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James Rosenquist gestorben

James Rosenquist ist in New York verstorben

James Rosenquist ist tot. Der Pop Art-Künstler starb vergangenen Freitag im Alter von 83 Jahren in New York. Unter Berufung auf seine Ehefrau berichtete die New York Times, dass Rosenquist einer langen Krankheit erlegen sei. Berühmt wurde er durch seine ungewöhnlichen Kombinationen von Motiven etwa eines F-111-Kampfflugzeugs mit Spaghetti, Glühbirnen, einem Haarföhn und einem Atompilz. „F-111“ lautet der Titel der etwa drei Meter hohen und 26 Meter langen Arbeit, die 1964 mitten im Vietnam-Krieg entstand und den Künstler auch international bekannt machte. Von der Kunstwelt wurde das quietschbunte Werk, das heute im Museum of Modern Art in New York hängt, als modernes Historienbild und Antikriegsgemälde wahrgenommen.

James Rosenquist kam 1933 in North Dakota zur Welt. Nach einem Kurzzeitstipendium an der Minneapolis School of Art im Jahr 1948 setzte Rosenquist sein Studium der Malerei an der University of Minnesota von 1952 bis 1954 fort. Er erhielt 1955 ein Stipendium für die Art Students League in New York, wo er sich unter anderem mit Robert Rauschenberg anfreundete. Zunächst sicherte sich Rosenquist seinen Lebensunterhalt mit dem Malen von Werbeplakaten und der Dekoration von Schaufenstern etwa bei Tiffany oder Bonwit Teller. Elemente der Werbung nahm Rosequist dann auch in die Motivwelt seiner frühen Malerei auf. Mit dem Aufkommen der Pop Art etablierte er sich neben Andy Warhol und Roy Lichtenstein zu einem der führenden Vertreter dieser Kunstrichtung. Seine erste Einzelausstellung fand 1962 in der New Yorker „Green Gallery“ statt. Anders als seine Pop Art-Kollegen, die in der Regel eine flache, plakative und zweidimensionale Bildwelt auf die Leinwand brachten, lies Rosenquist in seinen Arbeiten eine dreidimensionale Tiefe entstehen und verschiedene Bildebenen miteinander verweben. Durch die artistische Kombinatorik wesensfremder Elemente eröffnen sie ineinander verschachtelte Bildräume mit Sogwirkung.

Im Laufe seiner Karriere schuf Rosenquist immer komplexere Bildwelten. „Time Dust – Black Hole“ von 1992 oder das Monumentalgemälde „The Stowaway Peers Out at the Speed of Light“ von 2000 zeigte sich sein neues Verständnis des Raumkontinuums. In der schwarz-weiß gehaltenen Arbeit von 1992 formieren sich zahlreiche Bleistifte zu einem Himmelskörper, der neben einer spiegelnden Getränkedose, einem Waldhorn, einem Segelboot, fragmentarisierten Dollarscheinen, Planeten und kosmischen Gesteinsbrocken auf ein schwarzes Loch in der Bildmitte zusteuert. Die Vorstellung von alles verschlingender Materie oder geheimnisvollen Paralleluniversen faszinierte den Künstler. Dagegen wirken die bunt-abstrakten Formen aus spiralförmigen Röhren in „The Stowaway Peers Out at the Speed of Light“ wie ein Gegenentwurf. Die Farbexplosion drängt aus der Bildmitte zu allen Seiten, die Materie löst sich in einem vehementen Chaos auf. James Rosenquist erhielt unter anderem den „Golden Plate Award“ der American Academy of Achievement 1988 sowie den Kunstpreis der „Fundación Cristóbal Gabarrón“ im Jahr 2002. Bis zu seinem Tod lebte und arbeitete er in New York.

Quelle: Kunstmarkt.com/Anja Schmidbauer

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