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Grundstein zum Erweiterungsbau der Küppersmühle gelegt

Der Grundstein für den Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle ist gelegt

Duisburg hat einen Grund zum Feiern. Gestern legten Pierre de Meuron, der sich zusammen mit seinem Partner Jacques Herzog für die Planung verantwortlich zeichnet, der Duisburger Oberbürgermeister Sören Link sowie Walter Smerling als Vertreter der Bauherrschaft den Grundstein zum neuen Erweiterungsbau des Museums Küppersmühle. Der zerklüftete, rund 150 Meter lange Gebäudekomplex am alten Hafenkai erhält nun einen neuen Kopfbau, der die Zeile bündig abschließt. Obwohl der Neubau insbesondere sich durch die Ziegelverkleidung und identische Höhe in den Bestand integriert, setzt die kraftvolle, monolithische Charakteristik betont eigene Akzente. „Die Architektur soll die Wahrnehmung der ausgestellten Kunst unterstützen und keine Konkurrenz zu ihr bilden“, erläuterte Pierre de Meuron seine Beweggründe für die Gestaltung, die sich auch im Inneren an den Bestand anschließt.

Die bestehende Ausstellungsfläche von derzeit rund 2.500 Quadratmetern wird sich verdoppeln, hohe gut proportionierte Säle von einem großen Oberlichtsaal mit sichtbarer Sheddach-Konstruktion im obersten Geschoss ergänzt. Scharnier des Ensembles sind die mittig gelegenen Stahlsilos aus den 1930er Jahren. Durchgeschlagene Brücken und Rampen verbinden hier Alt und Neu. Durch eine Deckenöffnung über dem Erdgeschoss wird die gesamte Gebäudehöhe erlebbar; die quasi kathedralartige Anmutung bietet den Besuchern Zerstreuung und Ablenkung beim Rundgang. Der obere Abschluss wird als höchster Punkt eine separat zugängliche Aussichtsplattform erhalten. Ende 2018 soll der Erweiterungsbau vollendet sein, die Eröffnung ist für Januar 2019 geplant.

Seit 18 Jahren wird die ab 1908 in Etappen entstandene und bis 1972 betriebene Mühlenanlage als Museum genutzt. Schon damals verantworteten Herzog & de Meuron den Umbau. Wegen mangelhafter Ausführung, Insolvenz der beteiligten Stahlbaufirma und Finanzierungsschwierigkeiten seitens der Bauherrin Gebag konnte das erste, 2008 in Angriff genommene spektakuläre Erweiterungsprojekt nicht weiterverfolgt werden. Nach Übergang des Ensembles in den Besitz der Darmstädter Sammlerfamilie Ströher erfolgte 2013 der Neustart der Planungen. Die heutigen Kunstbestände gehen auf die im Jahr 2005 erfolgte Fusion der Sammlung von Sylvia und Ulrich Ströher aus abstrakter Nachkriegskunst mit der Malerei und Skulptur der 1970er bis 1990er Jahre enthaltenen Kollektion von Hans Grothe zurück. Der gesamte Fundus zählt zu den umfangreichsten privaten Sammlungen deutscher Nachkriegskunst mit über 1500 Arbeiten, darunter Werkgruppen von Georg Baselitz, Karl Otto Götz, Jörg Immendorff, Anselm Kiefer, Sigmar Polke, Gerhard Richter, Fred Thieler oder Rosemarie Trockel. Das von bis zu 40.000 Besuchern pro Jahr angesteuerte Haus wird von der „Stiftung für Kunst und Kultur e.V.“ in Bonn betrieben und finanziert sich ohne öffentliche Zuschüsse.

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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