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Jean-Luc Moulène in Wien

in der Ausstellung „Jean-Luc Moulène. The Secession Knot (5.1)“

Die Secession in Wien wendet den Blick in ihrer aktuellen Schau auf Jean-Luc Moulène. Das zentrale Thema im Œuvre des 1955 in Reims geborenen Künstlers ist das Wesen künstlerischer Arbeit und was es bedeutet, ihr Autor zu sein. Hierzu setzt der Franzose unterschiedliche Materialien ein. Moulène nutzt zudem ein breites Spektrum an künstlerischen Medien, wie die Fotografie, Malerei, Skulptur, Installation und den Film. Laut der Kuratorin Elisabeth Bettina Spörr verstehe Jean-Luc Moulène Kunst als eine Konfliktzone, in der ein Betrachter seine eigene Position finden und definieren müsse.

Der Ausstellungstitel „The Secession Knot (5.1)“ bezieht sich auf die kürzlich im Pariser Centre Pompidou präsentierte Moulène-Schau und das Thema der „Ähnlichkeit und Knoten“ zurück. So hat Jean-Luc Moulène den Hauptraum in der Wiener Secession mit einem „Raumknoten“ gestaltet: Alternierend wechseln sich schwarze und neongelbe Segmente auf Konstruktionsbrettern ab. Der Künstler ist von der Poesie der Mathematik inspiriert und sieht in ihr eine Metapher für den sozialen Raum. Es sind die Beobachtung und Analyse der Überschneidung und der Form des gesellschaftlichen mit dem individuellen Raum, die Moulène interessiert. Der Künstler setzt den Knoten mehrfach in seinem Œuvre ein und bezieht die Knotentheorie als mathematisches System auf die Kunst. So sei der Knoten ein Prinzip, das der verbreiteten binären Denkweise zuwiderlaufe, da er kein Innen und Außen aufweise wie auch keinen Anfang und kein Ende, so Spörr.

Das Symbol des Knotens in der Secession übernimmt das individuell an den Raum angepasste farbige Holzband. Es zieht sich über Wände, Decken und Böden und überschneidet sich insgesamt fünf Mal. Damit unterteilt Jean-Luc Moulène den Hauptraum in individuelle Teile, die eine Struktur bilden. In diese Segmente setzt der Künstler, der in Paris, Versailles, Nancy, Amiens und Grenoble studierte, vor Ort entstandene Objekte, wie eine verrostete Sichel und einen blauen Plastikstuhl. Für den Künstler stehe Neongelb für das geschriebene Wort und die Sprache und das Schwarz für die Materie. Gemeinsam bilden beide „die markanteste und deshalb effizienteste Farbkombination in der Typografie“, so Spörr. Weiter erklärt die Kuratorin: „Der Knoten in der Secession organisiert vordergründig den Raum und ist letztlich doch eine Metapher. Moulène beschreibt das Verhältnis zwischen der Architektur und dem Knoten als eines zwischen Beherrscher und Beherrschtem. Was auf dem Spiel steht, ist letztendlich die Freiheit.“

Die Ausstellung „Jean-Luc Moulène. The Secession Knot (5.1)“ läuft vom 6. April bis zum 18. Juni. Die Secession hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der reguläre Eintritt beträgt 9,50 Euro, ermäßigt 6 Euro. Für Kinder unter zehn Jahren ist er kostenlos. Zur Ausstellung erscheint die von Moulène entwickelte Publikation „Brèves“ für 58 Euro.

Secession
Friedrichstraße 12
A-1010 Wien

Telefon: +43 (0)1 – 587 53 07
Telefax: +43 (0)1 – 587 53 07 34


06.04.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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06.04.2017, Jean-Luc Moulène

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Jean-Luc Moulène








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