite, wird man noch eines Memento mori in Gestalt eines Skeletts gewahr (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Für eine schlichte Stutzuhr des Klassizismus aus Mahagoni sind 4.000 bis 6.000 Euro angesetzt, deren Gehäuse wohl der Manufaktur von David Roentgen entstammt, während das Uhrwerk mit „Bizen a. Ordingen“ signiert ist. Noch mit ursprünglicheren Mittel arbeitet eine Würfelsonnenuhr mit Kompass vom Ende des 18. Jahrhunderts. Der Nürnberger David Beringer statte sie mit farbigen Kupferstichkarten und einem Gelenk aus, das die Uhr horizontal und vertikal verstellbar macht (Taxe 1.800 bis 2.500 EUR).

Möbel und Dekoration

Sie korrespondiert mit einem etwa gleichaltrigen Zylinderbureau von Philipp Ferdinand Ludwig Bartscher aus Rietberg, bei dem das Medaillon mit einer Ruinenlandschaft ins Auge sticht (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Ins französische Empire weist ein runder Salontisch aus Mahagoni mit Widderköpfen und Marmorplatte, der Jean Joseph Chapuis zugeschrieben wird (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR). Und nach Berlin geht es mit einem Schreibschrank auf Klauenfüßen um 1800/10 mit reichem Innenleben, der schon einmal beim preußischen Adel stand (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Für günstige 2.500 bis 3.000 Euro gibt es einen Rokoko-Kaffeetisch mit einem Glasperlenmosaik aus der Braunschweiger Werkstatt Johann Michael van Selows, das mit bunten Blättern und Blüten eine große Rocaille formt.

Dazu passen vier farbig gefasste charmante Kinderfiguren aus Terrakotta. Die französischen Figuren aus der Mitte des 18. Jahrhunderts weisen sich mit ihren Attributen als Jahreszeitenfolge aus (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). In diese Zeit datieren auch zwei Kommoden: das schwedische Exemplar mit stark gebauchtem Korpus und auffallenden Bronzebeschlägen soll wie die zurückhaltend auftretende italienische Schwester 8.000 bis 10.000 Euro kosten. Wer es prunkvoller mag, kann zu dem Aufsatzschrank im Stil Napoléon III. um 1870/80 greifen. Eine architektonische Gliederung im Gepräge der Renaissance mit Lisenen, Rundbögen, Gesimsen und geschweiftem Giebel charakterisiert das Objekt, dessen Unterbau mit drei Türen auf sechs Balusterfüßen ruht. Das ebonisierte Holz durchzieht ein weißes filigranes Ornamentsystem: Die Intarsien bestehen aus graviertem Elfenbein, zeigen Putti, Greife, Faune und Maskarone und sind mit bunten Steinen eingelegt. Der Augenschmaus will 25.000 bis 30.000 Euro sehen.

Die Auktion „Alte Kunst“ beginnt am 19. Mai um 14 Uhr, am 20. Mai folgt ab 10:30 Uhr das „Europäische Kunstgewerbe“. Die Besichtigung in Köln ist noch bis zum 16. Mai täglich von 10 bis 18 Uhr, für das Kunstgewerbe in Auswahl auch noch bis zum 19. Mai möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.van-ham.com.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



16.05.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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