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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Koller offeriert in Zürich wieder feine Möbel- und Einrichtungskunst aus Barock und Klassizismus

Die Königin zeichnet



Johannes Klinckerfuß, Bureau „a gradin“ mit Federzeichnungen, Stuttgart um 1800

Johannes Klinckerfuß, Bureau „a gradin“ mit Federzeichnungen, Stuttgart um 1800

Charlotte Auguste Mathilde, Tochter des englischen Königs George III. und seit 1797 Gemahlin von König Friedrich I. von Württemberg, war künstlerisch durchaus begabt. Wenn die königlichen Pflichten ihr die Zeit ließen, bestickte sie Möbelbezüge, bemalte Porzellan und betätigte sich als Zeichnerin. Sie beteiligte sie sich an der Neugestaltung der Appartements im Schloss Ludwigsburg und im Neuen Schloss in Stuttgart. „Ein Hauptschmuck dieser Gemächer aber ist“, bemerkt ein zeitgenössischer Bericht, „daß die herrlichen Stickereyen und Zeichnungen an Stühlen, Ruhebetten, Ofen- und Kaminschirmen meist von der Hand der Königin und zum Theil auch der königlichen Prinzessinnen sind.“ Einen Sekretär schmücken ebenfalls dreizehn Federzeichnungen aus der Hand Charlottes. Die unterschiedlich großen Blätter mit ländlichen Motiven, darunter Pferden, Kühen, Ziegen oder Federvieh teils mit Hirten, baute der württembergische Hofebenist Johannes Klinckerfuß um 1800 in den Schreibtisch ein. Das kantige Mahagoni-Möbel mit Bronze- und Messingzier, bei dem sich Klinckerfuß noch eng an den Stil der Roentgen-Werkstatt anlehnt, stand bis 1864/66 im Neuen Schloss in Stuttgart; dann wurde er veräußert. Nun hoffen der Genfer Einlieferer und das Züricher Auktionshaus Koller auf einen Preis von 120.000 bis 200.000 Franken.


Die hohe Dichte an qualitätvollen Möbeln, Uhren, Tapisserien, Porzellanen und Bronzen bei Koller ist wieder bemerkenswert. Los geht es am 30. März mit einigen Stücken aus der Antike, darunter dem Kalksteinfragment einer ägyptischen Grabplatte um 1300 vor Christus mit einer jungen, opfernden Frau samt fein gelockter Strähnenperücke und Lotusblattdiadem. In die griechische Antike weist eine hohe tönerne apulische Henkelvase aus dem vierten Jahrhundert, die mit Zierfriesen, stilisierten Blattwerk und Figuren bemalt ist (Taxe je 20.000 bis 30.000 SFR). Für die gotische Skulptur steht eine strenge Madonna mit Kind aus dem elsässischen und lothringischen Raum, die in der Mitte des 14. Jahrhunderts aus Kalkstein gehauen und farblich gefasst wurde (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR).

Bunte Steine

Den Möbelsektor eröffnet ein Kabinettschrank mit farbiger Steinverkleidung, der in einer Florentiner Werkstatt des 17. Jahrhundert in architektonischem Renaissance-Aufbau und Pietra Paesina-Technik ausgeführt wurde (Taxe 100.000 bis 200.000 SFR). Markant und kraftvoll sind dann die Stützen aus Akanthusblättern bei einem Paar römischer Konsolen um 1680/1700 (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR). Zwei Régence-Möbel mit noch hochbarocken Bronzebeschlägen werden Charles Cressent zugeschrieben, eine Kommode um 1745/49 für 80.000 bis 140.000 Franken und zwei hohe Encoignuren aus Rosenholz und Palisander mit ebenfalls spiegelsymmetrischem Zierrat um 1725/35 für 60.000 bis 100.000 Franken. Die Form des Eckschränkchens bedient auch der deutschstämmige Joseph Baumhauer, der um 1755 auf die schon etwas antiquierte Boulle-Marketerie zurückgriff. Die vergoldeten Bronzebeschläge stammen allerdings aus dem 19. Jahrhundert (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR).

Verspielter und leichter geht das Rokoko ans Werk. Hierfür listet der Katalog etwa eine Kommode Mathieu Criaerds in Rautenmuster und frei schwingendem Bronzeschmuck um 1745/55 (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR), einen breiten, mit Blüten geschnitzten Armlehnstuhl Michel Cressons um 1750 (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR) oder einen Schreibtisch Jean-François Dubuts um 1755/60 mit drei Lacktafel, die fernöstliche Landschaften mit Jägern und exotischen Tieren nachahmen (Taxe 100.000 bis 180.000 SFR). Filigrane Eleganz strahlt ein Jean-François Oeben zugewiesener Damenschreibtisch mit kleiner Bronzegalerie und Würfelmarketerie um 1760 aus (Taxe 45.000 bis 65.000 SFRF). Ein Paar Potsdamer Trumeauspiegel mit vergoldeten Rokokorahmen und galanten Figurenszenen in den Kartuschen geht wohl auf Entwürfe Johann Michael Hoppenhaupts zurück. Im März 2007 war es bei Koller für 40.000 bis 70.000 Franken im Angebot und gingen für 150.000 Franken über das Auktionspult. Nun sind die Spiegel wieder mit dem damaligen Schätzpreis angesetzt.

Klassischer Formenkanon

Der formstrenge Klassizismus hält mit einem Klappsekretär um 1795 von Adam Weisweiler Einzug. Der Zierrat auf dem flächig angebrachten Mahagoniholz beschränkt sich auf kannelierte Säulen und Zierfriese (Taxe 60.000 bis 100.000 SFR). Sitzgelegenheiten stellt Georges Jacob mit sechs vergoldeten Fauteuils um 1770 mit charakteristischen ovalen Rückenlehnen zur Verfügung (Taxe 28.000 bis 48.000 SFR). Für das rechte Licht sorgen ein Deckenleuchter der Berliner Firma Werner & Mieth mit reichem Glasbehang um 1790/1800 (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR) oder ein gleichaltriges russisches Exemplar, bei dem sich die Glasprismen um einem roten Kern aus Rubinglas scharen (Taxe 14.000 bis 18.000 SFR). Während ein ovaler zurückhaltender Schreibtisch mit der Etikette der „Fattoria di Mobili G. Bambagini di Firenze“ um 1825/30 durch seine zahlreichen Fächer, Schubladen, das Stehpult und die schwenkbare Tischplatte überzeugt, trumpft ein Laurent-Edme Bataille zugeschriebenes Bureau mécanique „Aux Bustes de Romain“ um 1802/05 durch seinen ausgeprägten Empire-Charakter und die Provenienz auf; waren frühere Besitzer dieses Möbels doch Mitglieder der Familie Beauharnais (Taxe 200.000 bis 300.000 SFR).

Darauf machen sich etwa das Paar schwarzer Fußschalen nach Vorlagen Karl Friedrich Schinkels aus der Königlich Preußischen Eisengießerei in Berlin um 1830 (Taxe 3.000 bis 4.000 SFR), die beiden Bronzegirandolen mit schwarzen weiblichen Akten als Halter für die Leuchterarme von Pierre Philippe Thomire um 1805/10 oder auch die Pendule „Robinson et Vendredi“ um 1815/25 gut. Wer hier für das Modell mit Robinson Crusoe und Freitag nach Daniel Defoes Roman verantwortlich ist, lässt sich nicht sagen; Jean-Simon Deverberie oder Claude Galle werden in der Fachwelt diskutiert (Taxe je 30.000 bis 50.000 SFR). Für Deverberie gesichert ist eine weitere Pendule mit schwarzen Menschen. Um 1800 erdachte er sich das Liebespaar „L’indien et l’indienne enlacés“, das sich küssend um das runde Uhrgehäuse auf einem Felssockel schmiegt (Taxe 250.000 bis 350.000 SFR). Wer es etwas klangvoller mag, sollte zu einer Pendule mit Flötenwerk aus der Westschweiz greifen. Pierre Jaquet-Droz und Jean-Frédéric Leschot schufen um 1770/75 die Wanduhr im Louis XVI-Stil, die acht Melodien spielt (Taxe 70.000 bis 120.000 SFR).

Tapisserien aus Frankreich, Porzellan aus Deutschland

Für ihren Wandteppich mit einer Szene aus dem Don Quichotte griff eine Weberei in Aubusson, womöglich das Atelier von Pierre Mage, um 1750 auf Vorlagen Charles-Antoine Coypels zurück und verarbeitete dessen Erfindung zur „Verzauberten Büste im Haus von Don Antonio“ (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR). Die Meißner Manufaktur stellt die ältesten Stücke beim Porzellan, etwa Johann Joachim Kändlers Kreuzigungsgruppe von 1737/47 mit Maria, Johannes und Maria Magdalena (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR). Kändler gestaltete in den ausgehenden 1740er Jahren auch die zwei Schwäne, die später wohl in Frankreich in klassizistische Bronzehalterungen montiert wurden und dann als Tischleuchter fungierten (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR). Auch die Porzellanmanufaktur Zürich kommt bei Koller zu ihrem Recht und offeriert das Gärtnerpaar vor einer Vase als Allegorie des Frühlings von 1768/70 für 2.500 bis 3.500 Franken oder die rund zehn Jahre jüngere Gruppe mit zwei Grazien und schlafendem Amor nach einem Vorbild Angelika Kauffmanns für 6.500 bis 7.500 Franken. Umfangreich ist wieder die Auswahl aus dem Flora Danica-Service von Royal Copenhagen. In 24 Positionen aufgeteilt, gibt es Teller, Terrinen, Tassen, Schalen, Platten, Cremetässchen mit Deckel, Glaskühler oder einen Kerzenleuchter als Säulenstumpf mit Vase und Teile des Fisch-Services in moderner Ausführung zwischen 300 und 8.000 Franken.

Die Auktion beginnt am 30. März ab 10 Uhr. Die Vorbesichtigung ist noch bis zum 27. März täglich von 10 bis 19 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.kollerauktionen.ch.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



27.03.2017

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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