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Genzken-Installation für das MMK

Das Museum für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt kann den Neuerwerb einer Arbeit von Isa Genzken verbuchen. Mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Hessischen Kulturstiftung, der MMK Partner und weiterer privater Förderer hat es die Installation „Schauspieler II, 8, 11, 12“ von 2014 angekauft. Als erstes Haus in Deutschland durfte das MMK das Werk im Frühjahr 2015 im Rahmen der Ausstellung „Isa Genzken. New Works“ präsentieren. Susanne Gaensheimer, Direktorin des MMK, äußert sich erfreut: „Die Installation nimmt in ihrer inhaltlichen Radikalität, formalen Qualität und künstlerischen Intensität nicht nur eine Sonderstellung im Werk der Künstlerin ein, sondern ist eine kongeniale Ergänzung zur Werkgruppe ‚Oil XV‘ (2007), die bereits 2011 in die Sammlung des MMK eingegangen ist.“

Die Gruppe der „Schauspieler“ besteht aus unterschiedlich aufgestellten lebensgroßen Schaufensterpuppen. Die 1948 in Schleswig-Holstein geborene Bildhauerin stattete die Figuren unter anderem mit eigenen Kleidungsstücken und Schuhen aus. Hinzu kam die für Genzken übliche Gestaltung, in der die Puppen Arbeits- und Schutzbekleidung erhielten oder in Deko-Materialien gehüllt wurden. Zudem verdrehte Genzken die Gliedmaßen, bedeckte einige Körperstellen mit Spiegelfolien, besprühte Gesicht und Geschlechtsteile mit greller Farbe und versah sie mit buntem Klebeband. Bei „Schauspieler II“ hat sie drei Erwachsene und ein Kind mit einer Bodenarbeit kombiniert. Der Mann liegt auf dem Boden und blickt dem schwarz gehaltenen und in eine Art Tunika gehüllten Mannequin unter den Rock. Links daneben steht eine weitere schwarz bemalte Frau mit metallisch glänzenden Rechteecken vor den Geschlechtsmerkmalen.

Behandelt die Bildhauerin in der Werkserie soziale und gesellschaftliche Beziehungen, die sie mit autobiografischen Elementen verbindet, bildet die Neuerwerbung eine Schlüsselrolle. Genzken lenkt den Blick auf familiäre und sexuelle Rollenverhältnisse. Die Installation bezieht sich auf den umgebenden Raum und bietet „ein bühnenhaftes Tableau, in dem durchaus apokalyptische Endzeitszenarien anklingen“, so die Museumsmitteilung. Dies bezeuge Genzkens konsequente, kritische und selbstkritische Beschäftigung mit unserer gesellschaftlichen Gegenwart. Vor allem die Kinderfigur, ausgestattet mit Football-Schutzhelm und orangefarbener Rettungsweste, an der ein Reisepass haftet, die das doppelbödige Treiben der „Erwachsenen“ beobachtet, spreche aktuelle Themen wie Missbrauch, Flucht und Überlebenskampf an.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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