Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 28.10.2017 Auktion 47

© Auktionshaus Lehr

Anzeige

Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner
© Galerie Neher - Essen


Anzeige

Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2013 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Das vergessene Spätwerk wiederentdecken

Claude Monet und die Moderne



Claude Monet, Der Seerosenweiher, 1917-1919

Claude Monet, Der Seerosenweiher, 1917-1919

Claude Monet, Mitbegründer und Hauptvertreter des Impressionismus, gehört zu den bekanntesten Malern der Jahrhundertwende und seine Werke zu den meistreproduzierten der Welt. Dennoch hat sich nun eine Ausstellung vorgenommen, den französischen Künstler, dessen Todestag sich im vergangenen Dezember zum 75. Mal jährte, neu zu entdecken.



Auf den ersten Blick scheint Monets Werk selten homogen, fast möchte man sagen langweilig, waren es doch im wesentlichen sechs Motive, die der Franzose, der sich bereits als 17-Jähriger in der Hafenstadt Le Havre als Karrikaturist einen Namen machte, wieder und wieder mit Farbe und Pinsel festhielt. Doch einmal mehr bewahrheitet sich hier die Erkenntnis, dass Qualität und Quantität selten miteinander einhergehen. Dies wird bereits bei der Serie deutlich, die Monet der Kathedrale von Rouen widmete. Diese Bilder, die im wesentlichen in den Jahren 1892 und 1893 entstanden, zeigen immer die Hauptfassade des Gotteshauses und dennoch entstehen durch die meisterhafte Darstellung von Licht und Atmosphäre immer wieder völlig unterschiedliche Gemälde.

Es ist Monets Spätwerk und hier insbesondere die Installation in der Pariser Orangerie, die „Grande Décoration“ aus monumentalen Wandbildern mit Motiven des Seerosengartens aus Giverny, die die Modernität Künstlers bezeugen, dessen Bedeutung weit über die des „ewigen Impressionisten“ hinausgeht. Dabei waren es jene Seerosenbilder, die dem Künstler große Kritik einbrachten. Die Geringschätzung der Orangerie-Gemälde beruhte wohl nicht zuletzt auf einem Interpretationskonflikt, wollte die zunehmende Auflösung der Form, der der empirische Bezug zur Natur fehlte, so gar nicht in das Muster der impressionistischen Malerei nach der Natur passen. Dass es dieses Spätwerk ist, an dem sich Monets Modernität offenbart, beweist die Münchner Ausstellung, indem sie die Wirkung und Inspiration thematisiert, die Monets Arbeiten auf nachfolgende Künstlergenerationen ausübten.

Nachdem Monets späte Malerei in der Kritik seiner Zeitgenossen als anachronistische Salonmalerei verworfen wurde, waren es einige wenige avantgardistische Künstler aus dem Ausland, wie Wassily Kandinsky und Kasimir Malewitsch, die die Bedeutung Monets für die Moderne erfassten. So erkannte Kandinsky 1896 in einem Getreideschoberbild den Beginn der abstrakten Kunst. Trotzdem fiel in den 1930er und 1940er Jahren Monets Spätwerk, das für die weitere Entwicklung der Moderne keine Bedeutung mehr zu haben schien, der Vergessenheit anheim. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, unter dem Eindruck einer stärker gestisch bestimmten amerikanischen Malerei, wurde Monet wiederentdeckt. Künstler wie Ellsworth Kelly und Sam Francis, deren Arbeiten in der Schau erstmals neben denen Monets hängen, pilgerten in die Pariser Orangerie, die zum Wallfahrtsort für Künstler des Informel, für Tachisten und Nuagisten wurde.

Absolutes Neuland betreten die Kuratoren der Ausstellung mit dem Versuch, die Bedeutung Monets für das deutsche Informel herauszustellen. Wie groß diese Bedeutung ist, zeigen Gemälde von Gerhard Hoehme bis K.O. Götz. Nicht fehlen dürfen bei dieser „Wiederentdeckung“ die Werke des 1987 verstorbenen Künstlers André Masson, dessen 1950 verfasster Artikel „Monet, le fondateur“ eine Monet-Renaissance in Frankreich einläutete. Daneben sind auch Werke von Jackson Pollock und Andy Warhol ausgestellt. War für ersteren die Befreiung des traditionellen Tafelbildes aus seiner räumlichen Begrenzung wesentlich, die Monet bei seinen Seerosen-Bildern praktizierte, griff Warhol mit seinen Arbeiten das serielle Prinzip auf, das der Franzose hier verwirklichte.

Abschließend zeigt die Schau aktuelle Positionen von Künstlern wie Kenneth Noland und Gerhard Richter, um einmal mehr zu verdeutlichen, wie ungeheuer weit Monets Kunst ihrer Zeit vorauseilte.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 10. März und ist täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung
Theatinerstr. 8, Perusahof
D-80333 München

Telefon: +49 (0)89 – 22 44 12
Telefax: +49 (0)89 – 29 16 09 81

www.hypo-kunsthalle.de



20.01.2002

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Sonja Hausmanns

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Bericht:


Ein Künstler zwischen Boheme und Bourgeoisie

Bericht:


Lichtzauber zum 20. Geburtstag

Variabilder:

Jackson Pollock, Untitled, um 1949
Jackson Pollock, Untitled, um 1949

Variabilder:

Sam Francis,
 Untitled, 1958
Sam Francis, Untitled, 1958

Variabilder:

Claude Monet, Der Seerosenweiher, 1917-1919
Claude Monet, Der Seerosenweiher, 1917-1919

Variabilder:

Claude Monet, Die Kathedrale von Rouen: Das Portal, 1893
Claude Monet, Die Kathedrale von Rouen: Das Portal, 1893







Jackson Pollock, Untitled, um 1949

Jackson Pollock, Untitled, um 1949

Sam Francis, Untitled, 1958

Sam Francis, Untitled, 1958

Claude Monet, Die Kathedrale von Rouen: Das Portal, 1893

Claude Monet, Die Kathedrale von Rouen: Das Portal, 1893




Copyright © '99-'2017
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce