Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 30.11.2017 110. Auktion: Druckgraphik des 15. - 19. Jahrhunderts

© Galerie Bassenge Berlin

Anzeige

Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von  Stuck

Römerin mit Lorbeerkranz / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Journal

Neben der Documenta in Athen und Kassel sowie der Biennale in Venedig sind die alle zehn Jahre stattfindenden Skulptur Projekte Münster ein weiteres Kunst-Highlight in diesem Jahr. Nicole Büsing und Heiko Klaas führten im Vorfeld ein Interview mit Britta Peters und Marianne Wagner, die zusammen mit Kasper König das KuratorInnen-Team der Skulptur Projekte Münster 2017 bilden

Skulptur Projekte Münster: eine Langzeitstudie



Sind bei den Skulptur Projekten Münster 2017 dabei: Katharina Stöver und Barbara Wolff von Peles Empire

Sind bei den Skulptur Projekten Münster 2017 dabei: Katharina Stöver und Barbara Wolff von Peles Empire

Am 10. Juni eröffnet die fünfte Ausgabe der Skulptur Projekte Münster nahezu zeitgleich mit der Documenta in Kassel. Was macht den besonderen Charakter dieser Skulpturenschau im öffentlichen Raum aus?

Vor allem der zehnjährige Rhythmus der Ausstellungsreihe. Das ist wirklich eine lange Zeit zwischen den einzelnen Ausgaben. Brigitte Franzen, Kuratorin der vierten Skulptur Projekte 2007, etablierte den Begriff der Langzeitstudie. Das finden wir heute immer noch passend. Wir laden die Künstler danach ein, wie ihr Werk mit dem Grundthema der Ausstellung korrespondiert: das erweiterte Feld von Skulptur. Das Profil der jeweiligen Ausstellung schärft sich dann eigentlich erst in der Retrospektive.


Wie viele Künstler werden teilnehmen? Aus welchen Teilen der Welt kommen sie?

Wir werden 35 Arbeiten realisieren. Vier davon entstehen in der Zusammenarbeit eines KünstlerInnen-Duos. Somit arbeiten wir mit 39 KünstlerInnen. Sie kommen aus allen Teilen der Welt, leben aber manchmal nicht mehr in ihren Heimatländern.

In welchen Teilen der Stadt werden die Arbeiten dieses Mal realisiert?

Auch in der fünften Ausgabe der Skulptur Projekte werden sich die meisten Arbeiten im Innenstadtbereich befinden. Aber wir erweitern den Radius so weit wie noch nie: Mit Ei Arakawa auf eine Wiese hinter dem Aasee, mit Hreinn Fridfinnson in den abgelegenen, sehr romantischen Sternbuschpark im Südwesten der Stadt und mit Pierre Huyghe in eine leerstehende Eissporthalle kurz vor die Stadtgrenze im Nordwesten. Besucher sollten im Sommer am besten zwei Tage Münster einplanen.

Münster ist eine historisch bedeutsame, extrem gut lesbare Stadt. Inwiefern werden sich die Künstler auf die Stadtgeschichte beziehen?

Das Künstlerinnenduo Peles Empire bezieht sich mit seiner begehbaren Skulptur auf die Architektur des Prinzipalmarkts, die historisch rekonstruierte Stadtmitte. Christian Odzuck arbeitet auf der Brache der frisch abgewrackten Oberfinanzdirektion und integriert Versatzstücke des modernistischen Gebäudes aus den 1970er Jahren. Hier also zwei Beispiele, die sich der Stadtgeschichte über die Architektur nähern.

Gibt es darüberhinaus auch Arbeiten, die die 40jährige Geschichte der Skulptur Projekte reflektieren?

Nairy Baghramian wird eine Skulptur auf dem Geviert des Erbdrostenhofs platzieren. Mit der Auswahl dieses Stadtorts setzt sich die Künstlerin bewusst mit der Tradition von männlich-bildhauerischen Traditionen wie Richard Serra (Trunk – Johann Conrad Schlaun Recomposed, 1987) oder Andreas Siekmann (Trickle down. Der öffentliche Raum im Zeitalter seiner Privatisierung) auseinander, die in vergangenen Ausgaben der Skulptur Projekte diesen Ort für ihre Arbeiten auswählten.

Kunst im öffentlichen Raum ist einem permanenten Wandel unterworfen. Was hat sich hier über die Jahrzehnte verändert? Welche Rolle spielen dieses Mal performative oder eher ephemere Arbeiten?

Performative Arbeiten spielen eine wichtige Rolle. Wir hatten von Anfang an den Ehrgeiz, mit den Künstlern performative Formate zu entwickeln, die über die gesamte Laufzeit von 16 Wochen stattfinden und nicht zu Einzelterminen aufgeführt werden. Das war eine unglaubliche Herausforderung. Alexandra Pirici, Xavier Le Roy gemeinsam mit Scarlet Yu und das Duo Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen wählen dafür jeweils eigene Wege. Lassen Sie sich überraschen...

Trump, Brexit, AfD: Wie wichtig ist Ihnen das Politische?

Sehr wichtig. Aber nicht in Form von Hau-drauf-Provokation. Wir glauben, dass es wichtig ist, Freiräume zu bewahren. Das sollte aber nicht mit politischer Bedeutungslosigkeit verwechselt werden. Es ist vielmehr eine Frage von Integrität: Wie sehr lassen wir uns vereinnahmen, wie widerständig ist man vielleicht auch im Kleinen?

Die Skulptur Projekte Münster finden alle zehn Jahre statt. Wird dieser langsame Rhythmus auch in Zukunft beibehalten? Falls ja, warum?

Ja, das hoffen wir sehr. Der Rhythmus ist ein wunderbares Gegengewicht zum aufgeheizten Kunstmarkt.

Dieses Mal gibt es eine Kooperation mit der Stadt Marl. Wie kam diese zustande? Welcher Austausch ist hier geplant?

Wir wollten den Radius der Skulptur Projekte dieses Mal unbedingt über die Stadtgrenzen hinaus erweitern, wir fanden, das ist der Gegenwart nur angemessen. Also machten wir uns auf die Suche nach „Partnerstädten“ und zwar mit dem Fokus auf eine ähnlich intensive Tradition mit Kunst im öffentlichen Raum. Wir reisten nach Houston in Texas und nach Douala in Kamerun. Doch irgendwie fühlten sich die Kooperationen immer künstlich an. Nicht wirklich erlebbar für die Besucher der Skulptur Projekte. Kasper König hatte immer schon ein Faible für die Stadt Marl und das dortige Skulpturenmuseum Glaskasten.

Was macht denn Marl als „Partnerstadt“ so reizvoll?

Marl ist 60 Kilometer von Münster entfernt aber fühlt sich an wie eine andere Welt. Bis in die 1960er Jahre hinein vollzog sich in der durch Industrie geprägten Stadt ein derartiger Bevölkerungszuwachs, dass man zwischenzeitlich davon ausging, Marl werde sich zur Großstadt entwickeln. Als Reaktion auf diese Prognosen und um das fehlende historische Zentrum zu kompensieren, errichtete die Stadt ein modernes Rathaus auf der „grünen Wiese“, mit Wohnhochhäusern und dem Einkaufszentrum Marler Stern. Die für Marl vorausgesagte Stadtentwicklung ist jedoch nie eingetreten: Im Gegensatz zur wachsenden Stadt Münster, erfüllt Marl heute alle Kriterien einer schrumpfenden Stadt. Wie große Teile des restlichen Ruhrgebiets auch, kämpft die Stadt mit hoher Arbeitslosigkeit, Leerstand und einer Vielzahl von sozialen Problemen, die sich aus dieser Strukturschwäche ergeben.

Und wie sieht die Zusammenarbeit konkret aus?

In dem Kooperationsprojekt „The Hot Wire“ werden wir uns gegenseitig Skulpturen leihen und zusammen eine Ausstellung mit Modellen aus dem Archiv der Skulptur Projekte im Skulpturenmuseum Glaskasten machen. Außerdem wird es Künstler geben, die in beiden Städten arbeiten. Wir finden es wichtig, dass die Besucher der Skulptur Projekte ganz bequem unseren Kooperationspartner besuchen können.

Die Skulptur Projekte Münster waren bei der ersten Ausgabe 1977 in der Stadt noch umstritten. Mittlerweile sind sie zum Liebling von Bürgern, Kaufleuten, Lokalpresse, Tourismusmanagern und Politikern geworden. Droht bei so viel Zuspruch nicht, die Widerborstigkeit der Kunst verloren zu gehen? Beziehungsweise: Wie arbeitet man dagegen an?

Wie schon gesagt: Integrität bewahren, Widerstand im Kleinen leisten, auf die Freiräume der Kunst beharren.

Gleichzeitig ist die Schau zu einem internationalen Ereignis geworden. Welche Besucherzahlen erwarten Sie in diesem Jahr?

Wahrscheinlich mehr als vor zehn Jahren. Aber da die Skulptur Projekte ohne Eintritt zu besuchen sind (!) können wir die Besucherzahlen nie genau ermitteln. 2007 wurden rund 480.000 Besucher „gezählt“.

Frau Peters und Frau Wagner, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Kontakt:

LWL-Museum für Kunst und Kultur

Domplatz 10

DE-48143 Münster

Telefax:+49 (0251) 59 07 21 0

Telefon:+49 (0251) 59 07 01



11.04.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 17

Seiten: 1  •  2

Events (1)Adressen (1)Berichte (6)Variabilder (9)

Veranstaltung vom:


10.06.2017, Skulptur Projekte Muenster 2017

Bei:


LWL-Museum für Kunst und Kultur

Bericht:


Diebstahl bei den Skulptur Projekten Münster

Bericht:


Eisenman-Skulptur in Münster beschädigt

Bericht:


Weltpolitik im Schrebergarten

Bericht:


Ganz vernetzt im Hier und Jetzt

Bericht:


Skulptur Projekte Münster 07

Bericht:


Der Countdown läuft

Variabilder:

kuratiert die Skulptur Projekte Münster 2017: Marianne Wagner
kuratiert die Skulptur Projekte Münster 2017: Marianne Wagner







Ei Arakawa nimmt an den Skulptur Projekten Münster 2017 teil

Ei Arakawa nimmt an den Skulptur Projekten Münster 2017 teil

nimmt an den Skulptur Projekten Münster 2017 teil: Alexandra Pirici

nimmt an den Skulptur Projekten Münster 2017 teil: Alexandra Pirici

kuratiert die Skulptur Projekte Münster 2017: Marianne Wagner

kuratiert die Skulptur Projekte Münster 2017: Marianne Wagner

Ayse Erkmen, Projektskizze für Skulptur Projekte 2017

Ayse Erkmen, Projektskizze für Skulptur Projekte 2017

kuratiert die Skulptur Projekte Münster 2017: Kasper König

kuratiert die Skulptur Projekte Münster 2017: Kasper König

Ayse Erkmen, Projektskizze für Skulptur Projekte 2017

Ayse Erkmen, Projektskizze für Skulptur Projekte 2017

kuratiert die Skulptur Projekte Münster 2017: Britta Peters

kuratiert die Skulptur Projekte Münster 2017: Britta Peters

Peles Empire, Projektskizze für Skulptur Projekte 2017

Peles Empire, Projektskizze für Skulptur Projekte 2017




Copyright © '99-'2017
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce