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Jawlensky und Rouault in Halle

Das Kunstmuseum Moritzburg in Halle an der Saale stellt derzeit das Schaffen Alexej von Jawlenskys und Georges Rouaults gegenüber. Unter dem Titel „Sehen mit geschlossenen Augen“ werden der russisch-deutsche und der französische Expressionist nach Angaben des Museums weltweit das erste Mal in einer gemeinsamen Schau präsentiert. Die Ausstellung vereint mehr als 120 Werke aus öffentlichen und privaten Sammlungen in Deutschland, Frankreich, Italien und der Schweiz.

Im Fokus stehen Jawlenskys und Rouaults Figurenbilder mit auffallenden Parallelen. Sie spielen unabhängig voneinander eine zentrale Rolle im Schaffen beider Maler und werden in serieller Weise bearbeitet; in ihnen verbindet sich moderne Kunst mit religiösem Inhalt. Sowohl Jawlensky als auch Rouault gehen hier den Fragen des Menschseins auf den Grund und führen es zu einer Verinnerlichung und Vergeistigung. Dabei finden sie zu ihrer jeweils eigenen bildnerischen Ausdrucksweise. In Rouaults „Le Saint Suaire (Schweißtuch)“ von 1939/45 dominieren orange-gelbe und ockerfarbene Flächen, die durch eine dicke Umrisslinie betont werden. Das Christusgesicht ist durch den markanten Bart und die Dornenkrone leicht zu identifizieren. In seinem „Heilandsgesicht: Ruhendes Licht“ von 1921 geht Jawlensky abstrahierender vor. Mit wenigen rot-braunen, blauen und gelben Farbakzenten belebt er auf weißem Hintergrund die in sich versunkenen Gesichtszüge. Hier tritt die klare Linienführung in den Vordergrund.

Während Alexej von Jawlensky in Deutschland kein Unbekannter ist, stellt Halle seit 1983 das Werk Rouaults erstmals wieder in einer umfangreichen Präsentation vor. An die Moritzburg schließt sich die Kunstverein „Talstrasse“ mit der Ausstellung „Georges Rouault – Die Realität des Lebens“ an. Neben einer Auswahl von 13 Ölbildern und Gouachen thematisiert die Schau Rouaults druckgrafische Zyklen, darunter den 58teiligen Lithografie-Zyklus „Miserere“ aus dem Jahr 1948. In ihm setzt sich der Künstler mit dem Leidensweg Christi auseinander.

Die Ausstellungen „Alexej von Jawlensky – Georges Rouault. Sehen mit geschlossenen Augen“ und „Georges Rouault – Die Realität des Lebens“ laufen bis zum 25. Juni. Das Kunstmuseum Moritzburg hat täglich außer mittwochs von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Der Katalog kostet 29,90 Euro. Der Kunstverein „Talstrasse“ hat mittwochs bis freitags von 14 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt regulär 5 Euro, reduziert 3 Euro.

Stiftung Moritzburg – Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt
Friedemann-Bach-Platz 5
D-06108 Halle an der Saale

Telefon: +49 (0)345 – 21 25 90
Telefax: +49 (0)345 – 20 29 990

Kunstverein „Talstrasse“ e.V.
Talstraße 23
D-06120 Halle an der Saale

Telefon: +49 (0)345 – 550 75 10
Telefon: +49 (0)345 – 550 76 74

Quelle: Kunstmarkt.com/Anja Schmidbauer

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