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Kölner Domschatzkammer zeigt Sakralkunst von Ewald Mataré

Ewald Mataré, Bischofs- und Papsttür des Kölner Doms, 1948

Nur in Kennerkreisen wird die Kölner Kathedrale mit dem Künstler Ewald Mataré in Verbindung gebracht. Dabei hat der Vertreter der Klassischen Moderne, der sich häufig mit christlichen Themen beschäftigt hat, herausragende Werke für den Dom geschaffen. Allen voran gilt dies für die Neugestaltung der Türen für das Südquerhausportal. Anlässlich der Auftragsvergabe zur Neugestaltung des Eingangs vor 70 Jahren zeigt die Domschatzkammer eine konzentrierte Ausstellung unter dem Titel „Ewald Mataré und der Kölner Dom“. Im Fokus stehen die vier großen Bronzetüren. Davon ausgehend werden Werke präsentiert, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Dom und dem christlichen Kontext stehen, etwa Kreuze, Messkelche, Bauschmuck wie Wetterhähne, Türgriffe oder Tierplastiken.

Bereits am 15. August 1948 konnten die Bischofs- und Papsttür feierlich übergeben werden; bis 1954 folgten die Pfingst- und die Schöpfungstür. Sie entfalteten eine Strahlkraft weit über Köln hinaus und markierten eine Zeit des Aufbruchs hinsichtlich kirchlicher Künste. Überraschen mag heutzutage die Tatsache, dass die erhaltenen, mit Gittern und Schriftbändern recht einförmig gestalteten Türen von Hugo Schneider aus dem Jahr 1892 zerstört wurden; lediglich die Eichenholzflügel als Träger der Bronzeplatten fanden erneut Verwendung. Zeichnungen und Dokumente belegen, wie sehr Ewald Mataré sich mit dem reliefüberladenen Portal auseinandersetzen musste und eine glatte Überformung der Wände vorschlug.

Neben der Papsttür mit den Symbolen des Hahns und des Pelikans ist vor allem die Bischofstür künstlerisch von Bedeutung. Neben sieben, die Gaben des Heiligen Geistes symbolisierenden Figuren enthält sie den Bischofsstab, den Kardinalshut und das mosaizierte Bischofswappen. Damaliger Materialknappheit geschuldet ist die Wiederverwendung von Mosaiksteinen aus dem Pool einer zerfallen Villa in Meerbusch. Matarés Schüler Joseph Beuys und Gertrud Kortenbach setzten die Felder, und Beuys fügte im Schnittpunkt der Kreuzbalken ein Fragment seines Rasierspiegels ein, um mehr Licht auszulösen. Später verschwanden im Zuge von Restaurierungen Spiegel und recycelte Mosaiksteine. In der Ausstellung ist auch das eigentlich für die Pfingsttür konzipierte Relief „Der verlorene Sohn“ zu sehen, an dessen Stelle aber die Ansicht des „Himmlischen Jerusalem“ ausgeführt wurde. Darunter zeigt ein Bronzerelief „Das brennende Köln“, dessen Abguss für die Weltausstellung in Montreal 1967 gefertigt wurde. Weitere Werke wie ein „Abstraktes Kuhzeichen” von 1946 offenbaren Matarés Begabung, die Natur zu beobachten und künstlerisch zu abstrahieren.

Die Ausstellung „Ewald Mataré und der Kölner Dom“ ist bis zum 20. August zu sehen. Die Domschatzkammer hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 3 Euro. Zur Ausstellung ist ein Katalog für 14,80 Euro erschienen. Zudem hat der Kölner Fotograf Boris Becker eine Fotoarbeit vom Südquerhausportal in einer Auflage von 100 Exemplaren geschaffen. Sie kostet 480 Euro.

Domschatzkammer Köln
Nordseite des Kölner Domes
Domkloster 4
D-50667 Köln

Telefon: +49 (0) 221 – 179 405 30

Quelle: Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Ewald Mataré, Bischofs- und Papsttür des Kölner Doms,
 1948
Ewald Mataré, Bischofs- und Papsttür des Kölner Doms, 1948

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Ewald Mataré








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