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Sitzende Bäuerin mit Kind, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Rundgang durch die Galerien im Wiener Freihausviertel

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In dem von Vintage-Läden und Modeateliers geprägten Freihausviertel – auf der gegenüberliegenden Seite des Naschmarkts und in der Nähe vom Wiener Karlsplatz – hat sich rund um die Schleifmühlgasse ein spannendes Zentrum für internationale Gegenwartskunst etabliert. In enger Nachbarschaft befinden sich hier mehrere wichtige Galerien. Der Oberlichtsaal einer ehemaligen Druckerei auf Nummer 5, nunmehr Adresse der Galerie Georg Kargl Fine Arts, bildet einen imposanten Rahmen für die Ausstellungen, die der Galerist Künstlern wie Markus Schinwald, dem Duo Markus Muntean und Adi Rosenblum oder Gerwald Rockenschaub seit 1998 ausrichtet. Mittlerweile hat Kargl sich auf 350 Quadratmeter vergrößert, nicht nur mit spannenden Räumlichkeiten im Untergeschoß, sondern auch mit der 2005 eröffneten „Box“, bei der Richard Artschwager die Fassade gestaltete.


Bis Ende April zeigte Georg Kargl in seinen Galerieräumen Arbeiten des amerikanischen Künstlers und Filmemachers Carter. In seiner mittlerweile dritten Wiener Einzelausstellung mit dem Titel „American Painting“ hat Carter den Pinsel gegen die Nähmaschine eingetauscht, seine Bildträger mit Handtüchern bespannt und die Farbigkeit von der vormals reduzierten blau, grau, schwarzen Palette auf grellbunte Töne verändert. In seinen neuen Arbeiten kombiniert Carter subtile Variationen von sich wiederholenden Farben und Formen, mit engen Stichen auf die Stoffe genähte Gesichter, gesteppte Augen und weit aufgerissene Münder. Fest auf den teils bemalten Bildträger appliziert, verschmelzen Vorder- und Hintergrund zu einem rein optischen Raum, und es entsteht ein nicht mehr auflösbares Beziehungsgeflecht von formalen, inhaltlichen und historischen Verweisen, die an Robert Rauschenbergs „Combine Paintings“ ebenso erinnern, wie an die amerikanische Tradition der Quilt-Technik. In der Box stellte Mark Dion in „American Politics – Dirty Tricks“ eine Auswahl von Werkzeugen vor, die gemeinhin für Foltertechniken verwendet werden. Der amerikanische Objekt- und Installationskünstler symbolisiert mit dem Inhalt seiner feinsäuberlich beschrifteten Taschen, aus denen die mit flüssigem Gummi überzogenen Werkzeugen herausquellen, Themen wie Überwachung, Erpressung, Rufschädigung, Wirtschaftsboykotte und Todesdrohungen.

Gleich nebenan, nur ein Haus weiter, befindet sich die Galerie von Kerstin Engholm. Die ursprünglich aus Hamburg stammende Galeristin eröffnete ihre Räume 1999 und hat unter anderem Hans Schabus, Misha Stroj oder Dirk Skreber im Programm. Aktuell präsentiert sie in der Ausstellung „Bubbles carry a lot of weight“ die Ergebnisse eines künstlerischen Austauschs von Jeanette Mohr und Claus Föttinger und offeriert in Form einer Kunst-Bar eine bezugsreiche Versuchsanordnung entlang der Traversen‚ „Faktum und Zeichen, Biografie und Biografismus, Maschinen und BetreiberInnen, Gallipoli und Mexiko und Angst und Belohnung“. Als wäre das nicht schon viel, schaltete sich am Eröffnungsabend auch noch der deutsche Regisseur, Schauspieler und Drehbuchschreiber Ulli Lommel zu, und Engelbert van Loock performte live an Klavier und Ukulele.

Die Adresse Schleifmühlgasse 1 teilen sich Gabriele Senn und Christine König. Senn, die ursprünglich bei Oswald Oberhuber an der Hochschule für angewandte Kunst studierte, ist seit 1997 als Galeristin tätig. Sie macht auf Kerstin von Gabain aufmerksam. Die US-amerikanische Künstlerin, die in Wien studierte, erforscht in ihrer aktuellen Schau die Beziehung zwischen Fotografie und Bildhauerei. Zu sehen sind Abgüsse von Objekten aus verschiedenen Materialien, die mit einer Auswahl an Fotografien inhaltlich in Beziehung treten. Für ihre Werkserie produzierte Gabain zunächst Gipsabgüsse verschiedener Objekte, die sie anschließend fotografierte, um das dualistische Prinzip der Komplementarität zu akzentuieren. Im weiteren Verlauf begann sie, mit Farbe und Materialien wie Zement, Wachs oder Polyester zu experimentieren, und erreichte vor allem auch durch den Einsatz überraschender Farbgebungen eine neue, körperliche Dimension ihrer Arbeiten.

Bei Christine König standen neue Arbeiten des 1950 geborenen Künstlers Thomas Hartmann im Fokus. Unbeirrbar vom Kommen und Gehen aktueller Tendenzen und Bewegungen treibt der in Berlin lebende Künstler seine Vorstellungen von Malerei voran. Bevölkerte noch vor wenigen Jahren ein Gewimmel unzähliger Figuren seine großformatigen Leinwände, so sind neuerdings Bücher, Zeitschriften und Druckwerke aller Art neben Containern und Paketen die zentralen Inhalte seiner Bilder. Eine Welt der Buchstaben und Objekte wird evoziert, in der die Menschen beinahe verschwunden sind. Mit viel Sensibilität für Farben und Bildaufbau navigiert Hartmann zwischen Zeichnung und Malerei, zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Wenn man seine gemalten Bücherwände, die vollgestopften Archive und Regale betrachtet, fällt es schwer, nicht an ein Bild zu denken, das Michel Foucault in „Die Ordnung der Dinge“ entworfen hat: Der Mensch werde verschwinden „wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand.“

Die Abschaffung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes auf Kunst führt in Kombination mit der Einführung des Kulturgüterschutzgesetzes dazu, dass in letzter Zeit vermehrt deutsche Galerien und Kunsthändler nach Wien übersiedeln. Bereits 2015 kamen Andreas Osarek und Markus Peichl mit ihrer Galerie Crone aus Berlin. Im Herbst letzten Jahres folgten die Kollegen Henrikke Nielsen und Oliver Croy. Auch die Düsseldorfer Galeristen Ute Eggeling und Michael Beck zog es im November nach Wien. In ersten Stock einer Altbauwohnung in der Margaretenstraße hat die Galerie repräsentative Räumlichkeiten bezogen. Nach der Eröffnungsausstellung mit Arbeiten des Zero-Künstlers Heinz Mack brachten Beck & Eggeling unter dem Titel „Vom Impressionismus zum Expressionismus“ und mit Werken von Renoir, Gauguin, Corinth, Jawlensky, Kirchner, Kokoschka, Macke, Nolde, Pechstein, Rohlfs und Schmidt-Rottluff eine exquisite Auslese des heimatlichen Bestands nach Wien. Auch wenn der Schwerpunkt der Wiener Dependance auf dem deutschen Expressionismus liegen wird, sollen in Zukunft vermehrt Verbindungen zu Wien und zur österreichischen Kunstgeschichte hergestellt werden. Allerdings sind die Ausstellungen nur nach Voranmeldung zu besichtigen. Auf die raren Eröffnungstermine ist also unbedingt zu achten.

Kerstin Engholm Gallery
Schleifmühlgasse 3
A-1040 Wien

Gabriele Senn Galerie
Schleifmühlgasse 1a
A-1040 Wien

Christine König
Schleifmühlgasse 1a
A-1040 Wien

Beck & Eggeling
Margaretenstraße 5/19
A-1040 Wien

Kontakt:

Georg Kargl

Schleifmühlgasse 5

AT-1040 Wien

Telefon:+43 (01) 585 41 99

Telefax:+43 (01) 585 41 999



08.05.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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