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Dagmar Ranft-Schinke in Chemnitz

Dagmar Ranft-Schinke, Erinnerungen, 1977

Die Kunstsammlungen Chemnitz am Theaterplatz präsentieren aktuell Werke von Dagmar Ranft-Schinke. Die 28 Gemälde der 1944 geborenen Chemnitzerin, die Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Clara Mosch“ war, umspannen einen Zeitraum von 1977 bis 2016. Die Kunst der Malerin und Grafikerin behandelt wiederholt die Themen Mensch, Natur und Umwelt. Ranft-Schinke bezeichnet ihre Kunst als „Visionären Realismus“, der zwischen Wirklichkeit und Traum, Bewusstsein und „Vorbewusstsein“ sowie zwischen Gegenwart und Zukunft zu verorten ist. Ihre Arbeiten sind in mehreren internationalen Sammlungen vertreten, etwa der Eremitage in St. Petersburg, dem Getty Center in Santa Monica und dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg.

Ein wiederkehrendes Motiv im Œuvre von Dagmar Ranft-Schinke ist der Pegasus: Die mythologische zügellose Figur ist für sie ein Symbol der inneren Freiheit und der unbändigen Fantasie. Hierin sei ein Einfluss des österreichischen Neurologen und Psychiaters Viktor Frankl zu erkennen, „für den die einzig existierende Freiheit des Menschen in jedem einzelnen Selbst innewohnt“, so die Kuratorin Diana Kopka. In dem Gemälde „Erinnerungen“ von 1977 bildet diese innere Freiheit das Thema. Vor einer Wiesenlandschaft mit blauem Himmel galoppiert ein dunkler Pegasus, der gerade zum Fliegen ansetzt. Auf der rechten Bildseite erheben sich mehrere ineinander verschränkte Formen, darunter ein flammendes Inferno und die Silhouette eines dunklen Reiters auf einem liegenden Pferd. Laut Museumsmitteilung verschwimmen in diesen Bilderwelten vergangene Reisen und Kulturen mit der Gegenwart.

Die Auseinandersetzung mit der Forschung und der Gentechnologie im Besonderen spiegelt sich im 1981/82 geschaffenen Werk „Drosophila oder Die Versuchung“. Auch hier erscheint der Pegasus in stark vereinfachter und stilisierter Form als voranpreschende Gestalt mit hochgereckten Flügeln über einer Klippe. Dieses Symbol der freien Fantasie verweist auf Dagmar Ranft-Schinkes Ansicht, dass dies auch ein Ausgangspunkt der Wissenschaft sei. In einem losen Kreis sind verschiedene Formen versammelt: Die fantastischen Gestalten streben als eine Art Konglomerat von links nach rechts, zum Pegasus, der als einziger fliegen kann. Vor ihm schwebt oder fällt eine menschliche Figur mit Flügeln an den Armen hinab, als folge sie den vor ihr sitzenden Fruchtfliegen zurück zum Anfang der Kreisbewegung auf der linken Bildseite. Der Eingriff in die Schöpfung ist auch ein Thema im Triptychon „Traum des Genetikers“ von 1998/2000. Die Reflexion über die eigene Zeit behandelt Ranft-Schinke ab 1997 in fiktiven Selbstgesprächen der „DRS-Künstlerbriefe“.

Die Ausstellung „Dagmar Ranft-Schinke“ ist bis zum 5. Juni zu sehen. Das Museum am Theaterplatz hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro und ermäßigt 5 Euro.

Kunstsammlungen Chemnitz – Museum am Theaterplatz
Theaterplatz 1
D-09119 Chemnitz

Telefon: +49 (0)371 – 488 70 24
Telefon: +49 (0)371 – 488 70 99


19.04.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Dagmar Ranft-Schinke, Erinnerungen, 1977
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Dagmar Ranft-Schinke, Drosophila oder Die Versuchung, 1981/82
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Künstler:

Dagmar Ranft-Schinke








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