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Österreichischer Staatspreis für Renate Bertlmann

Renate Bertlmann erhält den Großen Österreichischen Staatspreis 2017

Renate Bertlmann erhält den Großen Österreichischen Staatspreis 2017. Mit der höchsten Auszeichnung der Republik wird erstmals wieder nach Maria Lassnig im Jahr 1988 und Brigitte Kowanz im Jahr 2009 eine bildende Künstlerin geehrt. Die 1943 geborene Wienerin habe wesentlich zu einem Paradigmenwechsel in der österreichischen Kunst und Kultur beigetragen und sei eine der feministischen Pionierinnen, deren Werk weit über Österreich hinauswirke, teilte heute Kulturminister Thomas Drozda mit. „Renate Bertlmann hat in ihrer rund 50jährigen Schaffenszeit als Künstlerin in außerordentlich eindrucksvoller Weise Themen bearbeitet, die zum Widerspruch herausfordern. Oder um es mit ihren Worten zu sagen: ‚Ich liebe Ambivalenzen, weil sie so menschlich sind.‘ Mit feinem Gespür für Ironie und Humor erarbeitet Bertlmann die Zwiespältigkeit der Dinge heraus“, so Drozda weiter, der ihr Werk als „hervorragendes Beispiel für eine gesellschaftsrelevante Kunst“ würdigte.

Renate Bertlmann, die an der School of Arts in Oxford und an der Akademie der bildenden Künste in Wien studierte, arbeitet mit Gemälden, Zeichnungen, Objekten, Installationen, Fotografien, Filmen und Digital-Videos, Texten, Performances und multimedialen Events. Der Kunstsenat, der sich einstimmig für sei aussprach, lobte an ihrem Schaffen die „radikale Analyse der Unmöglichkeit des Lustprinzips“. Seit den 1970er Jahren habe Bertlmann sich nicht nur in wesentlicher Position in die weibliche Performancegeschichte Österreichs eingeschrieben, sondern darüber hinaus in die erst jüngst in ihrer Bedeutung erkannte internationale feministische Avantgarde. Weiter betonte der Kunstsenat: „Ihre Arbeiten haben im Kontext der feministischen Kunst eine ikonische Wirkung entfaltet. Durch ihre Kunst hat sie den Spielraum weiblicher Selbstbestimmung entschieden erweitert.“ Derzeit nimmt Bertlmann an der Ausstellung „Woman – Feministische Avantgarde de 1970er Jahre aus der Sammlung Verbund“ im Wiener Museum Modernder Kunst teil.

Der Große Österreichische Staatspreis ist die höchste Auszeichnung, die die Republik Österreich einer Künstlerin oder einem Künstler für besonders hervorragende Leistungen verleiht. Der aus 21 Mitgliedern bestehende Österreichische Kunstsenat nominiert jährlich eine Persönlichkeit ohne festgelegtes Rotationsprinzip aus den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Literatur oder Musik für den Staatspreis. Der Große Österreichische Staatspreis ist derzeit mit 30.000 Euro dotiert.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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