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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Der Saisonauftakt mit den erschwinglichen Gemälden aus dem 15. bis 19. Jahrhundert gestaltete sich bei Lempertz in Köln einträglich

Schönste Rheinromantik



Andreas Achenbach, Blick vom Rolandsbogen auf das abendliche Rheintal, 1833

Andreas Achenbach, Blick vom Rolandsbogen auf das abendliche Rheintal, 1833

Das Gemälde ist der Inbegriff der Rheinromantik. Von der Ruine des Rolandsbogens schweift der Blick über das weite Rheintal auf den Drachenfels. Die Schatten der drei Figuren im Vordergrund sind schon lange, alles ist getaucht in warmes Abendlicht. Andreas Achenbach schuf das kleinformatige Werk als vorbereitende Studie für das ein Jahr später datierte, etwa doppelt so große Gemälde, das heute zur Privatsammlung „RheinRomantik“ in Bonn gehört. Zum Zeitpunkt der Entstehung war Achenbach gerade einmal 18 Jahre alt, aber schon seit 1827 Schüler an der Düsseldorfer Kunstakademie. Die friedliche Idylle sorgte in der vergangenen Lempertz-Auktion für eine der größeren Überraschungen. Angesetzt mit 3.000 bis 4.000 Euro, endeten die Gebote für Achenbachs „Blick vom Rolandsbogen auf das abendliche Rheintal“ erst bei 18.000 Euro.


Mit dem kleinen Auftakt in Kunstauktionen des Frühjahrs kann der Kölner Versteigerer recht zufrieden sein. Lempertz setzte mit dem Nachverkauf losbezogen gut 58 Prozent der Offerte ab und spielte trotz zahlreicher Zuschläge am Limit ein Bruttoergebnis von knapp 470.000 Euro ein. Auch bei dem „Jäger im Hochgebirge“ des wenig bekannten Berliner Malers Hermann Anton Stilke aus dem Jahr 1835 hielten sich die Kunden nicht zurück. Dramatisch hat Stilke den jungen Mann in Renaissance-Gewandung mit Schwert und Armbrust auf einen Felsen vor dem Abgrund gesetzt und lässt ihn kniend mit gefalteten Händen in Erregung beten. Hier wurden aus 2.000 bis 3.000 Euro schließlich 11.000 Euro. Historistisch ging es etwa mit Konstantin Johann Franz Cretius’ Gemälde „Der Tabuletkrämer“ von 1834, der sich in einer mittelalterlichen Stadt wohl nicht mehr allzu viel Hoffnung auf seine Angebetete macht, bei 4.200 Euro (Taxe 3.500 bis 4.500 EUR) und mit einer Opernparaphrase Carl Schweningers d.J. nach Richard Wagner weiter. Sein klassischer, von einem weißen Schwan gezogener Nachen mit der „Ankunft des Schwanenritters Lohengrin“ legte von 2.000 Euro auf 5.000 Euro zu.

Alte Meister

Den höchsten Preis unter den Alten Meistern erzielte zurecht die bewegte und anrührende Szene „Noli me tangere“ mit dem auferstandenen Christus und Maria Magdalena am Ostermorgen aus der Werkstatt oder dem Umkreis des italienischen Barockmalers Francesco Solimena bei taxgerechten 14.000 Euro. Den Karfreitag hatte Abraham van Diepenbeeck mit einer auf den fahlen Korpus konzentrierten Kreuzigung Christi für 4.000 Euro zu bieten (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Auf den ersten Blick wirken die Gegenstücke Peeter van Bredaels wie gefällige Genreszene, doch dann erkannt man in ihnen das im Lukasevangelium überlieferte Gleichnis vom „Verlorenen Sohn“, der eben im Wirtshaus sein Geld verprasst hat, hinausgeworfen wird und nun das Vieh hüten muss. Der Zuschlag wurde hier zum oberen Schätzpreis von 10.000 Euro erteilt. Bekannt ist der gebürtige Leidener Maler Matthys Naiveu für seine Schilderungen aus dem Theaterleben; 4.800 Euro gab es für sein effektvoll von einer Kerze beleuchtetes Kammerspiel „Der Besuch des Liebesdoktors“ von 1702 (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Etwas besser schnitt Claes Molenaers Flusslandschaft mit einigen Bauernhäusern und Anglern bei 6.600 Euro ab (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Christiaen van Couwenberghs „Jagdstillleben mit Jäger und Magd“ entstand vermutlich in seinen letzten Lebensjahren zwischen 1656 und 1667 in Köln. Der Niederländer gehört zur holländischen Gruppe der Figurenmaler, die die Helldunkelmalerei im Stile Caravaggios pflegten. Mit 13.000 Euro reiht sich das dralle barocke Stillleben auf Platz 3 der Lempertz-Auktion ein (Taxe 13.000 bis 16.000 EUR). Gefragt waren auch die Pendants mit prachtvollen Blumengestecken in Bastkörben eines französischen Meisters des 17. Jahrhunderts für jeweils 8.000 Euro zur unteren Schätzung. Der Flame Justus Sustermans war ab 1620 Hofmaler der Medici in Florenz. Daher wird seine Werkstatt oder sein Umfeld auch für ein Portrait Eleonora Gonzagas in Anspruch genommen. Die jüngste Tochter von Vincenzo I. Gonzaga und Eleonora de’ Medici heiratete 1622 den späteren Habsburger Kaiser Ferdinand II., worauf die österreichische Rudolfskrone hindeutet. Das Dreiviertelporträt Eleonora Gonzagas in Staatsrobe ging für 12.000 Euro weg (Taxe 5.000 bis 7.000 Euro). In den Klassizismus weist Johanna Marianne Freysteins weite italienische Landschaft mit Viehherde, schlafendem Hirten und Ruine von 1799 für 3.300 Euro (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR).

Neuere Meister

Andreas Achenbach konnte nicht mit allen Objekten so überzeugen, wie mit seinem Rheinblick. Kam sein charakteristisches Schiff in stürmischer See vor einer bedrohlichen Felsküste von 1840 noch auf den unteren Schätzwert von 4.000 Euro, musste sich seine späte „Küstenlandschaft bei Mondschein“ von 1887 in gedämpften, tonigen Farben und lockerem Pinselstrich mit 4.500 Euro zufriedengeben (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Sein Bruder Oswald Achenbach gab seinen studienhaften Küstenstreifen südlich von Neapel mit dem Vesuv im Hintergrund bei 3.600 Euro ab (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR). Das Sehnsuchtsland Italien war noch häufiger gefragt, etwa in Bernhard Fries’ sonniger Küste mit einigen Menschen bei ihrer Arbeit für 2.100 Euro (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR) und vor allem in Consalvo Carellis „Felsengrotte am Golf von Neapel mit Blick auf das Meer“. Das pittoreske Ölgemälde von 1842 überraschte mit einem Zuschlag von 8.000 Euro, womit es den Schätzpreis um das Doppelte übertraf.

In die Eifel zog es häufig Fritz von Wille, der seinen weiten Blick über die sanfte Hügellinie wohl aus der Gegend von Jünkerath aus den 1920er Jahren erst bei 5.000 Euro zur Verfügung stellte (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR), noch weiter in den Norden Adelsteen Normann. Die für sein Schaffen charakteristische „Norwegische Fjordlandschaft“ legte leicht um 200 Euro auf 4.200 Euro zu. Eine recht realistische Sicht von der rechten Rheinseite auf die Kölner Altstadt malte 1839 Anton Dietzler. Recht brav marschieren einige Soldaten auf seiner nun 8.500 Euro teuren Biedermeiervedute, auf der der unvollendete gotische Kölner Dom eben fertiggestellt wird (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Auch Fritz von Uhde konnte sich über 5.000 Euro für seine innige Studie eines kleinen Mädchens im grünen Gras vor einigen Bäumen freuen (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



29.03.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Anja Schmidbauer

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Francesco Solimena Werkstatt oder Umkreis, Noli me tangere

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Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 91

Hermann Anton Stilke, Jäger im Hochgebirge, 1835

Hermann Anton Stilke, Jäger im Hochgebirge, 1835

Taxe: 2.000 - 3.000 EURO

Zuschlag: 11.000,- EURO

Losnummer: 136

Justus Sustermans Werkstatt oder Umkreis, Porträt der Kaiserin Eleonora Gonzaga, nach 1621

Justus Sustermans Werkstatt oder Umkreis, Porträt der Kaiserin Eleonora Gonzaga, nach 1621

Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 76




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