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Kandinsky-Aquarell kehrt in die Moritzburg zurück

Wassily Kandinsky, Abstieg, 1925

Nach 80 Jahren ist Wassily Kandinskys Aquarell „Abstieg“ in die Moritzburg nach Halle zurückgekehrt. Das 1925 entstandene Blatt wurde als „entartet“ aus der Museumssammlung entfernt und nun durch die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt mit Hilfe der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder, der Saalesparkasse sowie des Landes Sachsen-Anhalt für das Kunstmuseum zurückgekauft. Ursprünglich erwarb 1929 der damalige Museumsdirektor Alois Schardt Kandinskys „Abstieg“ für die Sammlung der Moderne seines Hauses. Als das Aquarell 1937 durch die Nationalsozialisten beschlagnahmt wurde, war es auch in der Münchner Ausstellung „Entartete Kunst“ zu sehen. Drei Jahre später kaufte der Kunsthändler Hildebrand Gurlitt das Blatt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang das abstrakte Werk in den Kunsthandel und kam über mehrere Eigentümer schließlich in den Besitz eines in Japan lebenden Sammlers. Dieser wollte 2015 den „Abstieg“ verkaufen, und so wandte sich ein Auktionshaus an das Kunstmuseum Moritzburg in Halle. Da diese Arbeit Kandinskys einen besonderen Stellenwert in der Museumssammlung besaß, verdeutlichte die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt ihr Interesse am Rückerwerb. Museumsdirektor Thomas Bauer-Friedrich erklärt: „Von den ehemals acht Kandinsky-Werken unserer Sammlung wurde im Jahr 1937 nur das frühe Aquarell ‚Konzentriertes‘ nicht beschlagnahmt. … Die Sammlung erhält ein signifikantes Werk für Kandinskys stilistische Entwicklung in den 1920er Jahren zurück, als dieser am Dessauer Bauhaus als Meister lehrte.“

Laut Vivian Barnett, der Verfasserin des Werkverzeichnisses, ist das Blatt „Abstieg“ von 1925 eines von 23 Aquarellen, die Wassily Kandinsky in jenem Jahr schuf. Es ist in unterschiedlich breite horizontale Streifen gegliedert, die auch das von oben hinabragende und auf der Spitze stehende Dreieck definieren. Während das obere Drittel Schwarz- und Graunuancen beherrschen, leiten sie zu einem hellblauen und scheinbar farblosen Segment über, das mit einem kräftigen orangeroten Streifen abschließt. Anders als das 1916 von Kandinsky gemalte Aquarell „Konzentration“ mit seiner hellen Farbwahl in Rot, Grün, Blau, Gelb und Orange samt den runden, offenen und konzentrierten Form-Wolken charakterisiert „Abstieg“ ein klarer geometrischer Aufbau. Beide Blätter scheuen den Einsatz der schwarzen Farbe nicht, wobei Kandinsky in „Abstieg“ mit einer reduzierten Farbpalette arbeitet.

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Wassily Kandinsky, Abstieg, 1925
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