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Surrealismus in Ägypten

Kennen Sie den Surrealismus in Ägypten? Wir auch nicht. Doch dem können Sie abhelfen. Denn Sam Bardaouil und Till Fellrath halten am 4. April in der Villa Stuck in München einen Vortrag zum „Surrealismus in Ägypten“. Bardaouil und Fellrath, Gründer der unabhängigen kuratorischen Plattform „Art Reoriented“ mit Sitz in München und New York, betonen zum einen die Bedeutung des Manifestes „Vive l’art dégénéré“ im damaligen Ägypten, zum anderen das globale Netzwerk der Surrealisten. Der Vortrag entstand in Zusammenhang mit der Ausstellung „Art et Liberté: Rupture, War and Surrealism in Egypt (1938-1948)“ im Centre Pompidou in Paris, die 2017/18 noch nach Madrid, Düsseldorf und Liverpool reist.

Die surrealistische Gruppe „Art et Liberté“ schloss sich am 20. Dezember 1938 in Kairo zusammen. Bisher waren das Kollektiv aus 29 Künstlern, Literaten, Journalisten und Anwälten und ihr am 22. Dezember veröffentlichtes Manifest „Vive l’art dégénéré“ (Es lebe die degenerierte Kunst) kaum erforscht. Die bis 1948 bestehende Gruppe „Art et Liberté“ gab Künstlern, Intellektuellen und Aktivisten eine heterogene Plattform. Vor dem baldigen Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und als Ägypten noch eine Kolonie Großbritanniens war, verstand sich das Kollektiv als ein internationales kulturelles und politisches Projekt, das dem Faschismus, Nationalismus und Kolonialismus trotzte. In ihrem Manifest bezogen sich die Mitglieder etwa gezielt auf das damals nationalsozialistische Deutschland und die Ausstellung „Entartete Kunst“. Weiter wollen Bardaouil und Fellrath herausarbeiten, dass sich totalitäre Regime von der modernen Kunst bedroht fühlten und sich „Grobiane als allwissende Schiedsrichter“ verstehen, die Kunst als „degeneriert“ bezeichnen.

Der in englischer Sprache gehaltene Vortrag „Surrealismus in Ägypten – Das Manifest der Gruppe Art et Liberté von 1938“ findet am 4. April um 20 Uhr in der Villa Stuck statt. Der Eintritt zur Veranstaltung ist im Museumsticket eingeschlossen. Der Preis beträgt regulär 9 Euro, ermäßigt 4,50 Euro.

Museum Villa Stuck
Prinzregentenstraße 60
D-81675 München

Telefon: +49 (0)89 – 45 55 51 0
Telefax: +49 (0)89 – 45 55 51 24


30.03.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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