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Karl-Heinz Adler in Dresden

Karl Heinz Adler, Serielle Lineaturen (Tafel 1), 1989

Die Galerie Neuer Meister im Dresdner Albertinum präsentiert aktuell eine Schau zur Feier des 90. Geburtstages von Karl-Heinz Adler. Die 21 Exponate des Künstlers stammen aus den wichtigen Werkgruppen des Malers. Sie verdeutlichen die Methode des Seriellen im Œuvre Adlers wie auch die der Schichtung und Rhythmisierung des Bildraumes mit minimalen Mitteln. Adlers Lebenswerk sei gleichermaßen Ausdruck eines künstlerisch-experimentellen wie philosophischen Denkens, so der Kurator Mathias Wagner. Stets habe er die komplexen Relationen zwischen Natur und Kultur untersucht und dabei die elementaren Fragen nach Raum, Zeit und Wahrnehmung mit grundlegenden Reflexionen über den Modus des Bildes verknüpft.

Karl-Heinz Adler, geboren am 20. Juni 1927, absolvierte eine Ausbildung zum Musterzeichner und besuchte die Kunstschule Plauen, bevor er Kunst an den Hochschulen in Dresden und Berlin bei Arthur Degner, Wilhelm Rudolph und Hans Grundig studierte. Als er 1953 sein Diplom erhielt, trat er dem Verband Bildender Künstler der DDR bei und verfolgte noch eine realistische Malerei. 1955 lehrte Adler an der Technischen Universität Dresden in der Abteilung Architektur, Bauplastik und Aktzeichnen. Hier sollte sich seine reduziert-konkrete wie auch seriell angelegte Formensprache in Collagen und Materialschichtungen entwickeln, so etwa in „Quadratschichtung“ von 1957/60: Vor einem Raster aus unterschiedlich großen Rauten streben beigefarbene und dunkelbraune kleine Quadrate in einer leicht gebogenen Überlagerung zueinander, so dass sich die Spitzen der zentralen Vierecke berühren.

In der Mitte der 1960er Jahre entwickelte Karl-Heinz Adler serielle Lineaturen und daraufhin die ersten Farbschichtungen. Auf der Holzfaserplatte „Serielle Lineatur (Tafel 1)“ von 1989 gruppierte Adler zwei große Dreiecke. Von ihren jeweiligen Fixpunkten ausgehend streben die Linien auseinander, während sich die Spitzen zu schwarzen Schatten verdichten. Es entsteht eine Art optische Illusion, die den Eindruck einer sich drehenden Bewegung evoziert. Eine weitere Form des Dynamischen verdeutlichen die beinahe monochromen Farbschichtungen „Konstruktion II. Farbschichtung (Blau)“ von 1987. Die jeweils zur oberen und unteren Kante dunkler werdende blaue Fläche charakterisieren nicht nur unterschiedliche Tonwerte sondern auch ein Pinselstrich, der in kleinen Schwüngen das gesamte Bild durchzieht. Eingestreute Weiß- und Violettnuancen intensivieren die Strahlkraft des blauen Kolorits. Diese drei Techniken der Überlagerung, Seriellen Lineatur und Farbschichtung bilden die drei wichtigsten Werkgruppen bei Karl-Heinz Adler.

Das Œuvre Adlers verlief zwar parallel zu den westlichen Entwicklungen von Konzeptkunst, Minimalismus, Zero, Op-Art und Konkreter Kunst, jedoch waren diese Strömungen weitestgehend in der isolierten DDR nicht zugänglich. Erst im Herbst 1982 wurden einige Collagen und serielle Lineaturen des Malers in einer kleinen Galerie in Dresden präsentiert. Nach dem Mauerfall begann die Aufarbeitung und internationale Verortung des Werkes von Adler. Hierauf folgte neben Ausstellungen, etwa im Josef Albers Museum in Bottrop oder im Folkwang Museum in Essen, und Ehrungen auch eine Gastprofessur von 1988 bis 1995 an der Kunstakademie Düsseldorf.

Die Ausstellung „Karl-Heinz Adler. Ganz Konkret“ läuft vom 30. März bis zum 25. Juni. Die Galerie Neue Meister hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 10 Euro, ermäßigt 7,50 Euro. Für Kinder und Jugendliche unter 17 Jahren ist er frei. Im April erscheint die Publikation „Karl-Heinz Adler. Kunst im System. System in der Kunst“ für 36 Euro.

Albertinum – Galerie Neue Meister
Tzschirnerplatz 2
D-01067 Dresden

Telefon: +49 (0)351 – 49 14 2000
Telefax: +49 (0)351 – 49 14 2001


30.03.2017

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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 (Blau), 1987
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Karl Heinz Adler, Quadratschichtungen, 1957-1960
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