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Aktuellzum Archiv:Messe-Nachbericht

Die Art Brussels feierte ihren 35. Geburtstag – unaufgeregt und entspannend frisch

Die großen Namen fehlten



Die einzige Neuerung auf dem Gelände der ehemaligen Poststation Tour & Taxis zur Art Brussels, die hier zum zweiten Mal stattfand, war die Fertigstellung des Parkhauses, wo man zum Tagessatz von 8 Euro bequem mit dem Aufzug oder über die geschwungene Treppe zum Eingang der Messe für zeitgenössische Kunst kam. Die Art Brussels zeigte sich schon im Eingangsbereich farbenfroh und unkonventionell, ein bisschen so wie zu ihren Anfängen auf dem Heysel, dem Brüsseler Messegelände. Verschwunden sind die großen Galeristen, die Matadore der belgischen Kapitale, sieht man von Rodolphe Janssen und Xavier Hufkens, der auch in der Jury sitzt, mal ab. Die Art Brussels gibt sich jünger und will als Entdeckerschau wahrgenommen werden.


Zufriedene Gesichter am Stand von Rodolphe Janssen am letzten Tag der Messe: Die Geschäfte liefen gut, die Nachfrage war groß, viele interessante Nachgespräche sollen folgen. Für 12.800 Euro konnte der Kunstfreund hier eine Skulptur von Thomas Lerooy erwerben, die es in einer fünfer Auflage gab. „I need you close“ von 2016 zeigt zwei Köpfe, der klassischen Antike entlehnt, mit einem knallgelben Gummiball als Kussbremse oder Distanzhalter. Michael E. Smith wird im Sommer im Museum für zeitgenössische Kunst, dem S.M.A.K. in Gent, und wurde auf der Messe von der Berliner Galerie KOW präsentiert, ebenso der Documenta-Teilnehmer Dierk Schmidt. Beide Künstler zogen das Interesse der Käufer zur vollen Zufriedenheit der Galeristen auf sich.

Eine knappere Installation des Gekreuzigten, bestehend aus zwei halben Armen und gekreuzten Füßen, bekommt man selten zu sehen. Der Spanier Carlos Aires hat von diesem „Gekreuzigten“ eine Auflage von drei Stück geschaffen, die die Galerie ADN aus Barcelona für 18.000 Euro komplett verkaufte. Man war zum siebten Mal auf der Art Brussels und von der Messe begeistert, die sich mit 145 Ausstellern den Luxus leistet, überschaubar zu bleiben. Da es in diesem Jahr für alle Galeristen mehr als stressig ist, die Termine in Brüssel, Köln und Berlin unter einen Hut zu bekommen, galt es Entscheidungen zu treffen. So war aus Düsseldorf nur Cosar HMT angereist, wohingegen die österreichischen Galerien sich verstärkt nach Belgien aufgemacht hatten. Die Galerie Krinzinger legte sich bei ihrer Präsentation auf den heimischen Künstlerstar Hans Op de Beeck fest, der sich mit seinen in Grau gehaltenen dreidimensionalen Stillleben mit Vanitassymbol oder mit einer Seelandschaft in grauem Plastik dem Pinselstrich annäherte und so Blickpunkte setzte. Das machte beim New Art Centre aus Salisbury auch der riesenhafte, auf allen Vieren liegende Bronzegorilla von Angus Fairhurst, der als Narziss fasziniert in den Wasserspiegel eines kleinen Sees schaut.

In einer hinteren Ecke, etwas unglücklich, so meint man, lag der Stand der Galerie Kornfeld aus Berlin. Doch es war die Kunst, die Alfred Kornfeld und seine Mitstreiter nach Brüssel gebracht hatten, die viele Interessierte gebannt in die Koje zog, etwa Natela Iankoshvili. Geboren 1918 in Georgien und 2007 gestorben, hat sie eine beachtliche Malerinnenkarriere hingelegt; in Tiflis ist ihr ein eigenes Museum gewidmet. Iankoshvilis kraftvolle Malerei ist erstaunlich frisch: viel Grün, Blumen, Portraits, auch Selbstportraits von unendlicher Tiefe, und ein Bild, auf dem „Affen mit der Welt spielen“. Das trifft die Weltpolitik der Jetztzeit auf den Kopf. 30 Galerien nahmen in diesem Jahr in einer eigenen Halle am „Discovery“-Programm teil. Hier wurden neue Trends in kleinen Kojen und Namen präsentiert, die man sich vielleicht merken sollte. Hier ging der Preis für den besten Stand an Harlan Levey Projects aus Brüssel, die mit der Israelin Ella Littwitz, dem Belgier Emmanuel Van der Auwera und dem in Zürich lebenden Amerikaner Haseeb Ahmed angetreten waren.

Wo es was zu entdecken gab, wie bei „Discovery“, darf man auch getrost darauf hoffen, mal etwas wiederzuentdecken, wie in der Sektion „Rediscovery“, die man bei mancher Galerie fand, sowie Punkte auf Soloshows hinwiesen und nicht wie in früheren Jahren prunkvoll „solo“ präsentiert wurden. Das machte die Messe homogener und forderte die Aufmerksamkeit heraus. Die Auszeichnung für die beste Einzelpräsentation ging an den Auftritt von Benoît Maire bei Meessen De Clercq aus Brüssel. Die Galerie Mario Mazzoli aus Berlin lenkte das Interesse auf einen Tischkicker von Céleste Boursier-Mougenot, dessen Tisch aus einem Sarg mit exklusiven Beschlägen bestand und 100.000 Euro kostete. Die 1961 geborene Französin hatte auf der letzten venezianischen Biennale den Pavillon ihres Heimatlandes gestaltet und verblüffte das Publikum. Wer erinnert sich nicht an ihre Waldlandschaft, als die Bäume leise durch den Pavillon wanderten.

In Brüssel hat sich nach einem Fehlstart im vergangenen Jahr, bedingt durch den Terror, der die Kapitale beherrschte, die Independent mit rund 70 Teilnehmern etabliert. Vermisste man auf der Art Brussels große internationale Galeristen, traf man hier auf Sprüth Magers, Barbara Gladstone oder David Zwirner. Allein die Location im Vanderborght-Haus inmitten der Stadt, einem ehemaligen modernistischen Kaufhaus aus den 1930er Jahren, ist eigenwillig und gab dem New Yorker Ableger das rechte Flair. Fast aus dem Blickwinkel gefallen ist dagegen die Poppositions mit 21 Galerien, in der Nähe des Bozar im Ing Art Center gelegen. Im kommenden Jahr geht es auf ein Neues nach Brüssel, entspannter und mit mehr Zeit für den zweiten und den dritten Blick.

www.artbrussels.com



25.04.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Marianne Hoffmann

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